Geschichte des Clubhauses

erstellt am: 04.09.2010 | von: redakteur | Kategorie(n): Allgemein, Geschichte, Historie

Es ist sicherlich etwas Schönes, als Club ein eigenes Clubhaus zu besitzen. Dies um so mehr, wenn es in einer exponierten Lage, in einer der schönsten Ecken von Rodenkirchen liegt. Jedoch ist die Geschichte des Clubhauses immer wieder durch Höhen und Tiefen geprägt, die es zu überwinden gilt.

Einen wesentlichen Beitrag zur Behaglichkeit des Clubhauses leistet unser Pächter mit seinem Restaurant “Fährhaus”. Wir empfehlen  Ihnen einen Besuch.

In Ermangelung eines eigenen Hafens vor der Haustüre müssen Fährhaus und Clubräume den nötigen Ersatz bieten, Gemütlichkeit und Atmosphäre ausstrahlen und zum Klönen für Clubmitglieder, liebe Freunde und nette Gäste zur Verfügung stehen.

ERWERB 1912

Das Mitglied Arnold MERTENS (genannt “dä Nöll”) erwarb die drei so genannten Michelshüs’ chen, es handelte sich um drei neben der alten Kapelle gelegene alte Fachwerkhäuschen am Leinpfad. Gegen geringe Miete bezog der Club die Häuschen. Damit war das endgültige Domizil des Clubs gefunden. Mit enormer Begeisterung und Aufopferung wurden die Häuschen ausgebaut und zu einem gemütlichen Seglerheim gestaltet, der Flaggenmast errichtet und die Terrasse geschaffen.

Im Jahre 1912 wurde nach heutiger Sicht ein glücklicher Beschluss in der Hauptversammlung vom 10.11.1912 gefasst. Unter Vorsitz von Erich MANN wurde entschieden, die drei gemieteten Häuschen mit Terrasse des Herrn Mertens als Eigentum zu erwerben. Nachdem anschließend hieran auch das angrenzende vierte Häuschen mit zugehöriger Terrasse käuflich erworben war, war der Club im Besitz des ganzen, neben der alten Kapelle gelegenen Blocks; sicher der schönste Punkt an der Rodenkirchener Rheinpromenade.

UMBAU 1922

1919 war ein schwarzes Jahr für den Club. Ende Dezember und Mitte Januar 1920 stieg der Rhein bis an das obere Stockwerk des Gebäudes, zerstörte die Inneneinrichtungen und das Mobiliar. Wieder mussten die Mitglieder für die Beschaffung und Instandsetzung bedeutende Beträge zeichnen.  Herrn Wilhelm REDEKE. Er führte den Club von 1920 bis 1929. Er nahm sofort die Erweiterung und den vollständigen Umbau des Clubhauses vor. Glücklicherweise für uns griff er nicht auf die vor Kriegsausbruch ausgearbeiteten Gesamtneubaupläne zurück, sondern begnügte sich mit dem inneren Umbau und der äußeren Renovierung des Hauses Die Einweihung konnte am 26. Juni 1921 feierlich begangen werden.

Im November 1924 wurden die Clubräume durch ein Hochwasser erheblich beschädigt, aber da die Flut schnell zurück ging war der Schaden nicht so groß geworden.

UMBAU 1949

Das größte Problem für den Club war 1947 zunächst eine Generalrenovierung des Clubhauses. In diesem bereits zweimal umgebauten, dauernd renovierten Haus standen noch hundert Jahre alte Lehmwende und Decken. Trotz nicht gesicherter Finanzierung wurde mit dem Umbau begonnen. Schon die ersten Abbrucharbeiten zeigten, dass es sich nicht um eine Verschönerung, sondern um eine dringende Notwendigkeit handelte. Die Lebensdauer der Mauern und Decken war längst überschritten; die Hochwasserwellen hatten das ihre zur Aushöhlung des Rohbaues beigetragen. Erfreulicherweise hat Architekt BAUMANN sich mit der Gestaltung ganz der dominierenden Kapelle untergeordnet und dem Haus damit den endgültigen, jetzigen Charakter verliehen. Das morsche Holzgitter als Einfriedung der Clubterrasse wurde durch eine Steinmauer, die Heinz GREIN auf seine Kosten ersetzen ließ, ausgewechselt. Im Herbst 1949 konnte der Richtbaum gesetzt werden.

UMBAU 1975

Ein Winterfest wurde 1974 nicht abgehalten, weil 1975 ein umfangreiches Jubiläumsfest am Gründungstag, dem 27. Januar (Kaiser’s Geburtstag) im Hotel Interconti stattfinden sollte. Das Leben in unserem Clubhaus hatte sich nachteilig verändert. Im vorigen Jahr war unser Pächter Peter BALCZUN gestorben. Ein immer fröhlicher Mann, zu später Stunde immer bereit, noch eine Runde “Pilkalla”, einen Korn mit einer Scheibe Leberwurst darauf, zu spendieren. Seine Frau und sein Sohn führten das Geschäft weiter, aber mehr als Nachmittagskaffeebetrieb, so dass die Mitglieder abends anderswo essen mussten und immer unlustiger das Haus betraten. Der Wunsch des Vorstandes war, nach Beendigung des Pachtvertrages ein neues Pachtverhältnis so zu gestalten, dass der neue Pächter nicht mehr im Hause wohnte, sondern oben Clubräume einzurichten, die nur den Mitgliedern zur Verfügung standen, sowie die Geschäftsstelle. Das Untergeschoß wurde wieder verpachtet, Anwärter hierfür hatten sich bereits gemeldet.

1975 wurde endlich die Geschäftsstelle, die 1968 eröffnet worden war, in das Clubhaus verlegt. Die umfangreich gewordene Verwaltungsarbeit war in den Jahren 1974 – 1979 von Hilde SIEBEN HAAR und von 1979 – 1984 von Toni NELLES übernommen worden.

Im Spätsommer bereitete uns das Clubhaus Sorgen. An der Seite zum “Treppchen”, Ecke Steinstraße, setzte sich das Fachwerk, und die Ausfachung, die ganze Giebelwand bog sich nach außen. Es musste schnellstens gehandelt und eine Stahl Konstruktion auf die Innenseite des Fachwerkes gesetzt werden, die die Balken entlastet, die das Dach abfangen und tragen. Von innen mit Holz verkleidet, wird das alte Fachwerk von außen wieder in der selben Form hergerichtet.

Der Konservator, die Gemeinde und das Land NRW stellten uns Mittel und Unterstützung in Aussicht.

Dies war an sich nichts Neues, haben doch alle Clubvorstände mehr oder weniger an diesem Haus gearbeitet. Aber diesmal mussten Wände abgebrochen werden. Es sah aus, “als ob eine Bombe eingeschlagen hätte”, berichtete Walter RICHTER, der zusammen mit W. HÖLZEL die Baumaßnahmen durchführte. Das Dach wurde ausgebaut und die oberen Clubräume neu gestaltet. Es sind das sog. (nördliche) Kartenzimmer und das rheinwärts gelegene Mittelzimmer. Der Ausbau geschah in Schiffsart, in Mahagoni, dunkel getönt mit Bartheke und Flaschenschrank. W. HÖLZEL und W. RICHTER kauften auf der Möbelmesse englische Ledermöbel, die für Generationen halten sollten! Messinglampen und Beschläge bezogen sie von italienischen Herstellern. Der Peilkompaß als Dekostück ist antiquarisch. Die Sitzecke wurde als Podest eingerichtet, um den Blick auf den Rhein zu verbessern. Bis heute blieb diese Einrichtung fast unverändert.

Die Wandbilder malte das Clubmitglied Lothar BRANDES. Sie stellen Szenen in der Bucht von Palma de Mallorca und Andraitx dar. Am 12. März erfolgte die Einweihung.

SANIERUNG 1997

Das Jahr 1997 bescherte Verantwortlichen wie Beteiligten Aufregung und Arbeit, was so nicht vorhersehbar war. Angefangen hatte es damit, das das Verhältnis zwischen Vorstand und damaligem Pächter erheblich gestört war. Dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen wurden nicht geduldet, vertraglich vereinbarte Nebenkosten nicht gezahlt. Der gravierendste Vertragsbruch lag in der eigenmächtigen Errichtung einer Mauer im Eingangsbereich, durch die der Club von jeglichen Sanitäreinrichtungen ausgeschlossen wurde. Der Club war gezwungen, die fristlose Kündigung auszusprechen und den Rechtsweg zu beschreiten.  Am 17. März 1997 wurde durch ein Schiedsgericht der Rechtmäßigkeit der fristlosen Kündigung des Pachtvertrages durch den KYC wird stattgegeben. Der erste Schritt war getan, folgen musste jetzt die Umsetzung der daraus resultierenden Konsequenzen.

Nach diversen Gesprächen mit verschiedenen Brauereien wurde schnell klar, dass eine Eigenbewirtschaftung durch den Club wegen der unüberschaubaren Risiken nicht in Frage kam. Neben einem geschätzten Investitionsvolumen von ca. 300.000,- DM für Einrichtung und Ausstattung, dem Einsatz von Personal für Küche und Restaurant, schied diese Alternative eindeutig als nicht realisierbar aus. Einen zukünftigen Pächter zu finden, war allerdings nicht so leicht. Schließlich mussten die Bewerber auch vom Gastronomiekonzept her zum Club und zur Lage passen. Nach vielen Besichtigungen und Gesprächen im Fährhaus blieb Herr Thormählen als neuer Pächter übrig.

Gleichzeitig zu den Bemühungen um die Verpachtung fand bei den erforderlichen Sanierungen ein Wettlauf gegen die Zeit statt. Der damalige Schreck nach erfolgter Räumung des Lokals saß tief. Es gibt Situationen, die sich nur schwer in Worte fassen lassen: Mobiliar und Inventar entfernt . Stromkabel nach Lampendemontage zu kurz abgeschnitten oder blank ohne Klemmen. Wasserleitungen in Küche und Keller ohne Blindstopfen hinterlassen. Gesamtes Wasser abgesperrt. Keller unter Wasser. Kupferleitungen von der Kühlung zu den Kühlräumen durchtrennt. sämtliche Motoren der Kühlung entfernt . Wände an der Spülstelle im Keller grün und schwarz von Schimmel und Pilz. Fazit: Unverzüglich Elektro- und Sanitärfirmen beauftragen, da noch Strom auf den abgeschnittenen Leitungen, bzw. kein fließendes Wasser vorhanden war. Schnell wurde die Entscheidung getroffen, die Spülanlage für die Zukunft aus dem Keller zu entfernen.

Das erste Etappenziel war mit einem gewissen Stolz erreicht, die Wiedereröffnung 1. August 1997 hatten wir gepackt. Kurze Verschnaufpause, dann ging es weiter mit Restarbeiten und nicht direkt sichtbaren Dingen. Flurbereich und Räumlichkeiten in der 1. Etage über der Restaurant Küche waren nicht verpachtet. Hier entstand für die Clubmitglieder eine eigene Toilettenanlage. Der hintere Raum, direkt über der Küche, wird heute als Geschäftszimmer genutzt, die Garderobe konnte im erweiterten Flurbereich untergebracht werden. Der frühere Garderobenraum wurde zum Sozialraum für die Gastronomie umfunktioniert. All diese Änderungen bewirken einen Raumgewinn für die Clubmitglieder. Die eigenen Toiletten nicht zu vergessen. Die übrigen Clubräume wurden mit einem massiven Holzfußboden aus Buche ausgelegt, das gesamte Mobiliar und die Holzvertäfelung fachmännisch aufgearbeitet, der Rest neu tapeziert oder gestrichen.

In der Restauration konnte sich unser Pächter, Herr Thormählen, nach anfänglichen guten Erfolgen, nicht dauerhaft behaupten. Zum Ende des Jahres 1998 wurde die Gastronomie im Fährhaus vorübergehend geschlossen. Eine erneute Belebung erfolgte durch Abschluss eines Pachtvertrages mit den Pächtern Becher & Herzet, Biergroßhandel, und der Gaffel Brauerei, Becker und Co, mit Wirkung ab 1. Mai 1999. Dieser Pachtvertrag sah grundsätzlich eine Untervermietung vor. Herr Schmitte übernahm mit gleichem Datum die Gastronomie. Anfang Januar 2001 teilte er dem Vorstand mit, den Betrieb aus persönlichen Gründen nicht weiterführen zu wollen. Leider standen wir erneut vor der Situation, geeignete Interessenten zu finden. Die Bewerbung der Herren Liolidis, Cremer und Holtwick erfolgte erst im Februar.

Als Vertragsbeginn wurde : Mitte März 2001 vereinbart. Bis zum geplanten Wiedereröffnungstermin, Ende März, war also nicht mehr viel Zeit.

Für unsere neuen Pächter galt es nun, in weniger als einem Monat alles Nötige zu planen, zu organisieren und einzurichten. Mit der Euphorie unserer neuen Pächter stieg leider gegen Ende März auch der Pegelstand des Rheins bedrohlich an.

Dies war natürlich eine neue Erfahrung. Einige Tage vor der Eröffnung überspülte das Hochwasser bereits den Leinpfad. Die Hochwasser-Schutzwände waren hochgefahren, so manch besorgter Blick ging auf die inzwischen braunen Fluten des Rheins. Bisher war ihnen Hochwasser unbekannt und wenn, dann nur von negativen Nachrichten. Wir beruhigten unsere neuen Pächter, bereits wissend, dass der Pegel nicht über 9,50 Meter steigen sollte. Am letzten Sonntag vor Wiedereröffnung, wir hielten gerade im Fährhaus eine Krisensitzung wegen des bedrohlichen Hochwassers, passierte etwas Unkalkulierbares. Zwischen Treppchen und Fährhaus wurde bereits ohne Unterbrechung gepumpt. Aus dem Boden, zwischen den Pflastersteinen, schoss Wasser hoch. Der Hochwasserschutz an unserer Treppe zwischen Kapellchen und der Terrasse war undicht, scheinbar ohne Dichtungen eingebaut. Hier musste ebenfalls permanent gepumpt werden. Feuerwehr, THW und Bürgerinitiative Hochwasser waren im Dauereinsatz. Durch Kurzschluss fielen auf einen Schlag alle Pumpen aus, das Wasser hinter den Schutzwänden stieg, Notstromaggregate mussten her, um weiteres Ansteigen zu vermeiden. Der Einsatzleiter der Feuerwehr gab folgende Anweisung: Wenn nicht innerhalb der nächsten 15-20 Minuten Notstromaggregate verfügbar sind, müssen wir großflächig räumen und mit der Evakuierung beginnen. Das Wasser stieg weiter, unglücklicherweise war die Seitentür zur Einlagerung in den Keller nicht richtig geschlossen, einige tausend Liter Rheinwasser füllten nun unseren Keller und ließen etliche frisch eingelagerte Vorräte schwimmen. Martinshörner und Blaulicht, die Feuerwehr kam mit einige Notstromaggregaten. Schnell wurde abgeladen, die Pumpen angeschlossen und los ging’s.

Bange 30 Minuten verrannen, dann war erkennbar, der Pegel hinter den Schutzwänden begann zu sinken. Noch mal Glück gehabt! Ein Dank an die freiwilligen Helfer der Bürgerinitiative Hochwasser und deren Vorsitzenden, Gerd Müller, an die Männer der Feuerwehr und dem THW, die permanent im Einsatz waren und Schlimmeres verhinderten.

Die Wiedereröffnung des Fährhauses unter Führung der drei Herren Liolidis, Cremer und Holtwick fand, dem damaligen Hochwasser zum Trotz, pünktlich am 30. März 2001 statt. Es war ein großer Erfolg. In der Folgezeit haben sie unter Beweis gestellt, dass sie mit ihrem Konzept auf dem richtigen Weg sind, die Gastronomie im Fährhaus erfolgreich zu betreiben.

In 2001 haben wir begonnen, unsere Clubräume in der ersten Etage attraktiver und gemütlicher zu gestalten. Um Ordnung zu schaffen für Zeitschriften, Lektüre und Vereinsunterlagen waren neue Einbauschränke und Regale notwendig. Das Gleiche gilt auch für die Unterbringung von Gerätschaften im Zusammenhang mit Vorführungen und Vorträgen.

HOCHWASSERSCHUTZ 2006

Wieder eine gewaltige Investition die gestemmt werden musste. Auf Beschluss der Stadt Köln wurde der Hochwasserschutz durch bauliche Maßnahmen von 10,50 Meter (Pegel Köln) auf 11,30 Meter verbessert. Entlang des Rheines wurden Mauern erhöht und Vorrichtungen zum Aufbau von Schutzwänden und Toren geschaffen die ein Eindringen des Wassers bist zu einem Pegel von 11,30 Meter verhindern.
Für uns bedeutete dies ein Umbau der Stützmauer der Terasse. Diese wurde verstärkt und mit Vorrichtungen zur Aufnahme der Schutzwänden ausgestattet. Dies führte zur Notwendigkeit die zu klein gewordene Markisenanlage über der Terasse und den, den Schutzwänden zum Opfer gefallenen Windschutz zu erneuern.
Wir können nur hoffen, das durch diese Maßnahmen unser Clubhaus zukünftig von Hochwasserschäden verschont bleibt.


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