Geschichte der Rheinwoche

erstellt am: 09.08.2010 | von: redakteur | Kategorie(n): Geschichte, Rheinwoche

Die Geschichte der Rheinwoche

ein Rückblick von Hans Althaus

In den Annalen des Kölner Yacht Clubs ist nachzulesen, dass das erste Segelboot eines Sportlers um 1850 auf dem Rhein auftauchte. 1885 gründete sogar eine Gruppe von Herren den Kölner Segler Club, der wegen innerer Zwistigkeiten jedoch nur einen kurzen Bestand hatte. Nur vereinzelt waren Segler um diese Zeit auf dem Rhein zu sehen.

Weiter ist nachzulesen, dass sich Ende des 19. Jahrhunderts der Segelsport im Rheingau gut entwickelte und besonders von der Segelabteilung des Wiesbadener Ruderclubs, des Frankfurter Rudervereins und von Offenbacher, Mainzer und Rheingauer Einzelseglern getragen wurde. Ursprünglich war das Zentrum dieses Sports in Schierstein, später in Walluf. Aus diesen Keimzellen entstand im März 1898 der Mittelrheinische Seglerverband, dem auch niederrheinische Segler aus Köln und Duisburg beitraten. Schon 1898 nahmen Kölner Boote an Wettfahrten teil. Bereits ein Jahr später, im November 1899, erweiterte er auf seinem Verbandstag in Köln seinen Namen in Rheinischen Seglerverband (RSV), um alle Segler am Rhein zu erfassen.

Zu den eifrigsten Mitgliedern dieses Verbandes gehörte Josef Collardin. Er betrieb einen engeren Zusammenschluss der Kölner Segler mit dem Erfolg, am 27.01.1900, am Tage des Kaisers Geburtstags aus Mitgliedern des “Rheinischen Seglerverbandes” und des “Kölner Rudervereins von 1877″ unseren Club, den “Kölner Segler Club” (KSC – so hieß damals unser Club – nachfolgend immer “Kölner Yacht Club” (KYC) genannt), zu gründen. Er vollzog damit die seit dem letzten Rheinischen Seglertag angestrebte Vereinigung. Er wurde der erste Vorsitzende. In der damaligen Zeitschrift WASSERSPORT vom 8. Februar 1900 heißt es weiter: “Dem Club sind 33 Mitglieder mit den Booten ,Aeolus’, ,Isolde’, ,Fee’, ,Johanna’ und ,Bertha’ beigetreten, außerdem ist die Erwerbung eines Clubübungsbootes beabsichtigt. Der Clubstander ist weiß mit rotem Stern, das Vereinslokal befindet sich gemeinschaftlich mit dem des Kölner Rudervereins im Gürzenich Bierkeller. Nach Mitgliederzahl und Gesamtvermessungsgröße des Bootsmaterials dürfte der Kölner Segler Club bei Beginn der Saison die stärkste Ortsgruppe im Rheinischen Seglerverband darstellen.” Sofort erfolgte der Anschluss an den bestehenden RSV. Bereits am 8. September 1901 wurde die erste gemeinsame Wettfahrt durch den RSV ausgeschrieben und von Bonn nach Köln gefahren. Von 21 gestarteten Booten waren 5 Kölner.

Der “Segelclub Rheingau” (SCR) wurde am 11. Oktober 1900 in Niederwalluf gegründet und war bedingt durch seine Lage Mittelpunkt der seglerischen Aktivitäten in diesem Revier.

1902 hatte inzwischen der KYC seinen Standort in Rodenkirchen gefunden. Seine erste clubinterne Wettfahrt veranstaltete er am 13. Juli 1903 von der Gronau nach Rodenkirchen. Schon wenig später wurden mit dem Bonner Segler Club jetzt (BYC) und Düsseldorfer Yacht Club (DYC) Regatten ausgetragen.

Aber schon 1908 heißt es in den KYC -Annalen, dass die Verbindung mit dem RSV fast aufgehört hatte und der Club nur noch interne Wettfahrten betrieb. 1912 kam es, um die sportlichen Beziehungen der Nachbarvereine untereinander zu fördern, um die Überschneidung von Wettfahrtterminen zu vermeiden und um die Bewertung verschiedener Boote zu ermöglichen, mit dem DYC, dem BYC und dem RSV zur Gründung des Wettfahrtausschusses Rheinischer Segler Vereine (WRS).

Der erste Weltkrieg (1914-1918) brachte das sportliche Segeln auf dem Rhein zum Erliegen. Erst nach dem Kriege, auch bedingt durch behindernde Verordnungen der Besatzungsmächte, erholte es sich langsam. 1920 wurden wieder Wettfahrten aufgenommen.

Als 1921 der KYC dem Deutschen Segler Verband (DSV) beitrat, erübrigte sich eigentlich der Wettfahrtverband, da auch die anderen Vereine dem DSV beitraten und dessen Wettsegelbestimmungen anerkannten. Um aber die sportlichen Beziehungen weiter pflegen zu können, wurde der WSR in einen ständigen Ausschuss Rheinischer Seglervereine umgebildet, dem Vereine von Offenbach bis Emmerich angehörten. Diesem Ausschuss ist das Entstehen der “Rheinischen Seglerwoche” (Rheinwoche) zu verdanken, die erstmals 1922 veranstaltet wurde. Willy Redeke, unser damaliger Vorsitzender, hatte sich maßgeblich dafür eingesetzt. Später übernahm die Ausrichtung die Regattagemeinschaft Mittelrhein Niederrhein.

Die erste Rheinwoche wurde 1922 vom BYC, DYC, Ürdinger YC und KYC ausgerichtet und verlief von Andernach bis Emmerich. 60 Boote waren am Start. Im vom KYC herausgegebenen Programm heißt es: “Wir glauben allen Teilnehmern eine Pfingstwoche in Aussicht stellen zu können, wie sie eigenartiger und abwechslungsreicher nie geboten war.” In den Annalen der Monatsversammlung vom 3.8.1922 ist nachzulesen, dass die erste Rheinwoche für alle Beteiligten im Ganzen genommen als voller Erfolg bezeichnet werden musste. Die Kosten wurden mit 15.000,– RM beziffert. Trotz dieser Kosten und “verschiedener anderer Kleinigkeiten” war die Versammlung der Ansicht, an der Abhaltung der Rheinwoche im nächsten Jahr festzuhalten.

Die längste bisherige Rheinwoche war 1925 mit dem 25-jährigen Jubiläum des KYC verbunden und ging vom 18. bis 26. Juli 1925 von Gernsheim bei Worms bis Emmerich.

Im September wurde beschlossen, die Rheinwoche ab 1927 u. a. möglichst auf der Strecke Koblenz oder Andernach bis Emmerich abzuhalten. Die Gesamtüberwachung unterstand dem KYC, während die einzelnen Teilstrecken von den in Frage kommenden Vereinen durchzuführen waren. In diesem Jahre wurde sie vom KYC ausgeschrieben und “in vorbildlicher Weise” durchgeführt.

Die letzte zusammenhängende Rheinwoche war 1929 von Mainz bis Düsseldorf. Zunehmend war es zu einer Trennung der Segler vom Nieder- und Mittelrhein gekommen.

Im Jahre 1934 wurde die Auflösung des Segelclub Rheingau verfügt und das gesamte Vermögen dem Rheinischen Seglerverband zugeführt.

1936 hieß es in den Monatlichen Nachrichten – so nannte sich damals die Clubzeitschrift des KYC: “Die Clubwettfahrt der Rheinwoche ist für alle Mitglieder Pflichtwettfahrt.” Sie wurde vom 4.-5. Juli 1936 von Brohl nach Düsseldorf gesegelt.

1937 fand die Rheinwoche wie im Vorjahr am 3.-4. Juli 1937 statt. Neu war – und hier erkennt man wieder ein Zeichen der Zeit -, dass sie mit der Gaumeisterschaft ausgesegelt wurde.

Die letzte Nachricht bis zum 2. Weltkrieg ist eine Zeitungsmitteilung mit der doppelsinnigen Überschrift: “Ausklang der Rheinsegelwoche 1939″. Sie fand wiederum zwischen Brohl und Düsseldorf statt. Schnellstes Boot der Wettfahrt war die Kölner Yacht “Hanseat”.

Stelle vermerken, dass ihm für seinen Bericht nur unzureichende Unterlagen zur Verfügung standen. Nicht genannte Rheinwochen besagen nicht, dass sie ausblieben. Dieses traf jedoch für den 2. Weltkrieg (1939-1945) zu.

Die Rheinwoche, so ist es in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des Segelclub Rheingau aus dem Jahre 1950 nachzulesen, war eine Segelregattareihe, die von Oppenheim über Mainz in den Rheingau bis Oestrich und von Koblenz bis nach Düsseldorf gefahren wurde. Sie wurde von der Rheinischen Seglervereinigung in Verbindung mit den Segelvereinen vom Niederrhein veranstaltet und war der segelsportliche Höhepunkt bis zum zweiten Weltkrieg.

Die weitere Entwicklung verlief für den KYC nicht günstig. Durch den 2. Weltkrieg wurde er in seinem Bestand auf die Gründerjahre zurückgeworfen.

Am 19. April 1947 kam es zur Wiedergründung des 1900 gegründeten “Segelclub Rheingau”. Durch Beschluss der Versammlung wurde der Rheinische Seglerverband aufgelöst, das noch vorhandene Vermögen des RSV in den Besitz des SCR überführt und der SCR als Traditionsverein des RSV bestimmt. Noch im selben Jahr am 28.08.1947 wurde die erste Weltfahrt nach diesem Kriege mit Seglern aus Niederwalluf, Köln, Bonn und Düsseldorf mit vollem Erfolg ausgetragen. Der weitere Aufschwung war unverkennbar. Die Regattatermine am Mittelrhein wurden von der Regattagemeinschaft Mittelrhein geplant.

Am 27. Januar 1950 erreichte den KYC folgendes Schreiben des Segelclub Rheingau: “Liebe Sportkameraden! Dem Kölner Segler-Club zum 50-jährigen Jubiläum die herzlichsten Glückwünsche und guten Wind für ein weiteres einhalb Jahrhundert.

Wir erlauben uns dem Kölner Segler-Club als Zeichen unserer guten Freundschaft und gemeinsamen Sportes auf unserem schönen Rhein ein Bild der so gern und viel besuchten Niederwallufer Bucht zu überreichen. Möge durch dieses Bild bei unseren Kölner Kameraden der Wunsch recht oft in den Rheingau zu kommen geweckt werden. Mit Segler Gruß Ahoi! Segel-Club Rheingau.”

Die erste Rheinwoche nach dem 2. Weltkriege wurde 1949 von Rhöndorf nach Düsseldorf gesegelt. Die damalige “Schwierigkeit” war, die in Köln wegen aller zerstörten Brücken errichtete Pontonbrücke zu überwinden. Am 28. März 1951 war die Gründung des Segler Verbandes NRW; der KYC gehörte zu den 10 Gründungsmitgliedern.

den veranstaltenden Verein der Rhein-Segel-Woche 1951 gehörte noch der Segelclub Rheingau. Am 18.-19.8.1951 fanden zwei Regatten im Rheingau statt. Die übrigen Wettfahrten wurden vom 25.08.-26.08.1951 zwischen Brohl und Düsseldorf ausgetragen.

1952 wurde die Rheinwoche vom 6.-7. Juni 1952 wieder von Brohl nach Düsseldorf veranstaltet.

Die Rheinwochen vom 18.-20. 06.1954 und vom 02.-04.09.1955 fanden von Koblenz bis Düsseldorf statt. Die Rheinwoche 1956 wurde vom 31.08.-02.09.1956 von Koblenz bis Düsseldorf durchgeführt; der KYC hatte die Gesamtausrichtung.

Von der Rheinwoche 1961 berichtete ein Piratenvorschoter in den Clubmitteilungen aus der Sicht eines Anfängers von der Jubiläumsregatta des BYC von Koblenz nach Oberwinter.

1965 war es zur Gründung der Regattagemeinschaft Mittelrhein-Niederrhein gekommen, die aus den bei den Regattagemeinschaften Mittelrhein und Niederrhein hervorgegangen war. Auf der erstmals eingleisig gefahrenen Rheinwoche 1965 zwischen Brohl und Wesel konnte unser Mitglied Herr Kersten mit einem 20er Jollenkreuzer drei Siege und drei 2. Plätze erringen.

Bei der Rheinwoche 1968 war die Jugend mit sechs und die Senioren mit zwei Jollenkreuzern am Start. Von sechs Starts konnten fünf 1. Preise und ein 2. Preis ersegelt werden. Außerdem konnte der Punktpreis des DSV für den 15 qm Jollenkreuzer gewonnen werden.

Ausrichter der Rheinwoche 1969 war vom 24.-26.05.1969 der KYC. Er war mit 7 von 59 Booten vertreten. Am 1. Tage wurde in Brohl und Oberwinter gestartet. Unvergessen blieb das Spinnakermanöver des Jollenkreuzers “Justos”. Abends war die erste Preisverleihung auch für Clubangehörige im Clubhaus. Der 2. Tag ging über Hitdorf nach Neuß und der 3. über Duisburg nach Wesel. Nach dem Bericht der damaligen Clubzeitschrift waren alle mit der Organisation, dem Regattaverlauf und den gewonnenen Preisen zufrieden. Zum Abschied hieß es schon damals: “Na, dann bis zum nächsten Jahr!”

Wegen Hochwasser fiel die Rheinwoche 1970 aus.

1971 war für die Segler des KYC die Rheinwoche das große Ereignis der Saison. Etwas mehr stand in der nächsten Clubzeitschrift: “Zur Rheinwoche wurden die Zugvögel ‘Pitt’ und ‘Albertina’, der Pirat ‘Schäl’ und die neue Yacht ‘Rasmus’ nach Brohl gebracht. Mit List und Glück konnten wir den ersten Platz bei den Piraten belegen. Wegen Flautentreibens war Volmerswerth für die Kölner Boote Endstation der Regatta. Lustige Schleppfahrt zurück nach Rodenkirchen. Mehr als 30° C, entsprechend groß der Limonaden und Bierkonsum.”

1972, die Rheinwoche wurde 50 Jahre alt, war der KYC wieder mit mehreren Booten dabei. Ralph Siebenhaar gewann den “Werner Geyer Gedächtnispreis” und den Punktpreis des DSV.

1973 fand die Regatta zwischen Brohl und Wesel statt. Insgesamt waren 43 Boote am Start. Ralph Siebenhaar gewann wieder den “Werner Geyer Gedächtnispreis”. Bernd Ostermann und Paul Siebenhaar gewannen in der Ausgleichsgruppe. Der interessanteste Bericht stammt von den “Motorbootfreunden”: Motorbootfahrer bemuttern “Rheinwoche”-Segler. Gut vorbereitet war die Organisation seitens des KYC. Und deshalb klappte alles wie am Schnürchen: Annehmen der Boote, Beflaggung des Bootshauses und ganz hervorragend die Ausgabe der Verpflegung. Der Club stellte etwa 100 Portionen Erbsensuppe mit Brötchen, 60 Liter Bier und je Boot einen Verpflegungsbeutel mit Keks, Nüssen und Getränken kostenlos für die Teilnehmer der RheinwocheRegatta. Hier trauten die Segler ihren Augen nicht: In Köln gab es für die Regatta-Teilnehmer tatsächlich eine warme Mahlzeit! Köln hat eben nicht nur Herz und Humor, sondern auch gepflegte Esskultur. Bier und Marschverpflegung ans Boot gebracht, und das von der “Konkurrenz”, den Motorbootfahrern. Die Segler waren nicht nur voll des Bauches, auch des Lobes. In Hochstimmung ging es an den Start zur nächsten Etappe. 1000 Dank den Helfern für ihren sportlichen Einsatz!

1974 wurde das Hafenfest des Kölner Segler- und Motorsportverbandes (KSMV) mit der Rheinwoche in Rodenkirchen zusammengelegt. 73 Boote nahmen an der Regatta teil. Ralph Sieben haar gewann zum 3. Male und damit endgültig den Preis. Besonders gut soll die Stimmung im Laderaum des Bootshauses gewesen sein.

1975, zum 75. Clubjubiläum, liefen letztmals Segelboote – es waren 70 – bei einer Rheinwoche unser Bootshaus an. Mit Erbsensuppe und Freibier wurden die ersten Siege gefeiert. Ab dieser Zeit, nämlich am 12.10.1975, wurde in Porz ein neuer Segelhafen eingeweiht.

1977 nahmen Paul Siebenhaar, Kurt Breuer und Walter Richter mit der “Colonia” an der Regatta von Porz bis Emmerich teil. Zum Schluss waren sie erstaunt, nicht einmal das langsamste Schiff gewesen zu sein. Die Crew schickte der Regattaleitung in Anerkennung ihrer geleisteten Arbeit einen Fährhausbierkrug, was Erstaunen und Dank zugleich hervorrief! Für Jahre erlosch jedoch das Interesse der Clubmitglieder, an dieser Regatta teilzunehmen.

Erst ab 1984 nahmen Clubmitglieder wieder regelmäßig an dieser Regatta teil und ebenso regelmäßig wurde hierüber in den jährlichen Clubzeitschriften berichtet. Mit Vorliebe wurden die Schwertzugvögel “Albertina”, “Bettina” und “Pitt” hierzu benutzt. 1985 wurde die Mitgliedschaft in der Regattagemeinschaft Mittelrhein-Niederrhein reaktiviert. Der KYC besann sich wieder darauf, dass der Rhein für Jahrzehnte sein eigentliches Revier gewesen war. Treibende Kraft war der damalige Vorsitzende Prof. Hermann Josef Anton, der

schon 1982 wieder dabei war und bis heute regelmäßig mit seinem Boot an dieser Wettfahrt teilnimmt. Er war es auch, der 1988 dem Segelclub Rheingau zur 90. Geburtstagsfeier des RSV gratulierte. Mit damals auf dem Rhein waren Hans Althaus, Jobs Hackmann, Klaus Hammel, Olaf Krings und Rochus Strothmann.

1985 gedachte der KYC der Tatsache, dass bereits 1885 in Köln ein Segler Club gegründet worden war, der sich jedoch nach kurzer Zeit wieder auflöste. Das Sommerfest stand unter dem Motto: ” 100 Jahre Segeln auf dem Rhein”. Ein Jahr später fand über dieses Thema eine Ausstellung in den Räumen der Sparkasse Rodenkirchen statt.

1985 übernahm Hans Althaus von Max Weiss das Amt “Rheinsegeln” als Sportwart. Er war daran interessiert, noch mehr Clubmitglieder an das Rheinsegeln heran zu führen. Im selben Jahr trat Klaus Diemert (DSV) nach Helmut Bräutigam (Neuß) den Vorsitz in der Regattagemeinschaft Mittelrhein-Niederrhein an, dem freiwilligen Zusammenschluss der Segelvereine zwischen Koblenz und Emmerich.

1987 zum 65-jährigen Jubiläum der Rheinwoche gewann Klaus Hammel mit Vorschoter Olaf Krings in der Klasse der Schwertzugvögel die Rheinwoche. Er erwies sich in den folgenden Jahren als der erfolgreichste Skipper dieser Wettfahrt für den KYC.

1989 war der KYC mit dem CfWP Ausrichter der Kleinen Rheinwoche, die in der Regel nach Pfingsten an einem Wochenendtage meist über eine Regattastrecke abgehalten 1990 war der KYC auf der Strecke Oberwinter – Leverkusen sogar Alleinausrichter. Die Regatta musste jedoch wegen Flaute abgebrochen werden. Sie hat sich als Dauerveranstaltung nicht durchgesetzt.

In der Wintersitzung der Regattagemeinschaft meldete der Vorsitzende des KYC seinen Club für die Ausrichtung der Rheinwoche 1992 an.

1990 war auf der Rheinwoche mit 140 Booten eine Rekordbeteiligung. Es konnten gute Plätze ersegelt werden. Erwähnt werden muss an dieser Stelle Wolfgang Ledschbor, der mit seiner Bavaria “Oskar” vom Starnberger See anreiste und bis heute diese Tradition wahrt. Die Oskar-Crew mit Klaus Hammel als Skipper ist bis heute das erfolgreichste Schiff des Clubs der Rheinwoche: 1996 und 1998 war es punktbestes Boot und gewann den Wanderpreis “Teller der Bundeshauptstadt Bonn”. Dreifach wurde der Wanderpreis “Modell Oberländer Rheinschiff’ ersegelt.

1991 schrieb der damalige Redakteur der Clubzeitschrift: “Wer in unserem Club hätte nicht schon seit einigen Jahren bemerkt, dass sich wieder einige Rheinsegler bewegen. Hans Althaus, Hermann Josef Anton, Klaus Hammel und Olaf Krings sind nur einige (in alphabetischer Reihenfolge) der Clubkameraden, die sich in dieser Hinsicht hervorgetan haben …” Der KYC war mit sieben Booten dabei. Klaus Hammel schrieb dazu: “Alles in Allem müssen unsere befreundeten Clubs wohl zur Kenntnis nehmen, dass es den Kölner Yacht Club am Rhein tatsächlich gibt und das schon in stabiler Besetzung seit einigen Jahren …”

Nach Jahren war der KYC 1992 wieder Ausrichter der Großen Rheinwoche. Der Vorstand konnte wollte sich dieser Aufgabe nicht entziehen. War sie doch überfällig geworden, da er doch Jahrzehnte auf dem Rhein eine führende Rolle gespielt hatte, die er nicht verspielen durfte. Würde er doch sonst hier in das sportliche Abseits geraten. Es wurde in diesem Jahre die herausragende Clubveranstaltung. Seit einem Jahr liefen die Vorbereitungen. Viele Besprechungen und Ortsbesichtigungen auch mit dem Mitveranstalter, dem Yacht Club Rhein-Mosel (YCRM) in Koblenz, sowie unzählige Telefonate, Faxe und Briefwechsel fanden statt. Ein sehr großes Problem war der fehlende Hafen in Rodenkirchen, war doch das Bootshaus vor Jahren verkauft worden. Hier halfen dem KYC unkompliziert die belgischen Pioniere von der anderen Rheinseite mit einem Pontonhafen, den sie vor dem Clubhaus der 1877er in wenigen Stunden errichteten. Die Beteiligung war groß: 140 Boote, davon acht vom KYC, hatten gemeldet. Alles war vorbereitet; selbst ein Plakat war gedruckt worden. Der “Regattaheiligabend” am Freitag vor Pfingsten wurde gelungen vom YCRM mit Musikkapelle auf deren Clubgelände gestaltet. Am nächsten Morgen sollte eigentlich vor dem Koblenzer Stadtpanorama werden. des plötzlich

nen Wasserstands war für einige Boote eine Brücke nicht mehr zu passieren, weshalb der Start stromabwärts an die alte Stelle verlegt werden musste. Die Tücke des Windes wollte es, dass es für viele zu einem “Flautenstart” wurde. Der nächste Start in Brohl war problemlos, und alle Boote konnten pünktlich in Oberwinter einlaufen. Die erste Siegerehrung fand im Schützenhaus statt, und mancher kann sich noch an die ausgelassene Feier bis tief in die Nacht erinnern. Am nächsten Tage, Pfingstsonntag, war zwar ein Sonnentag, aber mit vollständiger Flaute. Schließlich mussten die Boote nach Rodenkirchen geschleppt werden. Hier herrschte bald beste Stimmung. Der Pontonhafen der Belgier bot reichlich Platz. Auf der Terrasse des Clubhauses sorgte Charly Niedeck mit seiner Band für Stimmung. Grußworte sprachen Gerhard von Dreusche, Bezirksvorsteher Köln-Rodenkirchen, Klaus Dieter Rosenfeld, Vorsitzender des Segelverbandes NRW und Dr. Klaus Diemert, Vorsitzender der Regattagemeinschaft, und alle wurden geehrt, die sich wegen dieser Regatta verdient gemacht hatten. Der Start am Pfingstmontagmorgen unterhalb der Rodenkirchener Brücke war problemlos. Beeindruckend war für den Zuschauer auf der Deutzer Rheinseite, die Segelboote am Kölner Stadtpanorama vorbeiziehen zu sehen. Die letzte Wettfahrt ab Leverkusen-Hitdorf endete vor Neuss mit dem Durchzug einer Gewitterfront. Zum Schluss wurden noch einmal reichlich Preise verteilt. Der Club konnte zwei Sieger stellen:

Nils Warnken (Schwertzugvogel) und Christine Pick (Yardstick bis 108). Allen Verantwortlichen sei an dieser Stelle noch einmal für ihren Einsatz gedankt. Der Kölner Stadt-Sport-Bund ehrte den KYC für die Ausrichtung mit einer Urkunde. Klaus Diemert, seit Jahren Vorsitzender der Regattagemeinschaft, meinte: “Eure Rheinwoche war prima!”

1998 war der Düsseldorfer Yacht Club Ausrichter. Sein Novum war, das Passagierschiff “Siebengebirge” zu chartern, das zugleich als Bagage-, Schlaf- wie Veranstaltungsschiff diente und Crews wie Schiffe der Regatta begleitete. Ein sicher nicht schlechter Gedanke, nur der Veranstalter musste dafür tief in die Tasche greifen.

Das Jahr 1999 begann mit einer bemerkenswerten Neuerung. Am 18. März schlossen sich in Düsseldorf 21 der am Rhein beheimateten Wassersportvereine von Wiesbaden bis Emmerich zu einem gemeinsamen Verein, der Regattagemeinschaft Rhein e.V., zusammen.

Auf diese Weise wurde die bisher in lockerer Form betriebene Regattagemeinschaft Mittelrhein-Niederrhein auf eine feste Basis gestellt. Sie soll den Ausrichtern der Rheinwoche mit Rat und Tat zur Seite stehen, um die größte Flußregatta der Welt so attraktiv wie möglich zu gestalten. Rolf-Dieter Müller vom KYC ist Vorstandsmitglied.

2000 wurden der KYC 100 Jahre und der YCRM 50 Jahre alt und beide sind die Ausrichter der Rheinwoche 2000.


Kommentare

Kommentar schreiben


× 1 = drei