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Rheinwoche 2004

Rheinwoche 2004

Meine Erste

Von Holger Vogt

Segelst Du  schon oder „tümpelst“ Du noch?

Das waren die einleitenden Worte der Ausschreibung zur Rheinwoche 2004, die ich von Hans Martin in die Hand gedrückt bekommen habe. „Du mußt für mich segeln, ich kann dieses Jahr nicht.“ So fing für mich als Clubnovice das Abenteuer Rheinwoche an.

Eine Vorschoterin war auch schnell gefunden – Gisela Erdmann. Sie hatte im Gegensatz zu mir bereits Erfahrung mit dem Rheinsegeln. Die Mittwoch Nachmittage waren jetzt für das Training auf dem Rhein reserviert und der Professor weihte mich in die Besonderheiten des Flußsegeln ein.SZV \\"PITT\\" vom KYC

Und dann ging es los. Die Rheinwoche ging dieses mal von Köln-Porz nach Rees. Das Einkranen war schon mit eine Panne verbunden. Ich habe mir die Hose zerrissen und mußte auf der Fahrt mit dem Trailer nach Rees zu Hause vorbeifahren und mir eine neue Hose anziehen. Dies hat natürlich den ganzen Zeitplan für den Freitag durcheinander gebracht. Um so schöner war es, daß Hans Althaus über eine Stunde in Rees auf mich gewartet hat, um mich wieder nach Köln zu bringen.

Mit großer Spannung ging es dann am Samstag zur Startlinie. Wir nahmen mit 5 Booten vom Kölner Yacht Club an der Regatta teil, zwei Schwertzugvögel (PITT und ALBERTINA), eine Sailhorse (HARAKIRI) und zwei Yardstick-Boote (ORKAR und I3V).

Dann kam unser Startsignal und prompt hatten wir den Start verpasst. Die anderen Zugvögel hatten die Strömung und den Wind besser eingeschätzt und haben die Startlinie zügig überfahren. Uns blieb nur das nachsehen. Im Gegensatz zu den sonst üblichen westlichen Winden  kam der Wind aus Ost und somit für die Fahrt auf dem Rhein von achtern. Der Wind war auch nicht besonders kräftig und hatten etwa die gleiche Geschwindigkeit wie der Strom. So trieben wir mit leicht geblähten Segeln, immer bemüht ein Patenthalse zu vermeiden, am Kölner Rheinufer entlang. Zur Mittagszeit waren wir dann in Hitdorf.

Der Start zur zweiten Etappe war dann zum Ausgleich ein Frühstart. Wind und Strom haben uns vor dem Schuß über die Linie getrieben und wir mußten alle aus unserem Feld an uns vorbeifahren lassen. Die Überraschung gab es dann am Abend im Medienhafen von Düsseldorf. Wir waren auf Platz 2 hinter unserem Clubkamerad Hans Althaus mit Sohn auf der ALBERTINA.

Die Windverhältnisse hatten sich am Sonntag für die 3. Etappe nicht geändert und wir fuhren gemütlich von Düsseldorf nach Duisburg. Beim Mittagessen wurden wir von der Regattaleitung informiert, daß zum Nachmittag mit dem Durchzug einer Gewitterfront zu rechnen ist und wir die 4. Etappe mit Schwimmwesten fahren. Der Start dieser Etappe war unser Bester und wir konnten sogar eine Zeit lang vorausfahren. Eine besondere Herausforderung auf diese Etappe war die Begegnung mit zwei Schubverbänden. Jeder hatte vier Erzschuten, 2 hintereinander und 2 nebeneinander. Der eine Verband war leer und fuhr zu Tal, der andere beladen bergan und wir mit unserem Zugvogel dazwischen! Da hilft nur eins – Pinne festhalten und so gut wie möglich freihalten. Zum Abend kam dann auch die versprochen Front, der Ostwind flaute ab und kam zusammen mit der Front  aus der entgegen gesetzten Richtung. Wir mußten bis zum Ziel in Wesel noch richtig arbeiten. Belohnt wurden wir in Wesel wie auch in Düsseldorf mit einem herzlichen Empfang am Stadtufer und im Yachthafen. Bei der Siegerehrung am Abend gab es wieder dem 2. Platz für die Tageswertung.

Die Schlußetappe von Wesel nach Rees am Montag hatte dann den für das Rheinsegeln typischen Verlauf, Amwind- und Halbwindkurse  unter Ausnutzung der gesamten Flußbreite und der Strömung. Hier ist dann viel Erfahrung erforderlich um den schnellsten Kurs im Strom zu finden. Wir beendeten diese Etappe wieder mit dem 2. Platz.

Die abschließende Siegerehrung brachte dann für Gisela und mir noch die Überraschung eines Sonderpreise – „Der Ewige Zweite“.

Als langjähriger „Tümpler“, der seine seglerischen Erfahrungen mit verschiedenen Jollen und Katamaranen bisher nur auf  stehenden Gewässern gemacht hat ist das Rheinsegel eine Herausforderung. Meine erste Rheinwoche wird nicht die letzte sein.

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