„Jawohl, es heißt Kapp und nicht Cup!
Nach langen winterlichen Clubabenden mit vielen anregenden Getränken und mit noch größerer intellektueller Mühsal entschlossen sich einige Vereinsmitglieder, die Seglerwelt mit einer neuen Form der Regatta zu beglücken...“ So fing Reinhard Piepers Bericht über den 1. Royal-Flönz-Kapp in 2002 an. Mittlerweile hat dieser Kapp bereits zum Dritten Mal stattgefunden. Und wenn wir den Unterhaltungen an unseren Clubabenden glauben können, freuen sich schon viele auf den 4. Royal-Flönz-Kapp im nächsten Jahr, natürlich wieder am Fronleichnam Wochenende. An diesem Wochenende soll dieser Kapp nunmehr stets stattfinden. Es scheint, als habe dieser Kapp bereits viele Freunde gefunden. Es soll dabei nicht sportlich und bierernst zugehen; Kevlar- und 3DLSegel dürfen natürlich trotzdem gesetzt werden, aber die Geselligkeit, die Einbindung der Familien, das Zusammenführen von Jung und Alt, das Kennenlernen anderer Clubmitglieder, das Schnacken, das Fachsimpeln, das Lustigsein stehen im Vordergrund. Freunde und Bekannte sind ebenso herzlich willkommen. Diese Idee hat den einen oder anderen immerhin schon dazu bewegt, auf ein langes Wochenende auf den Inseln zu verzichten. Aber jede Idee lebt nur von den Menschen, die sie tragen und mitmachen. Zentraler Mittelpunkt des 3. Royal-Flönz-Kapps war wieder einmal unser Klipper. Um ihn herum, auf ihm und in ihm pulsierte das Leben. Ohne diesen Kristalisationspunkt scheint der Royal-Flönz-Kapp wohl nicht mehr auszukommen. Aber der Reihe nach! Am Donnerstagabend trafen sich wieder fast alle zu einem gemütlichen Schnack in der Mastenbar im Compagnieshaven von Enkhuizen. Dort entschied sich letztlich auch, wohin am Freitag die Reise gehen sollte. Das „Nadelöhr“ ist der Klipper und sein Skipper Arnold. Er gibt vor, wohin er in Abhängigkeit von Wind und Wellen segeln kann. Nach Außenmarina Stavoren beim 1. Kapp und Oosterhaven Medemblik im letzten Jahr war diesmal der Wester-haven in Medemblik das Regattaziel. Am Freitag Morgen gingen bei Winden aus WNW mit Stärke 5 Bft. und herrlichem Rückseitenwetter 8 Segelschiffe und unser Klipper an den Regattastart. Die Route führt an vorher bestimmten Tonnen vorbei und endet in Medemblik. Durch die Kwikkelsbrug geht es hinein in den Westerhaven. Cumuluswolken und Sonnenschein bescheren uns einen schönen Segeltag. Abends treffen wir uns auf der Uferwiese vor dem Klipper, jeder hat neben seinem Grillgut etwas für die Allgemeinheit mitgebracht. Jede Menge Salate und Süßspeisen zieren die Uferwiese gegenüber des Stichting Jachthaven Medemblik. Der große Zentralgrill ist bereits angeheizt, das Bierfass angestochen. Wenn Heike richtig gezählt hat, sind 30 Personen versammelt und verbringen einen schönen Abend miteinander. Später am Abend nehmen Margret und Hans Wilhelm in seiner bekannt humorvollen Art die Siegerehrung vor. Die Flönz und damit der 1. Platz gehen an die „Depeche“ mit Angelika und Michael, der 2. Platz an die „Kreutz Ass“ mit Birgit und Kurt. Der 3. Platz geht an die Zeitschnellste, die „Timeout“ mit Martina und Wolfgang; allerdings ist ruchbar geworden, dass sie den Routenplan strengstens missachtet haben sollen. Gegen 22.00 Uhr treibt ein schwerer Regenguss die Meute auf´s eigene Schiff oder in den Klipper. Der neue Tag ist nicht mehr weit, als die letzten Gäste den Klipper verlassen. Gegen 09.30 Uhr trudeln schon die ersten Frühstücksgäste auf dem Klipper ein. Brötchen, Sekt, Kaffee, Tee, Rühreier, Fotos und freundliche Worte unserer lieben Margret läuten den Brunch ein. Der Klipper brummt, Stimmengewirr aller Orten und mittendrin Hans Wilhelm mit seiner riesigen Rühreipfanne. Auf dem Klipper waren noch einige Kojen frei; gut aber für die Frühstücksgäste, die so alle problemlos Platz an der langen, reichlich gedeckten Frühstückstafel finden. An dieser Stelle sei einmal den unermütlichen Kräften an Bord des Klippers und im Verein gedankt, die den Servicebetrieb an Bord selbstlos aufrechterhalten haben und die Veranstaltung überhaupt gelingen ließen. Ohne diese helfenden Hände hätte der 3. Royal-Flönz-Kapp nicht gelingen können. Irgendwann, der Tag ist schon längst fortgeschritten, ziehen die letzten Gäste von Bord, unser Klipper legt ab und die Schiffsbesatzungen ziehen wieder ihrer Wege. So auch wir! Der 3. Royal-Flönz-Kapp klingt aus. Plötzlich klingelt mein Handy, die (Segel-)Hardliner auf der „Depeche“ und der „Kreutz Ass“ sind weich geworden, sie wollen in Medemblik bleiben und regen ein Spargelessen an. Wir stimmen begeistert zu und verbringen noch einen harmonischen, unterhaltsamen Samstagabend mit Clubfreunden, Spargel und einem guten Tropfen Pinot Blanc. Am Sonntag segeln auch wir gen Heimathafen. Es hat sich gelohnt! Wir haben gerne auf ein Wochenende auf den niederländischen Inseln verzichtet und freuen uns auf den Royal-Flönz-Kapp 2005. SY Solveig – Dr. Holmer Vogel |
|