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Herbstferien im Oktober und der Flug geht nach Athen zum
diesjährigen Flottillentörn des KYC. Zwei Boote sind schon seit einer Woche in
der Ägäis unterwegs. Vieth-Peter kann uns nicht, wir versprochen, in Kalamaki
begrüßen. Er hängt in Lavrion fest. Und so wollen wir versuchen uns irgendwo zu
treffen.
Samstag: Das Wetter lässt zu wünschen übrig. Es ist zwar einigermaßen
warm, aber der Himmel verspricht schon bei der Anreise übles. Hat er auch
erhalten. Die Strandpromenade von Kalamaki bis Piräus wird von gewaltigen
Brechern überspült. Es sieht aus wie auf der Malecon Promenade. Unser Restaurant
hat fließend Wasser, allerdings mehr Meer auf dem Boden. Einige wild
entschlossene wollen segeln, doch nach einer endlos erscheinenden Zeit machen
die Boote kehrt und flüchten zurück in den sicheren Hafen von Kalamaki. Unser
Boot ist auch nicht da. Es liegt auf Syros fest. Die Vorgänger Crew kam mit der
Fähre. Auch nicht schlecht für uns. So gab es dann statt einer Oceanis 311 eine
Bavaria Holiday 38. Kein schlechter Tausch. Spät in der Nacht kommen unsere
Nachzügler Barbara und Günther. Den nächsten Tag wollen wir ruhig angehen
lassen.
Sonntag: Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns auf den Weg
unsere anderen Boote zu treffen. Vieth-Peter Kiel und Hans Althaus sind bereits
auf dem Weg nach Kea. Wir wollen auch dorthin. Doch die mehr als 40sm für den
ersten Tag scheinen uns bei dem nun schwächlichen Wind nicht realistisch und
motoren wollen wir nicht. Also schlagen wir einen 90° Haken und nehmen Kurs auf
Ägina. Der Segeltag ist sehr angenehm und mit zunehmender Stunde frischt der
Wind immer weiter auf. Am späten Nachmittag erreichen wir Perdika. Total
überfüllt. Müssen daher in der Bucht frei ankern. Der Wind nahm zum Abend hin
immer weiter zu, das Boot schlägt fest in die Ankerhaltung und wir denken mit
Schrecken an die Felsen in unserem Rücken. Können nicht an Land.
Montag: Wau, kein Wind, die Sonne scheint, das Wasser lädt zum Baden
ein. Wir machen uns ganz gemächlich auf unsere nächste Etappe. Ziel heute Poros. Der Motor bleibt weitgehend
aus und bei 1,5kn Fahrt ist Fenderreiten angesagt. Ganz langsam ziehen wir an
Methana vorbei und nähern uns recht gemütlich der schönen Stadt am Peleponnes.
Am Schwimmsteg ist noch ein Plätzchen für uns frei. Leider kein Strom. Dafür
aber ein Liegegeld von 2,60 €. Wasser zum Nachbunkern für 5,00 €. Wir streifen
durch die Stadt, besuchen den Uhrturm und müssen doch noch mal eben ins Internet
Café. Der Abend klingt wild romantisch aus. Im Restaurant nahe unserer
Liegestelle erleben wir den vorerst kulinarischen Höhepunkt der Reise.
Vorspeisen, Wein, Red Snapper, Sardinen, Baby Thuna, und verschiedene andere
Grillfische, Kaffee, Absacker und Nachtisch. Bei der Rechnung zeigt es sich,
dass wir nicht beraubt wurden.
Dienstag: Wasserfassen in Poros. Noch schnell ein wenig für unterwegs
einkaufen. Superpreiswerte Hummerschwänze für die nächste Mahlzeit gefunden.
Klasse. Aber jetzt geht es los. Weiterfahrt durch den Kanal von Poros Richtung
Hydra. Vielleicht treffen wir heute den Rest unserer Flottille. Zwischendurch
kurzen Mailkontakt mit Vieth- Peter. Haben noch 20sm vor der Brust. Und wir
treiben sanft dahin. 3sm vor Hydra laufen wir nachmittags noch schnell eine
Badebucht an. Voll mit Seglern. Gut dann eben ein paar Meter daneben. Alles
voller Seegras, aber der Anker hält super. Ein bisschen schwimmen, ein bisschen
sonnen, ein bisschen was essen. Und schon geht es die letzten Meilen Richtung
Hydra. Während wir im Hafenbecken kreiseln entdecken wir die anderen an Land.
Ein kurzes Winken. Schwupps weg waren sie. Wir machen in dritter Reihe fest und
helfen noch den später angekommenen. Als eines von wenigen Booten machen wir uns
die Mühe und legen noch Achterleinen. So bekommt das Päckchen ein wenig
Stabilität. Wir kochen und machen uns dann auf den Weg, die Stadt bei Dunkelheit
zu erkunden. Hans Wilhelm trifft einen guten Freund (Martin Jakob), der auch
bereits Gisela Trossen unterwegs getroffen und begrüßt hat. Der Abend verläuft
harmonisch und auf dem Nachhauseweg über alle Boote treffen wir im
stockfinsteren zum ersten Mal auf den Rest der Flottille. Hans Althaus ist mit
seinem Bart und seiner Sonnenbrille in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Seine
Stimme aber dafür umso mehr. Wir trinken noch ein wenig zusammen, besprechen den
nächsten Tag und gehen dann gemeinsam zur Nachtruhe.
Mittwoch: Tatsächlich verlässt das Baggerschiff gegen 6:00 Uhr früh
seinen angestammten Platz. Vieth-Peter und Hans, die dort festgemacht hatten,
verlassen gleichzeitig den Hafen Richtung Spetses. Es ist fast noch dunkel und
wir noch ein wenig müde, deshalb beschließen wir den Tag etwas ruhiger
anzugehen. Es wird aber ruhiger als gedacht, denn wir kommen nicht weg. Das
Schiff vor uns kann seinen Anker nicht heben, da ein großes Fährboot darüber
U-Boot vor dem Peleponnes festliegt. Es wird wahrscheinlich früher Nachmittag
werden bis dass wir dann loskommen könnten. Aber die Männer hatten eine wirklich
gute Idee. Mit Landleinen haben sie das Boot gesichert und sich zum Anker
vorgearbeitet. Als der Anker dann unter größter Anstrengung von Maschinen und
Menschen frei kam, sahen auch uns schon auf den halben Weg nach Spetses. Der Funkkontakt mit Hans und Vieth-Peter war am bis
Mittag noch ganz o.k.. Wir machten uns deshalb mit dem Ziel, zwischendurch einen
Badestopp einzulegen, auf den Weg. Geankert haben wir dann auf Dokos, diesem
kleineren Eiland, auf dem wegen umfänglicher Ausgrabungen vor einigen Jahren
noch das Betreten verboten war. Ooh, das war einfach herrlich. Wir hätten auch
einfach dableiben können, aber wir wollten unsere Leute ja wieder sehen. Also
vergaßen wir das versunkene Handtuch und machten uns an die Weiterfahrt. Spetses
kam in Sicht, der Wind war recht schwach und wir dümpelten auf achterlichem Kurs
nur so dahin. In welchem Hafen waren sie bloß. Funkkontakt bestand keiner.
Nehmen wir mal den alten Hafen. Absolut tote Hose, aber dafür nur ein freier
Liegeplatz. Wo sind die anderen? Keine Nachricht. Die Stadt lag wie ausgestorben
da. Keine Geschäfte. Keine Möglichkeit etwas bunkern, noch nicht einmal Wasser.
Na gut. Kochen wir mal wieder selbst. Es gab „Hummerschwänze“. 3 Stück für
jeden. Ups, eine SMS von Vieth-Peter. Sind in Ermioni. Toll. Na, nun können wir
es nicht mehr ändern und bleiben hier. Das Essen, wie immer köstlich. Nur die
Schwänze entpuppen sich als hinterhältige Imitate ähnlich einer Fischfrikadelle.
Aber Hans Wilhelm hat tatsächlich Geschmack an die Dinger bekommen. Den Abend
beschließen wir ruhig und besinnlich.
Donnerstag: Ankergeschirr klappert. Aufgeregte Stimmen reden wild in
französisch und Wiener Dialekt durcheinander. Auf den Booten entsteht plötzlich
Leben und es gibt was zusehen. Die beiden Boote haben sich mit dem Bugkorb
ineinander verhakt und haben Schwierigkeiten voneinander loszukommen. Günther
geht Ruder Wir verlassen das Boot. Mit Hilfe der Achterleinen schaffen wir es
den Österreicher zurückzuziehen. Die Anketten werden frei und der erste Schreck
vorbei. Bei Schiffe sind frei und machen sich auf ihren Weg. Zeit für uns das
Frühstück langsam in Angriff zu nehmen. Denn heute wollen wir bis Methana.
Ablegen von Spetses. Der Wind ist nur ganz leicht zu spüren. Müssen wir etwas
motoren? Nein, beileibe nicht. Fast zusehens nimmt die Windkraft zu. Und nach
mehrmaligem Reffen geht es an Hydra vorbei Richtung Poros Ein toller Begleiter
hat sich an unsere Fersen geheftet. Nein kein Wal. Ein U-Boot, der mit seinem
Turm über dem Wasser fährt. Wir fahren außen
Freitag: Methana das Stinkestädtchen wollen wir nicht ohne ein Bad in
der Therme verlassen. Unsere Flottille zieht erstmal ohne uns weiter gen Athen
und wir Richtung Schwimmbad. Die Ernüchterung folgt allerdings auf dem Fuß. Mit
so einfach mal schwimmen ist nichts. Der Eintritt ist zwar mit knapp 3 €
spottbillig, aber ohne eine ärztliche Untersuchung kommen wir nicht rein. Wir
geben deshalb auf und machen uns ebenfalls auf den Heimweg nach Athen. Es wurde
ein harter Segeltag. Der Nordwind hat die See gut aufgebaut und der Wind kannte
auch kein Erbarmen. Gegen 19:30 Uhr fahren wir unter Licht in Kalamaki ein.
Unser Liegeplatz ist abgesperrt. Nun eine letzte kleine Herausforderung an uns.
Wir schaffen es. Festgemacht, unsere Flottille per SMS informiert, die kurz
darauf bei uns am Steg vorbeischaut. Gemeinsam geht es zum Abendessen ins
Restaurant von Vassilio. Ca. 15 min. zu Fuß. Der Geburtstag von Gisela Trossen
wird gefeiert.
Samstag: Wir packen, besorgen uns ein Auto und verabreden uns mit
Ilse, Gisela und Vieth-Peter für den späten Nachmittag. Nachdem das Boot
übergeben ist, besuchen wir die Akropolis. Nachdem wir Barbara und Günther zum
Flughafen gebracht haben, machen wir uns auf den Weg nach Lavrion und der Suche
unseres Hotel Saron. Am späten Nachmittag treffen wir uns alle wieder und
besuchen gemeinsam den Poseidon Tempel am Kap Sounion. Anschließend genießen wir
in dem bereits aus früheren Jahren bekannten Restaurant das leckere Essen.
Sonntag: Heute suchen wir in Lavrion erst mal wieder ein Internet Café. Die
anderen hingehen finden den Fischmarkt viel interessanter. Wir kommen nach.
Gisela können wir nicht dazu bewegen alte Steine anzuschauen. Also fahren wir
alleine zum Arthemis Tempel. Unser ursprüngliches Ausflugsziel sollte die Brücke
nach Euböa sein, aber dann wollte doch keiner mal eben 120 km fahren. Unterwegs
finden wir einen offenen LIDL-Markt. Wir können nicht widerstehen. Das Angebot
ist überwältigend. Schafskäsegebinde von bis zu 4 Kg werden zu einem günstigen
Preis offeriert. Wein, Käse, Chips sind unsere Favoriten. Auf dem Rückweg machen
wir noch einen kurzen Stopp und kehren ein. Wir halten Rast und Vieth-Peter
bekommt live auf dem Akkordeon „La Paloma“ serviert. Alle sind glücklich.
Montag: Am Vormittag geht es Richtung Flughafen. Wir 5e fliegen
gemeinsam nach Köln zurück. Dort holt uns HW junior ab und bringt uns alle nach
Hause. Poseidon Tempel (Kap Sounion) Auf der Akropolis Auch wenn wir dieses Mal
die Woche nicht komplett als Flottille unterwegs waren, so hatten wir eine
wunderschöne Woche mit viel Sonne und auch ordentlich viel Wind. In
wunderschönen Buchten sind wir geschwommen und haben lecker gegessen. Es war
herrlich. Vielleicht sehen wir Euch auch mal, beim nächsten Flottillentörn.
Wahrscheinlich auf den Balearen. |