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Lieber Marcel,
Kaum wieder daheim gerate ich zufällig in eine Sendung von WDR 5 über Piraterie. Ich habe mir das Manuskript kommen lassen. Du bekommst es heute per Fax. Hinweisen möchte ich besonders auf die Seiten 19 ff. Das beklemmende daran ist. Dass es genau diese Bucht war, die den schönen und viel versprechenden Name "Chateau Bel Air" trägt, in der wir vor Anker lagen, als in der Bucht daneben die Yacht ab brannte und dann sank und in der man dann vier Ermordete fand. ( über letzteres hatte ich ja schon berichtet ) Der neueÜberfall verlief dann offenbar nach dem gleichen Schema, wie er auch unseren Amerikanischen Freunden in der "Marigo Bay" widerfahren ist, kurz nachdem wir am selben Platz waren.
Offensichtlich sind wir selbst wohl mehrfach nur ganz knapp ähnlich unerfreulichen Begegnungen entgangen sind. ( um es einmal sehr zurückhaltend zu formulieren ) Seid also auf der Hut, immer Wache gehen, rund um die Uhr, vielleicht auch in Absprache mit den Nachbarn. Lasst Euch nicht belauern, lauert selber. Ihr müsst eine Art Raubtierinstinkt entwickeln ( fressen oder gefressen werden! ).
Wenn da 15 Meilen vor der Uferlinie drei oder vier dieser Speedboats, die sie selber bauen und mit überschweren Outboardern bestücken, im Pulk herumdümpeln, dann sind die nicht zum Angeln da. Wir selbst sind von Grenada nach Trinidad nachts und unbeleuchtet gefahren, weil fast auf der gleichen Route wenige Tage zuvor ein großer Katamaran mit Touristen überfallen worden war. Mit Radar bhat man dann immer noch einen kleinen Vorteil, auch wenn die Piraten nicht gerade mit Reflektoren ausgestattet sind.
Wenn in Eurer Nähe Gestalten herum lümmeln, von denen nicht eindeutig zu erkennen ist, was sie da machen, dann seid aufs höchste alarmiert und lasst sie keinen Moment aus den Augen. Sie stehlen dem Herrgott nicht den Tag, nein, sie beobachten Euch, taxieren ihr Risiko und warten auf ihre Chance. ( das gilt genauso auch für weniger belebte Seitengassen! ) Lasst sie ruhig merken, daß Ihr sie fixiert. Nehmt Eure Fotoapparate und fotografiert ihre Gesichter, ruhig so, daß sie auch das merken. Setzt Euch an Deck und putzt ausführlich Eure Waffen, das macht immer Eindruck. Meistens verklüften sie sich dann von selber.
So lächerlich es klingt, aber es ist etwas dran, an der "Drei Tage Regel"
Die Lautet: Die erste Nacht nehmen sie zur Kenntnis, dass Du angekommen bist. Die zweite Nacht stecken sie die Köpfe zusammen und beraten. Die dritte Nacht schlage sie zu.
Fazit: Nirgendwo länger bleiben, als zwei Nächte.
Da stellt sich natürlich wieder die Frage nach der Bewaffnung.
Martinique ist Französisches Departement. Dorthin eine Jagdwaffe mitzunehmen ist also nichts anderes, als sie von Olten aus zur Jagd mit hinüber ins Französische Jura zu nehmen. Auch die Luftverkehrsgesellschaft akzeptiert Jagdwaffen. Man muss sie nur vorher deklarieren. Ein Anruf dort wird das klären.
Hier noch einige Grundsätzliche Gedanken und Empfehlungen:
zu Zoll, Polizei, Wasserschutzpolizei: Lasst Euch vom Vercharterer erklären, welche Befugnisse Zoll, Polizei und Wasserschutzpolizei haben. Dürfen sie in Eurem Schiff auch gegen Euren Willen herumstöbern. Was ist, wenn es überhaupt keine Behördenvetreter sind, sondern verkleidete? Auch das gibt’s!
Im Zweifellsfalle sollte man zumindest versuchen, sich die Polizei--- oder Zollausweise zeigen zu lassen, bevor sie ihren Fuß auf Euer Deck stellen. Das nutzt aber nur, wenn Ihr wisst, wie diese Dinger aussehen. Also, in der Zoll--- oder Polizeistation zeigen lassen. Wie ihre Dienstfahrzeuge, zu Wasser und Land, aussehen und gekennzeichnet sind, sollte man natürlich auch wissen!
Unser Schiff ist im Seeschiffsregister eingetragen und somit Deutsches Hoheitsgebiet. Theoretisch darf sich da der Behördenvetreter noch nicht einmal mit richterlichem Durchsuchungsbefehl Einlas erzwingen. Er müsste vielmehr unsere Bundesrepublik um Rechtshilfe ersuchen. Eine wahnsinnig beruhigende Vorstellung, im Angesicht schussbereiter MPs!!
Als ganz besonders rüde erweist sich da wieder einmal der US Customs, Immigration und Coastguard. Mir sind Fälle bekannt, wo sie auf der Fahndung nach Drogen die ganze Innenverkleidung herausgerissen haben. Und dann noch nicht einmal Veranlassung sahen, die Sache wieder in Ordnung zu bringen, trotz offensichtlich unbegründeten Verdachts und erfolgloser Suche.
zu Rasta: Warum sind manche Schwarze von solch würgender Lethargie, andere hin wiederum von solch unglaublicher krimineller Energie und Grausamkeit? Diesen Gedanken nachhängend stößt man bald auf die Rasta Bewegung. Rasta ist nicht nur eine Haartracht ( die mit den vielen Zöpfchen ) Rasta predigt seinen Anhängern, daß der Weiße Mann den Schwarzen seit Jahrhunderten gequält, gedemütigt und ausgeplündert hat und dass der Weiße man das zuallererst einmal alles zurückgeben und wieder gut machen muss und dass der Schwarze Man dafür keinerlei Gegenleistung schuldet. Und wenn der Weiße man dazu nicht freiwillig bereit ist, dann muss es sich der Schwarze Mann eben gelegentlich auch mit Gewalt holen. Daher vielfach auch der, gelinde gesagt, nicht übermäßig große Eifer, mit dem die heimischen Behörden die Übergriffe ihrer Landsleute verfolgen.
zum Müll: Man findet dort den Umgang mit Unrat in jeder nur erdenklichen Spielart: Müllcontainer an der Hafenmole, die ordentlich entleert werden, Müllhalden mit übelsten Ausdünstungen, von den jeder wünscht und hofft, daß bald, oder wenigstens irgendwann der Carterpillar kommt und alles wegräumt. In den Tobago Cays kommt sogar ein Schwarzer mit Bötchen längsseits und übernimmt die Mülltüten, gegen Obulus versteht sich. An das, was er anschließend mit den Mülltüten macht, denkt man aber besser nicht, mussten wir doch auch schon mal zusehen, wie Schwarze den Müll, den wir zuvor fein ordentlich nach Sorten getrennt in die Container verteilt hatten, bedenkenlos und alles zusammen ins Meer kippten. Fühlt man sich da doch ein Bisschen dämlich?
Doch nun zu Eurem Trip: Von Le Marin könnte es vielleicht zuerst einmal nach Westen gehen, die Südküste entlang, gleich um die Ecke am Diamond Rock dann nach Norden, kurz vor der Einfahrt in die Bucht von Fort der France findet sich die Grde.Anse d'Arlet. Dort gibt es einen Beachclub mit feinem Sandstrand, Matelas, Umbrellas und vorzüglichem Restaurant, nicht anders, als an der Plage Pampelonne, Modeschauen veranstalten sie, Silvester auch Dessou-Modenschau!!! und geschützt liegen kann man dort auch. Dies vielleicht zum Auftakt.
Dann geht’s ab nach Süden.
Zunächst trefft Ihr auf St. Lucia. Am N-W Ende liegt die Rodney-Bay. Guter Liegeplatz, einigermaßen sicher, feiner Sandstrand, im Innern große Marina mit allen Versorgungsmöglichkeiten und Restaurants jeder Geschmacks und Preisklasse, selbst ein Spielkasino mit Stripclub. Hier endet die ARC-Rallye! Im Norden der Bucht auf Pigeon Island ein kleines Museum mit Museumscafee und Museumsshop ( kleine Geschenke, hübsche Aquarelle ), betrieben von einer Engländerin--alles sehr reizvoll-- dort sollte man frühstücken.
Weiter die Westseite von St.Lucia entlang nach Süden, wo ihr die Marigot Bay erreicht. Was sich dort abgespielt hat, habe ich ja schon geschildert. Man sollte sie aber trotzdem nicht auslassen. Die kriminellen Gefahren sind anderwärts auch nicht geringer. Landschaftlich der Traum der Carribic, hier, im Hotel "Marigot des Roseau" wurde der Film Dr.Doolittle gedreht. Es gibt ein Spa und Beautycenter mit wirklich guter Massage und Ayurveda. Gleich davor auf der Liegewiese bieten Schwarze dreist und ungehemmt von Drogen aller Härtegrade bis Sex in allen nur denkbaren Spielarten alles an, was der Herrgott verboten hat. Polizei und Zoll haben ihr Office gleich gegenüber, fünfzig Meter, niemand fühlt sich veranlasst, einzugreifen, es sind ja die Weißen, die da ausgenommen werden. Mit einem Wort: hier findet Ihr die ganze Ambivalence der Carribic: Nonchalance im Nebeneinander von Luxus und Kriminalität. Weiter hinten dann das "Hurricane Hole Hotel" mit Dance-Dinner-Party --sehr temperamentvoll--. Dort haben wir Silvester/Neujahr gefeiert.
Im Südwesten von St.Lucia erreicht Ihr die Pitons. Zwei Bergkuppen, in der Silhouette wie der Zuckerhut, nur viel kleiner. Sie sind sogar, graphisch angedeutet, Teil der Nationalflagge von St.Lucia. Ein Candelleight-Dinner am Fuße dieser Pitons gehört zu den "Musts" jeder Musikdampfer-Kreuzfahrt. Der Yachty ankert vor dem kleinen Dorf Soufriere knapp nördlich der Pitons. Das war früher mal Kurort, denn es gibt dort Heilquellen, ein Stück weit ins Tal hinein. Schon Josepine de Beauharnais hat da gekurt. Aber das waren ja Zeiten der Kolonial-Herrschaft. Heute haben das die Schwarzen übernommen.
Und heute residiert hier der "Pate", der das Verbrechen in der Gegend organisiert. Der hat es mit Fleiß und Emsigkeit in seiner Branche zu einem gewissen Wohlstand gebracht, der es ihm gestattet, sich bester amerikanischer Anwälte zu bedienen, die es schaffen, ihn immer wieder aus dem Gefängnis heraus zu holen. Man sollte also bei Ankunft den Hafenkapitän fragen, ob dieser Kerl einsitzt oder gerade frei herum läuft. Sollte Letzteres der Fall sein, so wäre es besser, den Anker gleich wieder zu lichten und weiter zu fahren. Dies ist kein Seemannsgarn. Nein so steht es wörtlich im offiziellen Wasseersportführer des Touristoffice von St.Lucia, einer im Übrigen höchst nützlichen Broschüre. Dort ist der Mann auch mit Namen genannt. Und niemand findet das komisch.
Da weis man nicht mehr, ob man da lachen oder weinen soll.
Weiter in südlicher Richtung folgt St Vincent. Vom Ankern im Nordwesten und Westen ist dringend abzuraten. Die ganze gegen ist bevölkert von Kleinbauern, die vom Kannabisanbau leben. Viele Vercharterer verbieten der Kriminalität wegen überhaupt das Anlegen oder Ankern an St.Vincent. Bitte gleich weiter fahren bis in den Südwesten. Dort, bald nach der Inselhauptstadt Kingstown trefft Ihr auf eine winzige Insel mit Namen "Young Island"Zwischen dieser Insel und dem Festland findet sich ein vorzüglicher Liegeplatz mit Mooring-Tonnen, die von einem ortsansässigen Taxiunternehmer vermietet werden. Der nimmt die Schiffspapiere nicht nur mit, um nebenan in Kingstown einzuklarieren, er bringt sie sogar zurück. Wer hier nicht an Wunder glaubt, ist eben kein Realist. Auf Young Island im Rücken gibt es dann noch eines dieser höchstklassigen Ressorts mit sehr stimmungsvollem Restaurant.
Aber Vorsicht, der Spitzbuben und Gangster muss man überall gewärtig sein.
Das Nächste wäre dann Bequia.
Beim Einlaufen in die Admirality Bay liegt in der Mitte des Südost-Ufers die Princesse Margaret Beach, so benannt, weil hier die Königliche Yacht "Britannia" ankerte, um Princessin Margaret und ihren Angetrauten auf ihrer Hochzeitsreise im glasklaren Wasser mit feinstem weißen Sandstrand plantschen zu lassen.
65 Jahre später wird hier am selben Platz ein Pärchen in seiner Yacht ermordet --- sie waren auch auf ihrer Hochzeitsreise.
Besser also keine Gedenkminute einlegen, sondern immer gleich dahin, wo sie alle sind, an das Ostende der Bucht. Dort werdet Ihr dann so ziemlich genau vor einem kleinen Hotel im Kolonialstiel liegen, sein Namen "Frangipani". Es wird von einer Engländerin geführt. Sehr zu empfehlen ist das opulente original englische Frühstück bei ihr: Ham and Eggs, Scones, Marmelade, Grapefruit, etc. Aber auch ein Dämmerschoppen lohnt sich. Dort findet sich oft eine Altherren-Band zusammen und jazzt herzzerreißend drauflos, daß die Bude wackelt, alles Leute, die sich an ihrem Lebensabend hierher zurückgezogen haben.
In der Mitte der "Uferpromenade", beim Dampferanleger findet ein Wochenmarkt statt, wo man sich ganz gut mit Frischware versorgen kann. Wundert Euch aber nicht, wenn der Markthändler auf einmal nichts weiter verkaufen will und euch auffordert, jetzt zu einem anderen Stand zu gehen. Das liegt nicht etwa daran, daß Ihr ihm auf die Füße getreten hättet, nein, er ist einfach nur darauf bedacht, daß sie da alle etwas verdienen. Schwarze denken eben anders!
Die feineren Sachen für die Pantry findet Ihr dann in einem winzigen Feinkostladen, weitere hundert Meter die Straße hinauf. Der Laden wird von einer Dame geführt, die auf den Namen Doris hört, es ist aber trotzdem eine Schwarze.
Und noch fünfzig Meter weiter die Straße hinauf bauen zwei Schwarze wirklich ganz wunderschöne authentische und detailreiche Modelle der berühmtesten Yachten der Geschichte ( Velsheda, Meteor etc. ). Selbst die Queen war begeistert und hat sich bei Ihrem Staatsbesuch auf der Insel ( sie gehört ja zum Commonwealth ) eines einpacken lassen.
Dann geht es endlich auf zu den Tobago Cays. Zunächst auf den Nordzipfel von Mayreau zu, kurz vor erreichen mit Kurs 130° zum Horseshoe Reef. Zwischen Horseshoereef und den Inselchen Petit Rameau und Petit Bateau ankert man geschützt und wähnt sich sogleich im Paradies. Die Tobago Cayssind zwar alle unbewohnt. Es dürfte aber immer genug Betrieb dort sein, um die Piraten etwas vorsichtiger werden zu lassen. "Club Mediterranee" und "Seeacloud" liegen dort auch schon mal. Tagsüber kommen die Schwarzen in Ihren Booten herbei. Sie sindnicht alle immer nur lästig. Auf Baradal, gleich neben Eurem Liegeplatz haben sie am Strand einen Grill aufgebaut und bereiten Euch die Lobster, die sie soeben gefangen haben, wie Ihr sie Euch aussucht, mit allen exotischen Zutaten und Beilagen, süße Kartoffeln, Ananas, Mango, Geröstete Bananen,--- Eine Köstlichkeit, die Ihr euch nicht entgehen lassen solltet.
Auch wenn dies der südlichste Punkt Eurer Reise gewesen sein sollte, ich möchte nicht versäumen, auf eine Institution hingewiesen zu haben, die in der Welt einmalig sein dürfte. Am Ostzipfel von Union Island findet sich der Hauptort Clifton. Er verfügt sogar über einen Flughafen. Südlich der Piste auf dem Riff liegt Green Island, das ist ein Mikro-Inselchen höchstens 30X30. Gleichwohl steht darauf eine von zwei Schwarzen bewirtschaftete Hütte mit langer Tafel und Bänken, davor ein respektabler Grill. Höchstens drei Boat-Crews passen hinein, sechs sind meistens drin. Entsprechen hoch geht’s her. Dort also wird gegrillt, getafelt und gezecht, einfach umwerfend. Ich habe dort Geburtstag gefeiert. Überlegt's Euch.
Auf der Rückreise sollte man noch in Mustique vorbeischauen. Die ganze Insel ist Privatbesitz. Dort haben die Großen des Jetsets ihre mehr oder weniger auf jeden Fall aber gros geratenen Villen. Legendär sind die Saufgelage Princessin Margarets. Das alles ist nicht besonders interessant. Nicht versäumen sollte man allerdings einen Besuch in Basils Bar. Das ist eine Hütte auf Stelzen im Wasser der Britannia Bay auf der Westseite von Mustique. Dort geben sich die Größen des Jazz dieser Welt ein Stelldichein. Das reizvolle ist, man hockt oder steht mitten dazwischen, was anderes ist in der dieses Enge Pfahlhauses auch gar nicht möglich. Ein richtiges Jazzfestival veranstalten sie auch. Wenn ich mich recht erinnere irgendwann im März. Und getanzt wird, z.B. Rücken an Rücken mit Heidi Klum --- wo in der Welt gibt es das sonst?
Der Taxifahrer will dann unbedingt noch den winzigen Friedhof zeigen. Er weist darauf hin, daß der Letzte im Jahre 1987 verstorben ist und zu Grabe getragen wurde. Ein unwiderlegbarer Beweis für die Bekömmlichkeit aller Lebensumstände auf diesem Island. Ob man sich denn nicht auch dort niederlassen wolle, Platz gäbe es ja noch, sowohl in sonniger Südwest-Lage am Hang, als auch auf dem Friedhof. Also noch einmal: Überlegt's Euch!
Es gäbe nun noch unendlich viel mehr Ideen und Empfehlungen, aber ich denke, Eure Zeit dürfte mit dem bisher gesagten ausreichend verplant sein.
Es sind wahrscheinlich nicht die Tipps, wie Ihr sie von mir erwartet. Den Gedanken an die einsame Bucht mit Palmenkulisse über glasklarem Wasser, so romantisch er auch sein mag, solltet Ihr euch vielleicht doch lieber aus dem Kopf schlagen. Bedenkt, wenn bei Euch ein Wohnmobil überfallen würde, welches seit Tagen fernab der Zivilisation einsam auf einer Waldlichtung stehen würde, dann würdet Ihr auch nicht überrascht sein. Bleibt im Pulk. Bedenkt weiter, daß auch die Raubkatze zuerst versucht, ihr Gnu oder ihre Antilope von der Herde zu separieren, weil sie an ihre Beute, die sich im Schutz des Verbandes bewegt, gar nicht heran kommt.
Anzunehmen ist leider, dass die Piraterie weiter zunimmt, da doch die tüchtigsten in diesem Gewerbe anderwärts bereits als Volkshelden gefeiert werden. ( Robin Hood! ) Vielleicht treffen sich ja hier die Entwicklungslinien. Investmentbanking rückt in die Nähe des Bankraubes, Piraterie wird zum erfolgreichen Geschäftsmodell. Die umsorgte und wohlbehütete Sicherheit, in der zu wiegen Euch hier Gewohnheit ist, die müsst Ihr hinter Euch lassen. Aber das ist ja zugleich auch Teil Herausforderung.
Es mag verwundern, daß diese Tipps und Empfehlungen nicht so ganz in Deckung zu bringen sind mit den enthusiastischen Reiseberichten von erstklassigem Service vor oben beschriebener Traumkulisse. Diese Erfahrungen gibt es ja auch: In schwer bewachten Ressorts bei vier—bis fünfstelligen Tagessätzen. Wer da Drogen-- und Strich gleich hinter dem Wachposten geflissentlich übersieht und verdrängt, kommt mit den zuvor beschriebenen Erinnerungen nach Hause. Yachties dagegen genießen die vermeintlich schier unendliche Freiheit, sind aber bei allen Fährnissen und Risiken ganz allein auf sich gestellt. Wie weit der Spaß denn gehen soll, muss jeder letztlich selbst entscheiden.
Nun also, Mast— und Schotbruch und allzeit drei Fuß Wasser unter dem Kiel!
Euer Hans H.Gronack |