| Es gibt noch Menschen, die schon seit über 40 Jahren in
Deutschland leben und noch nie auf Mallorca waren. Zwar nur einige, wie sich
schon bei der Vorbesprechung zum diesjährigen Flotilla-Segeln des KYC zeigte,
aber immerhin. Andere waren mit dem Revier seit Jahren vertraut, so dass gleich
eine Diskussion startete, ob man rund Menorca, bis Ibiza segeln, eine oder
mehrere Nächte einplanen sollte. Davon gänzlich unberührt war der Organisator
des Ganzen, Vieth-Peter Kiel. Sein Hinweis: „Lasst uns doch erst einmal sehen,
wie die Wetterlage sein wird und woher der Wind weht!“
Am Flughafen traf man sich in geselliger Runde, bei Sekt und diversen
Häppchen wurde die Warterei kurzweilig. Schön auch die kurze Flugzeit. Dann in
Mallorca wehte ein frisches Lüftchen. Als denn am Samstag, dem Tag der
Bootsübernahme, der Wind immer mehr auffrischte, stand fest, dass zumindest das
Schiff mit Skipper Frank Spottke und seiner Crew nicht noch am Nachmittag von
C’an Pastilla zu den beiden anderen Booten nach Palma kommen würde. So brachte
der Bus die übrigen zum Hafen von C’an Pastilla zum gemeinsamen Abendessen und
besseren kennen lernen. Hier durften wir auch selbst sehen, wie die Gischt den
Steg hinter der Mole immer wieder unter Wasser setzte. So war es fast unmöglich,
undurchnässt zwischen Duschen und Booten hin- und herzukommen, die Menschen
trugen bei lauer Luft ihr Ölzeug.
Wie so häufig – am nächsten Morgen hatten wir bestes Segelwetter und fuhren
mit unseren drei Oceanis 393 hinüber nach Cabrera. Die traumhafte Bucht lud alle
Crews zum Schwimmen ein, man konnte sich von Boot zu Boot besuchen. Sehr
aufgeschlossen auch die dortigen Naturschützer, die uns eine Tour quer über die
Insel zum gegenüberliegenden Leuchtturm empfahlen, um auf diese Art einen
unmittelbaren Eindruck zu gewinnen. Fast alle haben den 11 km langen Weg auch
geschafft, obwohl wir doch kein Wanderverein sind. Zur Erfrischung nach der
Rückkehr bot die einzige Cantina der Ansiedlung selbst gemachte Sangria – und
nur die, kein Wasser oder etwas anderes – so dass sich 15 durstige Kehlen recht
flott über die vorhandenen Bestände hermachten. Die drei letzten Gläser gab der
Wirt aus und schloss danach das Lokal für den Rest des Tages, vielleicht sogar
der Woche. Beschwingt machten sich die drei Beiboote in mehreren Fuhren wieder
auf den Rückweg zu den Booten, die vor Mooring lagen, und man war sich schnell
einig, dass eine Weiterfahrt an diesem Tag nicht mehr gelohnt hätte. Umso früher
war der Aufbruch am Folgetag. Rechtzeitig an die Startlinie kam nur die
„Daiquiri“ mit Skipper Vieth-Peter Kiel, diesen Vorsprung konnten die beiden
anderen Boote nicht mehr aufholen. Ziel war der Konfluenzpunkt zwischen 39 Grad
Nord und 3 Grad Ost, der bisher noch von keinem Boot reklamiert worden war. Ganz
mühsam war bei kräftiger Dünung das Heranpirschen an die richtige Stelle, so
dass per GPS das Erreichen des Punktes dokumentiert werden kann. Danach kann
dies Ergebnis im Internet hinterlegt werden. http://www.confluence.org
Also hat jetzt der KYC einen eigenen Konfluenzpunkt! Anschließend setzten alle
den Kurs auf Porto Pedro, das bei frischem Wind nachmittags erreicht wurde. Auf
einigen Booten wurde delikat gekocht, so dass der Duft von frischen
Krustentieren und handgerührter Ajoli den Hafen durchzog.
Von dem bildhübschen Hafenstädtchen führte der weitere Weg nach La Rapita und
von dort in einem langen Schlag, der uns auch die erhoffte Dunkelfahrt brachte,
nach Puerto de Andraitx. Die „Mar Salada“ unter Skipperin Heike Erlinghagen war
zu-erst da und organisierte die Liegeplätze für die beiden weiteren Boote, denn
auch dieser Hafen war sehr ausgelastet. Abends traf man sich zum gemeinsamen
Fischessen im Restaurant und ließ gemeinsam den Törn ausklingen, denn am
nächsten Tag musste jedes Schiff wieder den Ausgangshafen aufsuchen. |