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Home : Fahrtensegeln / Reiseberichte : Flottillensegeln 2005 in Griechenland

Flottillensegeln 2005 in Griechenland

von Heike Erlinghagen

Herbstferien im Oktober und der Flug geht nach Athen zum diesjährigen Flottillentörn des KYC. Zwei Boote sind schon seit einer Woche in der Ägäis unterwegs. Vieth-Peter kann uns nicht, wir versprochen, in Kalamaki begrüßen. Er hängt in Lavrion fest. Und so wollen wir versuchen uns irgendwo zu treffen.

Samstag: Das Wetter lässt zu wünschen übrig. Es ist zwar einigermaßen warm, aber der Himmel verspricht schon bei der Anreise übles. Hat er auch erhalten. Die Strandpromenade von Kalamaki bis Piräus wird von gewaltigen Brechern überspült. Es sieht aus wie auf der Malecon Promenade. Unser Restaurant hat fließend Wasser, allerdings mehr Meer auf dem Boden. Einige wild entschlossene wollen segeln, doch nach einer endlos erscheinenden Zeit machen die Boote kehrt und flüchten zurück in den sicheren Hafen von Kalamaki. Unser Boot ist auch nicht da. Es liegt auf Syros fest. Die Vorgänger Crew kam mit der Fähre. Auch nicht schlecht für uns. So gab es dann statt einer Oceanis 311 eine Bavaria Holiday 38. Kein schlechter Tausch. Spät in der Nacht kommen unsere Nachzügler Barbara und Günther. Den nächsten Tag wollen wir ruhig angehen lassen.

Sonntag: Nach einem leckeren Frühstück machen wir uns auf den Weg unsere anderen Boote zu treffen. Vieth-Peter Kiel und Hans Althaus sind bereits auf dem Weg nach Kea. Wir wollen auch dorthin. Doch die mehr als 40sm für den ersten Tag scheinen uns bei dem nun schwächlichen Wind nicht realistisch und motoren wollen wir nicht. Also schlagen wir einen 90° Haken und nehmen Kurs auf Ägina. Der Segeltag ist sehr angenehm und mit zunehmender Stunde frischt der Wind immer weiter auf. Am späten Nachmittag erreichen wir Perdika. Total überfüllt. Müssen daher in der Bucht frei ankern. Der Wind nahm zum Abend hin immer weiter zu, das Boot schlägt fest in die Ankerhaltung und wir denken mit Schrecken an die Felsen in unserem Rücken. Können nicht an Land.

Montag: Wau, kein Wind, die Sonne scheint, das Wasser lädt zum Baden ein. Wir machen uns ganz gemächlich auf unsere nächste Etappe. Ziel heute Poros. Der Motor bleibt weitgehend aus und bei 1,5kn Fahrt ist Fenderreiten angesagt. Ganz langsam ziehen wir an Methana vorbei und nähern uns recht gemütlich der schönen Stadt am Peleponnes. Am Schwimmsteg ist noch ein Plätzchen für uns frei. Leider kein Strom. Dafür aber ein Liegegeld von 2,60 €. Wasser zum Nachbunkern für 5,00 €. Wir streifen durch die Stadt, besuchen den Uhrturm und müssen doch noch mal eben ins Internet Café. Der Abend klingt wild romantisch aus. Im Restaurant nahe unserer Liegestelle erleben wir den vorerst kulinarischen Höhepunkt der Reise. Vorspeisen, Wein, Red Snapper, Sardinen, Baby Thuna, und verschiedene andere Grillfische, Kaffee, Absacker und Nachtisch. Bei der Rechnung zeigt es sich, dass wir nicht beraubt wurden.

Dienstag: Wasserfassen in Poros. Noch schnell ein wenig für unterwegs einkaufen. Superpreiswerte Hummerschwänze für die nächste Mahlzeit gefunden. Klasse. Aber jetzt geht es los. Weiterfahrt durch den Kanal von Poros Richtung Hydra. Vielleicht treffen wir heute den Rest unserer Flottille. Zwischendurch kurzen Mailkontakt mit Vieth- Peter. Haben noch 20sm vor der Brust. Und wir treiben sanft dahin. 3sm vor Hydra laufen wir nachmittags noch schnell eine Badebucht an. Voll mit Seglern. Gut dann eben ein paar Meter daneben. Alles voller Seegras, aber der Anker hält super. Ein bisschen schwimmen, ein bisschen sonnen, ein bisschen was essen. Und schon geht es die letzten Meilen Richtung Hydra. Während wir im Hafenbecken kreiseln entdecken wir die anderen an Land. Ein kurzes Winken. Schwupps weg waren sie. Wir machen in dritter Reihe fest und helfen noch den später angekommenen. Als eines von wenigen Booten machen wir uns die Mühe und legen noch Achterleinen. So bekommt das Päckchen ein wenig Stabilität. Wir kochen und machen uns dann auf den Weg, die Stadt bei Dunkelheit zu erkunden. Hans Wilhelm trifft einen guten Freund (Martin Jakob), der auch bereits Gisela Trossen unterwegs getroffen und begrüßt hat. Der Abend verläuft harmonisch und auf dem Nachhauseweg über alle Boote treffen wir im stockfinsteren zum ersten Mal auf den Rest der Flottille. Hans Althaus ist mit seinem Bart und seiner Sonnenbrille in der Dunkelheit kaum zu erkennen. Seine Stimme aber dafür umso mehr. Wir trinken noch ein wenig zusammen, besprechen den nächsten Tag und gehen dann gemeinsam zur Nachtruhe.

Mittwoch: Tatsächlich verlässt das Baggerschiff gegen 6:00 Uhr früh seinen angestammten Platz. Vieth-Peter und Hans, die dort festgemacht hatten, verlassen gleichzeitig den Hafen Richtung Spetses. Es ist fast noch dunkel und wir noch ein wenig müde, deshalb beschließen wir den Tag etwas ruhiger anzugehen. Es wird aber ruhiger als gedacht, denn wir kommen nicht weg. Das Schiff vor uns kann seinen Anker nicht heben, da ein großes Fährboot darüber U-Boot vor dem Peleponnes festliegt. Es wird wahrscheinlich früher Nachmittag werden bis dass wir dann loskommen könnten. Aber die Männer hatten eine wirklich gute Idee. Mit Landleinen haben sie das Boot gesichert und sich zum Anker vorgearbeitet. Als der Anker dann unter größter Anstrengung von Maschinen und Menschen frei kam, sahen auch uns schon auf den halben Weg nach Spetses. Der Funkkontakt mit Hans und Vieth-Peter war am bis Mittag noch ganz o.k.. Wir machten uns deshalb mit dem Ziel, zwischendurch einen Badestopp einzulegen, auf den Weg. Geankert haben wir dann auf Dokos, diesem kleineren Eiland, auf dem wegen umfänglicher Ausgrabungen vor einigen Jahren noch das Betreten verboten war. Ooh, das war einfach herrlich. Wir hätten auch einfach dableiben können, aber wir wollten unsere Leute ja wieder sehen. Also vergaßen wir das versunkene Handtuch und machten uns an die Weiterfahrt. Spetses kam in Sicht, der Wind war recht schwach und wir dümpelten auf achterlichem Kurs nur so dahin. In welchem Hafen waren sie bloß. Funkkontakt bestand keiner. Nehmen wir mal den alten Hafen. Absolut tote Hose, aber dafür nur ein freier Liegeplatz. Wo sind die anderen? Keine Nachricht. Die Stadt lag wie ausgestorben da. Keine Geschäfte. Keine Möglichkeit etwas bunkern, noch nicht einmal Wasser. Na gut. Kochen wir mal wieder selbst. Es gab „Hummerschwänze“. 3 Stück für jeden. Ups, eine SMS von Vieth-Peter. Sind in Ermioni. Toll. Na, nun können wir es nicht mehr ändern und bleiben hier. Das Essen, wie immer köstlich. Nur die Schwänze entpuppen sich als hinterhältige Imitate ähnlich einer Fischfrikadelle. Aber Hans Wilhelm hat tatsächlich Geschmack an die Dinger bekommen. Den Abend beschließen wir ruhig und besinnlich.

Donnerstag: Ankergeschirr klappert. Aufgeregte Stimmen reden wild in französisch und Wiener Dialekt durcheinander. Auf den Booten entsteht plötzlich Leben und es gibt was zusehen. Die beiden Boote haben sich mit dem Bugkorb ineinander verhakt und haben Schwierigkeiten voneinander loszukommen. Günther geht Ruder Wir verlassen das Boot. Mit Hilfe der Achterleinen schaffen wir es den Österreicher zurückzuziehen. Die Anketten werden frei und der erste Schreck vorbei. Bei Schiffe sind frei und machen sich auf ihren Weg. Zeit für uns das Frühstück langsam in Angriff zu nehmen. Denn heute wollen wir bis Methana. Ablegen von Spetses. Der Wind ist nur ganz leicht zu spüren. Müssen wir etwas motoren? Nein, beileibe nicht. Fast zusehens nimmt die Windkraft zu. Und nach mehrmaligem Reffen geht es an Hydra vorbei Richtung Poros Ein toller Begleiter hat sich an unsere Fersen geheftet. Nein kein Wal. Ein U-Boot, der mit seinem Turm über dem Wasser fährt. Wir fahren außen

Freitag: Methana das Stinkestädtchen wollen wir nicht ohne ein Bad in der Therme verlassen. Unsere Flottille zieht erstmal ohne uns weiter gen Athen und wir Richtung Schwimmbad. Die Ernüchterung folgt allerdings auf dem Fuß. Mit so einfach mal schwimmen ist nichts. Der Eintritt ist zwar mit knapp 3 € spottbillig, aber ohne eine ärztliche Untersuchung kommen wir nicht rein. Wir geben deshalb auf und machen uns ebenfalls auf den Heimweg nach Athen. Es wurde ein harter Segeltag. Der Nordwind hat die See gut aufgebaut und der Wind kannte auch kein Erbarmen. Gegen 19:30 Uhr fahren wir unter Licht in Kalamaki ein. Unser Liegeplatz ist abgesperrt. Nun eine letzte kleine Herausforderung an uns. Wir schaffen es. Festgemacht, unsere Flottille per SMS informiert, die kurz darauf bei uns am Steg vorbeischaut. Gemeinsam geht es zum Abendessen ins Restaurant von Vassilio. Ca. 15 min. zu Fuß. Der Geburtstag von Gisela Trossen wird gefeiert.

Samstag: Wir packen, besorgen uns ein Auto und verabreden uns mit Ilse, Gisela und Vieth-Peter für den späten Nachmittag. Nachdem das Boot übergeben ist, besuchen wir die Akropolis. Nachdem wir Barbara und Günther zum Flughafen gebracht haben, machen wir uns auf den Weg nach Lavrion und der Suche unseres Hotel Saron. Am späten Nachmittag treffen wir uns alle wieder und besuchen gemeinsam den Poseidon Tempel am Kap Sounion. Anschließend genießen wir in dem bereits aus früheren Jahren bekannten Restaurant das leckere Essen.
Sonntag: Heute suchen wir in Lavrion erst mal wieder ein Internet Café. Die anderen hingehen finden den Fischmarkt viel interessanter. Wir kommen nach. Gisela können wir nicht dazu bewegen alte Steine anzuschauen. Also fahren wir alleine zum Arthemis Tempel. Unser ursprüngliches Ausflugsziel sollte die Brücke nach Euböa sein, aber dann wollte doch keiner mal eben 120 km fahren. Unterwegs finden wir einen offenen LIDL-Markt. Wir können nicht widerstehen. Das Angebot ist überwältigend. Schafskäsegebinde von bis zu 4 Kg werden zu einem günstigen Preis offeriert. Wein, Käse, Chips sind unsere Favoriten. Auf dem Rückweg machen wir noch einen kurzen Stopp und kehren ein. Wir halten Rast und Vieth-Peter bekommt live auf dem Akkordeon „La Paloma“ serviert. Alle sind glücklich.

Montag: Am Vormittag geht es Richtung Flughafen. Wir 5e fliegen gemeinsam nach Köln zurück. Dort holt uns HW junior ab und bringt uns alle nach Hause. Poseidon Tempel (Kap Sounion) Auf der Akropolis Auch wenn wir dieses Mal die Woche nicht komplett als Flottille unterwegs waren, so hatten wir eine wunderschöne Woche mit viel Sonne und auch ordentlich viel Wind. In wunderschönen Buchten sind wir geschwommen und haben lecker gegessen. Es war herrlich. Vielleicht sehen wir Euch auch mal, beim nächsten Flottillentörn. Wahrscheinlich auf den Balearen.