Der Flönz Kapp ist eine schon langjährige Traditionsveranstaltung im Kölner Yacht Club. Schon seine Bezeichnung deutet darauf hin, dass er nur unter sportlichen Gesichtspunkten nicht ganz so ernst genommen werden will. Im Focus steht vielmehr, den Spaß am Segelsport für alte und junge Mitglieder und diejenigen, die es vielleicht noch werden wollen, durch das verbindende Band gemeinsamer Aktivitäten zu fördern. Dazu gehörte, dass die verschiedenen Teams ihre Ankunftszeit am Tagesziel im Voraus zu schätzen und bestimmte Rätselfragen rund um das Leben im Kölner Yacht Club zu beantworten hatten. Aus den Antworten wurde dann der Gewinner des Flönz Kapps ermittelt und bei der Abschlussveranstaltung in einem Restaurant in Stavoren geehrt. Wie stets war dabei unsere Spielwiese das niederländische Ijsselmeer und die Waddenzee.
Der diesjährige Flönz Kapp im Kölner Yacht Club vom 08. bis 11. Juni war ein voller Erfolg. Der südwestliche Sektor eines Hochdruckgebietes über der Nordsee bescherte uns nämlich über alle Tage gewaltigen Sonnenschein und Winde zwischen drei und sechs Beaufort aus Nordost bis Ost. 27 Menschen verteilten sich dabei auf den niederländischen Klipper Vriendschap und 5 Segelyachten.
Bereits am Mittwochabend trafen sich die 11 Klipper-Fahrer in Enkhuizen, um die festen und flüssigen Lebensmittel sowie die persönliche Ausrüstung einzustauen. Begrüßt wurden wir dabei von Skipper Jerome und dessen weiblichen Bootsmaat Bente. Der Klipper Vriendschap wurde in 1905 zu Wasser gelassen und 1985 vollständig zum Passagierschiff umgebaut. Auf 27 Meter Länge und 6 Meter Breite stand uns mit 9 Kabinen genügend Schlafraum zur Verfügung. Flönz Kapp-technisch befanden sich mit den Teams Hans Wilhelm und Holmer zwei Teams an Bord. Nach einem gemütlichen Frühstück rief uns Bente dann zum Ablegemanöver zusammen. Mit vereinten Kräften von Jung und Alt setzten wir nach Verlassen des Hafens das Vorsegel und das Großsegel, um bei nordöstlichem Wind auf die Kreuz gen Medemblik zu gehen. Es war Handarbeit angesagt, alles Tauwerk musste von Hand bedient werden. Winschen, gar E-Winschen suchte man vergebens an Bord. Abends bereitete Hans Wilhelm für uns einen Putenbraten an Gemüse und Kokos-Curry-Sauce zu, bevor die übrigen Teilnehmer zur Bordparty eintrafen. Am nächsten Tag ging es bei strammem Wind über die Schleuse in Den Oever nach Oudeschild auf Texel. Jetzt schäumt die See und die Großschot muss mit 5 Leuten bedient werden. Die Vriendschap läuft mit bis zu 10 Knoten beeindruckend schnell durch das Visjagersgaatje. Unser alter Fahrensmann Eugen hatte vier Sextanten an Bord gebracht und zeigte uns, wie zuverlässig die Astronavigation heute noch funktioniert. Es ist eine seiner Leidenschaften und so animierte er alle, bei den Sonnenmessungen mitzumachen. Selbst unsere junge Bootsfrau Bente schloss sich begeistert an. Abends zauberte Hans Wilhelm wieder in der Küche und servierte uns diesmal einen Roastbeef-Braten.  Am Samstag ging es dann über Den Oever zurück ins Ijsselmeer nach Stavoren. Jetzt wurde auch das Besansegel gesetzt. Noch mehr Arbeit! Die Manöver waren mittlerweile eingespielt und klappten immer besser. Bente zeigte uns dabei auch, wie auf so einem großen Schiff das ganze lose Tauwerk übersichtlich gestaut werden muss, um immer wieder sofort einsatzfähig zu sein. Im Ijsselmeer wurde dann auch noch der Klüver gesetzt. Das erforderte für die Mannschaft, die im Netz unter dem Klüverbaum arbeitete, Absicherung durch Rettungswesten. In der Schönheit der Natur des Ijsselmeeres und der Waddenzee spürten wir die Natur jetzt auch in unseren Händen. Mit Eugens anfeuerndem rhythmischen Shantygesang und Bentes aufmunternden Rufen bewegten sich die Segel wie von Geisterhand angetrieben am 3. Tag nach oben. Die Stimmung an Bord war sehr gut und die Stammbesatzung kompetent, hilfsbereit und freundlich. 
Am Samstagabend trafen wir uns dann zur Abschlussfeier und Siegerehrung im Restaurant De Posthoorn in Stavoren. Unser Vorsitzender Reinhard begrüßte alle Anwesenden und nahm später die Siegerehrungen vor. Vorstandsmitglied Axel erläuterte die Ergebnisse des Wettbewerbs und stellte fest, dass den Flönz Kapp dieses Jahr Petra mit Ihrer Segelyacht Flönz gewonnen hatte. Petra und ihr Teammitglied Oliver waren sichtlich überrascht, aber der Beifall war laut und gehörte Ihnen. Der erste Preis bestand nicht etwa in einem Pokal, sondern in einer kölschen Blutwurst, Flönz genannt. Den ersten Platz in der Wertung der Astro-Navigatoren gewann unsere niederländische Bootsfrau Bente, die mit einer Messung nur 1,1 Seemeilen neben dem wahren Ort gelegen hatte. Eine meisterliche Messung! Und schließlich gewann das Team Holmer noch den wirklichen Pokal, den motivierenden Dabei-sein-ist-Alles-Pokal. Der Tagessieg in der geschätzten Ankunftszeit in Stavoren reichte nicht aus, um das schlechte Rätselraten auszugleichen. 

Kölner Yacht Club e.V.

Steinstrasse 1
50996 Köln (Rodenkirchen)


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