|  Druckversion
 
Home
 
 
Termine
 
 
Club Spiegel
 
 
Jugend / Opti-Cup
 
 
Verein / Intern
 
 
Rheinsegeln / Rheinwoche
 
 
Fahrtensegeln / Reiseberichte
 
 
Bildergalerie
 
 
Freunde / Sponsoren
 
 
Kontakt / Impressum
 
 
Clubschiffe
 
 
Ausbildung
 
 
Regatta / Köln Cup
 
 
Login
 

Home : Fahrtensegeln / Reiseberichte : Elba 2006, ein kulinarisch kultureller Törn

Elba 2006, ein kulinarisch kultureller Törn

von Frank Spottke und Holger Vogt


Unser diesjähriger Törn führte uns an den toskanischen Archipel mit seiner Hauptinsel Elba. Den Spuren Napoleons folgend setzten wir ebenso über nach Korsika, seiner Heimatinsel. Elba stellt die Grenze zwischen Ligurischem und Tyrrhenischem Meer da. Die Crew bestand aus Holger (Skipper), Frank (Co-Skipper), Janus (Steuermann) und als Gast und oberschlesische Verstärkung Jan Olesch. Um es vorweg zu nehmen. Wegen meistens schwacher Winde war unser Hauptthema nicht Segeln, sondern mindestens die Hälfte der Zeit widmeten wir uns kulinarischem Palaver, und aktivem Essen und Trinken, der jeweiligen Region angepasst.
16.09.06 Anreise
Die Crew hat sich rechtzeitig zum Check-in auf dem Konrad Adenauer Flughafen eingefunden. Bei der Ankunft in Pisa wurden wir mit einem kräftigen Regenschauer begrüßt. Der Transfer nach Salivoli erfolgte unter charmanter italienischer Begleitung durch die Toskana. Der Dauerregen ließ die Landschaft in kräftigen Erdfarben erscheinen und die Tropfen auf den Scheiben erzeugten vielfältige Reflektionen. Das Wetter hatte aber auch den Vorteil, daß die sonst vielbefahrene SS1 fast leer war und wir unser Ziel Piombino-Salivoli zügig erreichten. Die Bootsübernahme verlief problemlos. Ein zweigängiges Fischmenü mit lokalem Wein im guten Hafenrestaurant rundete den Tag ab.
17.9.06 Erster Fahrtag
Salivoli Portoferraio - Marciana Marina
Bei diesigem, regnerischem Wetter ging es im bewegten ligurischen Meer unter Motor mit Stützsegel in Richtung Elba. Gegen 13 Uhr liefen wir den Hafen von Portoferraio an vor der großartigen Kulisse der alten Befestigungsanlagen. Die Altstadt von Portoferraio schmiegt sich wie ein Amphitheater mit dem Hafenbecken als Bühne und dem azurfarbenen Golf als Kulisse an einen steinigen Hang. So zumindest lasen wir es im Reiseführer, die Realität sah anders aus. Schauer und graue Wolken trieben uns schnell in eine Osteria. Dennoch konnten wir nachvollziehen, dass Napoleon hier gerne verweilte und die Insel nach seinen Vorstellungen umgestaltete. Er wird in Elba generell als Förderer der Insel Elba verehrt und nicht als Gefangener. Nach dem italienischen Mittagstisch fuhren wir weiter in Richtung des vom Monte Cappane und von zwei Bergdörfern überragten Marciana Marina. Beim Einlaufen gegen 16 Uhr wurden wir mit den ersten Sonnenstrahlen empfangen.
Am Abend begann die kulinarische Tour der Selbstversorger mit den Smutjes Janus, Holger und Frank, bestens umsorgt vom Cabin Boy Jan. Insalata Fagiole Canellini gefolgt von Spaghetti Marisco alles aus frischen lokalen Zutaten und begleitet von lokalen Weinen.
18.9.06 Zweiter Fahrtag
Marciana Marina Macinaggio Überfahrt nach Korsika
Das Wetter hat sich gewandelt. Geringe Bewölkung, der Wind hat mit 1-2 Beaufort aus Südwest nachgelassen. Angesichts der langen Wegstrecke von 38 sm im Ligurischen Meer liefen wir bereits um 7 Uhr aus. Im Laufe der Überfahrt klarte es immer weiter auf, ein Vino Santo (dolce) wurde Rasmus geopfert und um 11 Uhr als 'Besanschot an' kredenzt. Achteraus Elba, Steuerbord querab Capraia, voraus Cap Corse. Korsika empfing uns sehr freundlich, die Hälfte der Wegstrecke konnte unter Segel zurückgelegt werden. Macinaggio, ein kleines, schon in römischer Zeit als Handels- und Kriegshafen genutztes Städtchen mit netten Cafes an der Kaimauer bot uns den ersten korsischen Pastis. Die Kräuter für das Abendessen wurden in der Macchia gepflückt.
Nun zur französsischen Küche gewechselt bereitete Janus Escaloppe de boeuf à la minute, patates rouges au romarin zu. Zum Nachtisch wurde Fromage de Corse mit Raisin muscat serviert. Das Essen wurde begleitet von einem korsischen Vin rouge.
19.9.06 Dritter Fahrtag
Macinaggio- Cap Corse Bastia
Das Wetter hat sich noch mehr beruhigt. Bei 0 Windstärken brachen wir unter Motor auf, den nördlichsten Punkt Korsikas zu erreichen, das Cap Corse. An der vorgelagerten Insel Giraglia zelebrierten wir den 'Besanschot an' mit einem einheimischen Kräuterlikör genannt Cap Corse. Ein kurzes Stück konnten die Segel gesetzt werden. Auf Südkurs Richtung Bastia mussten wir wieder unsere sparsame Unterwassergenua setzen und konnten dabei in aller Ruhe die von genuesischen Sarazenen-Wachtürmen gesäumte korsische Ostküste betrachten. Im nördlich von Bastia gelegenen Hafen Port Toga machten wir fest. Ein Spaziergang in die Altstadt von Bastia mit dem malerischen Vieux Port bei hochsommerlichen Temperaturen war ein wundervolles Erlebnis. Bevor wir die Zitadelle bestiegen, nahmen wir eine kurze Auszeit am Hafenbecken in einem Bistro mit Café Latte und Pastis.
Ein nahe unseres Hafens gelegner Supermarché Géant Casino lud zum ausgiebigen Einkauf lokaler Feinkost ein (Saucisses Sanglier, Fromage de Brebis aux herbes und andere Spezialitäten). Das Diner wurden zwei Loup de Mer au four en fenouile, romarin et Pastis, riz et Ratatouille.
20.9.06 Vierter Fahrtag
Bastia Marina di Campo Zurück nach Elba
Früh um Sieben ausgelaufen verließen wir Frankreich. Bei ruhiger See des Tyrrhenischen Meeres, herrlichem Sonnenschein und unter Schmetterling genossen wir le petit déjeuner auf dem Deck. Die 33 sm Überfahrt an die Südküste Elbas wurde mit einem Insalata di pommodori e fagioli versüsst. Ein korsischer Rosé rundete die italienisch/korsische kulinarische Überfahrt ab. Marina die Campo liegt malerisch in einer größeren Bucht mit einem langen Strand. Wir sputeten uns um einen der wenigen begehrten Liegeplätze zu bekommen. Die Bucht ist auch bei Tauchern sehr beliebt. In dieser Ecke Elbas herrschten große Erzvorkommen, die auch dort bis zum Verschiffen gelagert wurden. So heißt es, dass viele Kompassnadeln verrückt spielten, was zum Kentern einiger Schiffe führte. Das Dinghi mit dem 100 EUR Außenborder wurde getestet. Ein Sonnenbad am Strand mit Badegang war die Freizeitaktivität.
Der Abend wurde mit einem Risotto Funghi eingeleitet und durch Besuch der lebhaften Altstadt des beliebtesten Urlaubsortes von Elba abgeschlossen.
21.09.06 Fünfter Fahrtag
Marina di Campo Calla dell Innamorata Porto Azzuro
Für diesen Tag haben wir uns die malerischen Buchten der Südküste und den schönsten Hafen von Elba als Ziel gewählt. Bei schwachen südlichen Winden ließen wir uns entlang der Küste treiben und steuerten zum Mittag die Calla dell Innamorata (Bucht der Liebenden) an. Es heißt, ein verzweifeltes Mädchen namens Maria habe sich von diesen Felsen in die Fluten gestürzt, um sich mit Ihrem Herzallerliebsten im Tode zu vereinen. Ihr Geliebter war von Sarazenen in die Sklaverei verschleppt worden. Die „Liebenden„ welche wir sahen, hatten diese Hormonwallungen aber bereits vor Jahren erlebt. Vor Anker genossen wir das Bad in der Bucht und anschließend ein piatto di formaggio. Entlang der Südspitze frischte der Wind weiter auf und unser Cabin Boy Jan wurde zur Deckshand befördert, nach dem er uns souverän nach Porto Azzuro gesteuert hat.
Porto Azzuro hat seinen Namen erst 1947 erhalten. Davor wurde es nach dem Forte di Longone, einer noch heute genutzten Strafanstalt benannt. Der in ganz Italien benutzte Ausdruck „Longone einen Besuch abstatten„ als Ausdruck für einen Gefängnisaufenthalt, verhinderte die touristische Vermarktung des von Bergen umragten malerischen Ortes. Die Einwohner von Porto Azzuro verstehen es den Ruf als schönster Hafen der Insel monetär umzusetzen. Nicht nur das die Hafengebühren mit 44 EUR für unsere 35 Fuß Yacht die höchsten des Törns sind, auch die Benutzung der Dusche im Hafen muss mit 2,50 EUR bezahlt werden. Dafür werden wir aber auch persönlich durch die Patrona der Dusche betreut, die Kabinen werden wie in einem alten Badehaus zugewiesen. Bis dahin gibt es eine Wartezone vor dem Haus mit Blick auf das italienische Leben in und um die kleine Piazza.
Zum Abendessen gab es Spirelli con Tonno aus frischen aromatischen Flaschentomaten der Insel und den verbliebenen Notkonserven.
22.09.06 Sechster Fahrtag
Porto Azzuro Salivoli
Wir genießen das Leben am Morgen im Hafen und laufen erst um 10 Uhr aus. Unser Ziel, einen Zwischenstop im Hafen von Rio Marina zu machen um dort die nach den Plänen Napoleons gebaute Hafenmole zu besichtigen, ließ sich auf Grund der schwachen SSE Winde nicht realisieren. Also segelten wir raumschots um die Isola Cerboli und dann auf anderem Bug zu unserem Ausgangshafen Salivoli zurück. Der Abend wurde von einem Sonnenuntergang mit Blick auf Elba eingeläutet und durch einen Besuch im Fischrestaurant des Hafen abgeschlossen.
Unser Törn stellt sich grafisch so dar, wobei die violette Linie unsere Routenplanung und die gelbe Linie die tatsächliche Wegstrecke darstellt.


Portoferreio, Regen, die Frisur hält!

Macia Marina, bewölkt, werden im Hafen sanft geschaukelt

Auf nach Korsika

Diese hauchzarte Duft nach Rosmarin, Wildschwein, Käse, ... das ist Korsika 

Französichen Kultur

Besanshot an

Frühstück

hmmm...

Marina di Campo

freiwillig!

Warteraum

Porto Azzuro

kulinarisches

CREW

Sundown