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Als ein Herr HOFF 1964 nach Köln kam und für seine neue Marina in Monnickendam
in der Gouwzee, einem Teil des Ijsselmeeres - früher Zuidersee genannt - warb,
kauften die meisten Hollandlieger des Clubs Nutzungsrechte an Liegeplätzen. Die
Herren OLEPP, Dr. NACKEN, HILLEBRAND, HÖLZEL, MAlER, Dr. BUSCH, BECKER, GERHOLD,
BÖHM, HAMMEL und LODDER legten Ihre Boote zu Hoff. So entstand auf dem
Ijsselmeer in Monnickendam ein Stützpunkt unseres Clubs, der bald "Kölner Bucht"
genannt wurde. Jeden Freitag fuhren die Mitglieder über Amsterdam zu Ihren
Booten.
15 seegehende Schiffe lagen dort, und unsere begeisterten Segler und
Motorbootfahrer scheuten den wöchentlichen Anmarschweg nicht, um ein Wochenende
ungetrübt auf diesem herrlichen Wasser zu verbringen, segeln zu können und bei
einem verlängerten Wochenende einen Törn auf die Nordsee zu wagen.
Alljährlich krönte in den letzten Septembertagen ein zünftiges Absegeln die
Saison. 20 und mehr Boote nahmen daran teil. Für die Mitglieder und Freunde, die
kein eigenes Boot in Holland hatten, charterte der KYC Tjalken, die in einer
eigenen Klasse ihr Rennen fuhren. Am Abend trafen sich alle im Hotel "NIMORINA"
zur Preisverteilung. Bürgermeister und Vertreter der örtlichen Yachtvereine
feierten mit uns unter den Klängen einer tollen Band.
Beliebte Wochenendziele waren Hoorn und Enkhuizen. Am Samstagmorgen wurde bei
einer Skipperbesprechung der Zielhafen festgelegt.
In den Sommerferien lagen die Inseln Vlieland und Texel an. Übungsboote,
vorwiegend für den seglerischen Nachwuchs, waren Schlauchboote, Optis, und ein
Shearwater-Katamaran. Den Tag schloß oft ein abendlicher Pommes-Frites-Schlag
nach Marken ab. Mit einem starken Motorboot von HERMANN HOFF starteten 3 bis 7
Wasserskiläufer in einer Reihe über die Gouwzee, ein Heidenspaß für die
Teilnehmer, die oben blieben! Was für die Segler Holland, ist für die
Motorbootfahrer die Mosel; sie ist das Ziel vieler ihrer gemeinsamen Fahrten,
sie nehmen an Regatten teil und konnten manchen Preis mit einem Glas Mosel
begießen. Nicht jeder kann ein eigenes Boot besitzen, und so entschließt sich
der Vorstand, wieder einen Schritt in ein neues Gebiet zu wagen. So gelingt es
ihm, die erforderlichen Mittel von Stadt und Regierung zu beschaffen und es wird
beschlossen, ein Hochseesegelboot als Segelschulschiff clubeigen anzuschaffen;
es wird gefunden und "Wappen von Köln" getauft. Es ist ein 8 KR Seekreuzer, für
sechs Sportler Unterkunft bietend. Er wird nach Monnickendam gelegt, und damit
ist jedem Clubmitglied, den Freunden des Segelclubs Ville sowie auch außerhalb
des Clubs stehenden Interessenten Gelegenheit gegeben, zu selbstkostendeckenden
Preisen zu segeln. Es wird ein Weg gefunden, durch geeignete und erfahrene
Schiffsführer, die zum Skipper der "Wappen" ernannt werden und jeweils die Törns
anführen, das Boot in festen Händen zu behalten und die geregelte Ablösung und
Seeklarerhaltung des schönen Schiffes zu gewährleisten. Das Vereinsleben hat
sich völlig geändert. Konnten früher die Arbeiten des Vorstandes so nebenbei
erledigt werden, so fordern die Aufgaben der Sportförderung, der Verwaltung, die
schwimmenden Anlagen, das Clubhaus und die clubeigenen Schiffe einen
Arbeitsaufwand, der einer unternehmerischen Tätigkeit gleichkommt. Es liegt der
Gedanke nahe, durch Zusammenfassung gleich gearteter Vereine die Doppelbesetzung
der Ämter auszuschließen und in konzentrierter Arbeit die gestellten Aufgaben zu
bewältigen. In der Hauptversammlung am 21.3. 1968 legt Herr Dr. BUSCH sein Amt
nieder. Nach Abstimmung in beiden Vereinen wird die Fusion mit dem Kölner
Yacht Club vollzogen und eine neue Satzung beschlossen. Es wird festgelegt, dass
der neue Name KÖLNER YACHT CLUB e.V. heißt, dass der Stander des alten Kölner
Segler Clubs, der die "Mutter" bei allen Fusionen war, bleibt. Zum Präsidenten
wird Dipl. Ing. HÖLZEL gewählt, der Vorsitzende des alten Kölner Yacht Clubs,
Herr STANGE, zum 1. Vorsitzenden. Er, sowie unser 1 970 verstorbener
Schatzmeister Werner GEYR, haben wesentlich zu dieser Fusion beigetragen.
Um die Verwaltungsarbeit zu bewältigen wird die Geschäftsstelle in der
Sülzburgstraße eingerichtet, die an zwei Tagen der Woche besetzt ist und die
sich im Hause des neuen Geschäftsführers, Herrn BECKER, befindet. Das Büro wird
durch Spenden der Mitglieder ausgestattet. Zur Benachrichtigung der nunmehr 208
Mitglieder wird eine Clubzeitung eingeführt. Registriert sind 1968 54 Boote: 35
Segelboote, darunter 6 clubeigene und 19 Motorboote. Die Steganlage muß nochmals
erheblich erweitert werden, um allen Mitgliedern Liegeplatzmöglichkeiten für
ihre Boote zu schaffen. Es wird eine Geschäftsordnung aufgestellt und das Ehepaar
KRAHFORST als Bootsmeister eingestellt. Das Clubhaus blitzt wie neu, die Ökonomie ist geregelt, die Bootsanlage in einwandfreiem Zustand, die Finanzen
gesichert - sie liegen in den Händen von Herrn GEYR -, die Abwicklung durch die
Geschäftsordnung geregelt. Wie in allen Jahren fehlte dem Club, wie dem ganzen
Kölner Wassersport, noch der Hafen. Diesen zu erhalten sah Herr HÖLZEL nun als
seine Aufgabe an. Es galt, das alte geplante Projekt in Rodenkirchen
voranzutreiben. Bei seiner Suche nach anderen Möglichkeiten glaubte er auch die
Stelle, die die Wiege des Kölner Wassersports war, das alte Werthchen, den
heutigen industriell genutzten Rheinauhafen, für die Sportschifffahrt wieder
gewinnen zu können. Dieser mitten im Herzen Kölns gelegene Hafen entsprach nicht
mehr den modernen Anforderungen eines Industriehafens und war eine häßliche
Stelle der Stadt.
Bereits im Jahre 1967 wurde die Interessengemeinschaft Sporthafen
Köln-Rodenkirchen e.V. gegründet. Ihr gehörten die drei an dem Hafen
hauptsächlich interessierten Vereine Kölner Segler- und Motoryachtclub, Kölner Autbord- und Motoryachtclub und der Kölner Yacht Club an. Herr HÖLZEL übernahm
den Vorsitz. Die Vereine erhofften sich durch die Massierung bei Behörden und
Finanzierungsproblemen stärker einsetzen zu können. Die Interessen der Segler
und Motorbootwassersportler wurden bisher von den Ruderern, die im
Stadtsportbund vertreten waren, wahrgenommen. Inzwischen hat eine immense
Expansion des Wassersports oder der am Wassersport Interessierten stattgefunden.
Beigetragen dazu haben die billigere Herstellung von guten Booten, das wachsende
Einkommen, der Gewinn an Freizeit und die Erkenntnis, dass das Wasser die letzte
Zuflucht zur individuellen Freizeitgestaltung in einem von Menschen nicht
restlos zu zerstörenden Element bietet. All den zu unserem Sport Drängenden
wollen wir sicheres Geleit geben, denn so schön wie das Wasser ist, ungefährlich
ist es nicht.
Da von behördlicher Seite eine Lenkung schwer möglich ist, ist es Aufgabe der
Sportverbände, die Interessierten aufzufangen, auszubilden und ihre Interessen
den Behörden gegenüber zu vertreten.
Dazu war es notwendig, sich zusammenzuschließen und 1968 den "KÖLNER SEGEL UND
MOTORBOOTSPORTVERBAND e.V." zu gründen.
Dieser Verband unter Vorsitz von Herrn Dr. MADAUS hat es sich zur Aufgabe
gemacht, den Segel- und Motorbootsport auf der Grundlage des Amateurgedankens im
Sinne der Dachverbände zu pflegen und gemeinschaftliche Veranstaltungen zu
fördern.
Zwei Vorstandsmitglieder gehören dem Stadtsportbund an. Damit haben wir
Stimme und Mitspracherecht in einer Institution, die über Entwicklung des
städtischen Sportwesens und die Verteilung der Mittel aus dem Sportetat mit berät.
Mitglieder des Kölner Segel- und Motorbootsportverbandes e.V. sind der Kölner
Yacht Club e.V., der Kölner Autbord- und Motoryachtclub, der Segelclub Ville,
der Deutsche Hochseesportverband Hansa e. V, die Interessengemeinschaft
Sporthafen Köln-Rodenkirchen, der Segelclub Fühlinger See, der Segel- und Fahrtenclub Brühl.
Durch die starke Frequentierung unserer "Wappen von Köln" sowie den Besuch
unserer Ausbildungskurse zur Erlangung der Führerscheine stießen viele
begeisterte Segler als neue Mitglieder zu uns.
Es wird beschlossen, jeden ersten Donnerstag im Monat als offiziellen
Clubabend einzurichten. An diesem Donnerstag finden Filmvorführungen,
Bekanntmachungen und Diskussionen statt.
Ein weiterer "Zugvogel" wird mit Unterstützung der Pächter, Eheleute BALCZUN,
angeschafft und "Pitt" getauft. Eine Gruppe von 20 Schülern des
Albertus Magnus-Gymnasiums Bensberg tritt unter der Leitung ihres Sportlehrers
unserer Jugendgruppe bei und segelt mit bei unseren Freunden auf dem Liblarer
See. Herr LAPPE organisiert die Jugendarbeit neu und beschafft die notwendigen
Mittel für die Anschaffung eines weiteren neuen Zugvogels.
Die schwimmende Anlage besitzt jetzt 290 Ifdm Anlegefläche. Es wird erwogen,
diese noch zu erweitern.
Das Absegeln der Seesegler in Monnickendam und das Abfahren der Motorboote auf
dem Rhein beschließen die Saison 1968. Im folgenden Jahr wird auf Vorschlag von
Herrn BECKER die Sportseeschiffer-Schule im Kölner Yacht Club e.V. gegründet.
Diese Gründung wurde notwendig, einmal weil die Neuordung im Führerscheinwesen
neue Prüfungen verlangte, zum anderen war der Andrang zu unseren Kursen zu groß
geworden. Es waren 1969 über 200 Teilnehmer.
Die Durchführung dieser Schulung konnte nicht mehr als Abendbeschäftigung des
Vorstandes betrieben werden.
Darüber hinaus wurde die neu gegründete Sportseeschiffer-Schule im Kölner
Yacht Club neben der Schule des DHH in Glücksburg als einzige in der
Bundesrepublik als Ausbildungsstätte vom Bundesminister für Verkehr zur
Erlangung des Seefunksprechzeugnisses der Deutschen Bundespost zugelassen. Da
auch die "Wappen von Köln" zur Aus- und Fortbildung des Seglernachwuchses nicht
mehr ausreichte und darüber hinaus die Reviere der Hochsee für unsere
Clubmitglieder erschlossen werden sollen, wird auf Initiative von Herrn MAGER
eine Fördergemeinschaft zur Anschaffung und Unterhaltung einer schönen schnellen
Hochseeyacht ins Leben gerufen. Zunächst in Ostende, ist die "Atlantis" nunmehr
im CLUB NAUTICO, Palma de Mallorca, stationiert. Der Sportseeschifferschule
gelingt es, allen Clubmitgliedern stark verbilligte Flugreisen zu den
Einsatzhäfen der "Atlantis" zu vermitteln. Ende Februar 1970 führt der Rhein
wieder außergewöhnliches Hochwasser. Das Wasser steigt über die Terrasse, fließt
in die Räume hinein, steigt bis in die Mitte der Fenster an. Der Schaden beträgt
mehrere tausend Mark. Die Gemeinde hat die Möglichkeit eines
Hochwasserschutzdammes für den Ort ausarbeiten lassen. Dabei würden das
Kapellchen und unser Clubhaus außerhalb dieser Mauer zu stehen kommen, so dass
das Hochwasser auch in kommenden Jahren dem Club Kummer bereiten wird.
Die Clubverwaltung hat in diesem Jahr ein so hohes Maß an Arbeit gefordert -
es waren allein 49 Vorstandssitzungen - dass die Vollbesetzung der
Geschäftsstelle in den nächsten Jahren notwendig wird.
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