Brutaler Piratenüberfall auf Hella und Robert

erstellt am: 13.12.2013 | von: redakteur | Kategorie(n): Allgemein, Club News, Fahrtensegeln

TO_Hella Am 5. Dezember erreichte uns eine bestürzende Email von unserem Mitglied Hella Freigang, die seit einigen Jahren mit Ihrem amerikanischen Lebenspartner Robert auf der SY Explorer die Weltmeere befährt. Darin beschreibt Sie den brutalen Überfall durch Piraten vor der Venezolanische Küste auf ihre Yacht am 13. November. Dank ihres umsichtigen Handels konnten sie Schaden an Leib und Leben abwenden. Der Schock über das Vorgehen der Gangster sitzt verständlicher Weise tief. Wir wünschen den Beiden, dass sie das Geschehen möglichst schnell verarbeiten können und die Freude, die sie bisher an ihrem Törn hatten, schnell wiederfinden.

Alles Gute Hella und Robert!

Hier Ihr Bericht:

Liebe Seglefreunde!

Am Mittwoch 13/11/13 auf dem Weg nach Puerto de la Cruz/Venezuela wurden wir von Piraten angegriffen.Sie kamen in einer Piroge mit Höchstgeschwindigkeit aus der Mitte von Nirgendwo, denn an dieser Kueste von Paria Peninsula gibt es nichts als Dschungel. 5 Männer mit Pistolen.

Es war verabredet, dass wir mit S/Y JOANA (Wade und Diane aus Kanada)S eite an Seite segeln würden und das schnellere Boot auf das langsamere warten sollte – 2 Boote zugleich wuerden nicht angegriffen.Das taten sie aber nicht. Sie waren ca.2 sm vor uns.Genug Abstand für die Piraten,uns zu attackieren.Im Nu waren sie an Bord. Wir bekamen erst einmal einen Hieb auf den Kopf mit dem Pistolenknauf. Blut strömte mir übers Gesicht, sie fesselten mich im Cockpit und Robert unten am Kartentisch.

Er hatte Schläge auf den Hinterkopf bekommen und blutete auch. Sie durchschnitten die Kabel der Mikrofone der Radios und begannen das Boot zu durchsuchen. Sie wollten vor allem Geld. Robert zeigte ihnen unsere Portemonnaies (geringe Ausbeute. Glücklicherweise liessen sie unsere Visa-Karten darin). Sie bedrohten Robert, mich zu töten, wenn er ihnen nicht verriet, wo mehr Geld war.

Ich hörte 3 Pistolen- Schüsse und schrie: Robert, are you still alive?

Sie nahmen den Computer mit dem Navigationssystem – das Herzstueck des Bootes! – Kameras, Fernglas, Telefon …etc. Das Schlimmste für mich war, als einer der Piraten meinen Ehering haben wollte. Er zog und zerrte an meinem Finger, aber der Ring sass fest: Ich trug ihn seit 50 Jahren. Hätte er das Tauchermesser am Steuerstand entdeckt, er hätte mir den Finger abgehackt!

Diese Männer waren brutal und ruchlos, ein Leben bedeutet ihnen nichts.

Er drehte schließlich doch den Ring von meinem Finger. Ich werde nie den Anblick vergessen, als er sich meinen Trauring an seinen kleinen Finger steckte.

Zu diesem Zeitpunkt erwarteten Robert und ich getötet zu werden.

Der Pirat,der in der Piroge geblieben war, rief ihnen etwas zu. Ein Frachter kam auf! Sie wurden sehr nervös. Eine gefährliche Situation, denn in ihrer Nervosität konnten sie einfach wild um sich ballern. Sie packten alles in meine Reisetasche, sprangen in die Piroge und verschwanden so schnell,wie und von wo sie gekommen waren.

Dieser Frachter hat uns wahrscheinlich das Leben gerettet.

Unsere Mitsegler waren inzwischen ausser Sicht. Ich hatte längst herausgefunden, wie ich mich von meinen Fesseln befreien konnte. Sofort entfesselte ich Robert und wir segelten zurück nach Trinidad. Wir hörten unsere Mitsegler uns rufen auf VHF, aber wir konnten natürlich nicht antworten ohne Mikrofon.

Wir stoppten an der Coast Guard Station in Chaguaramas. Sie versorgten unsere Wunden, nahmen unseren Bericht auf und verständigten die Polizei. Erneuter Bericht.

Ich telefonierte mit der Deutschen Botschaft: sie reagieren nur, wenn jemand getötet wird.

Na prima – dann braucht man sie nicht mehr!

Es ist vorbei und wir leben

Hella und Robert


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