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ein Rückblick von Hans Althaus
In den Annalen des Kölner Yacht Clubs ist nachzulesen, dass das erste
Segelboot eines Sportlers um 1850 auf dem Rhein auftauchte. 1885 gründete sogar
eine Gruppe von Herren den Kölner Segler Club, der wegen innerer Zwistigkeiten
jedoch nur einen kurzen Bestand hatte. Nur vereinzelt waren Segler um diese Zeit
auf dem Rhein zu sehen.
Weiter ist nachzulesen, dass sich Ende des 19. Jahrhunderts der Segelsport im
Rheingau gut entwickelte und besonders von der Segelabteilung des Wiesbadener
Ruderclubs, des Frankfurter Rudervereins und von Offenbacher, Mainzer und
Rheingauer Einzelseglern getragen wurde. Ursprünglich war das Zentrum dieses
Sports in Schierstein, später in Walluf. Aus diesen Keimzellen entstand im März
1898 der Mittelrheinische Seglerverband, dem auch niederrheinische Segler aus
Köln und Duisburg beitraten. Schon 1898 nahmen Kölner Boote an Wettfahrten teil.
Bereits ein Jahr später, im November 1899, erweiterte er auf seinem Verbandstag
in Köln seinen Namen in Rheinischen Seglerverband (RSV), um alle Segler am Rhein
zu erfassen.
Zu den eifrigsten Mitgliedern dieses Verbandes gehörte Josef Collardin. Er
betrieb einen engeren Zusammenschluss der Kölner Segler mit dem Erfolg, am
27.01.1900, am Tage des Kaisers Geburtstags aus Mitgliedern des "Rheinischen
Seglerverbandes" und des "Kölner Rudervereins von 1877" unseren Club, den
"Kölner Segler Club" (KSC - so hieß damals unser Club - nachfolgend immer
"Kölner Yacht Club" (KYC) genannt), zu gründen. Er vollzog damit die seit dem
letzten Rheinischen Seglertag angestrebte Vereinigung. Er wurde der erste
Vorsitzende. In der damaligen Zeitschrift WASSERSPORT vom 8. Februar 1900 heißt
es weiter: "Dem Club sind 33 Mitglieder mit den Booten ,Aeolus', ,Isolde',
,Fee', ,Johanna' und ,Bertha' beigetreten, außerdem ist die Erwerbung eines
Clubübungsbootes beabsichtigt. Der Clubstander ist weiß mit rotem Stern, das
Vereinslokal befindet sich gemeinschaftlich mit dem des Kölner Rudervereins im
Gürzenich Bierkeller. Nach Mitgliederzahl und Gesamtvermessungsgröße des
Bootsmaterials dürfte der Kölner Segler Club bei Beginn der Saison die stärkste
Ortsgruppe im Rheinischen Seglerverband darstellen." Sofort erfolgte der
Anschluss an den bestehenden RSV. Bereits am 8. September 1901 wurde die erste
gemeinsame Wettfahrt durch den RSV ausgeschrieben und von Bonn nach Köln
gefahren. Von 21 gestarteten Booten waren 5 Kölner.
Der "Segelclub Rheingau" (SCR) wurde am 11. Oktober 1900 in Niederwalluf
gegründet und war bedingt durch seine Lage Mittelpunkt der seglerischen
Aktivitäten in diesem Revier.
1902 hatte inzwischen der KYC seinen Standort in Rodenkirchen gefunden. Seine
erste clubinterne Wettfahrt veranstaltete er am 13. Juli 1903 von der Gronau
nach Rodenkirchen. Schon wenig später wurden mit dem Bonner Segler Club jetzt
(BYC) und Düsseldorfer Yacht Club (DYC) Regatten ausgetragen.
Aber schon 1908 heißt es in den KYC -Annalen, dass die Verbindung mit dem RSV
fast aufgehört hatte und der Club nur noch interne Wettfahrten betrieb. 1912 kam
es, um die sportlichen Beziehungen der Nachbarvereine untereinander zu fördern,
um die Überschneidung von Wettfahrtterminen zu vermeiden und um die Bewertung
verschiedener Boote zu ermöglichen, mit dem DYC, dem BYC und dem RSV zur
Gründung des Wettfahrtausschusses Rheinischer Segler Vereine (WRS).
Der erste Weltkrieg (1914-1918) brachte das sportliche Segeln auf dem Rhein
zum Erliegen. Erst nach dem Kriege, auch bedingt durch behindernde Verordnungen
der Besatzungsmächte, erholte es sich langsam. 1920 wurden wieder Wettfahrten
aufgenommen.
Als 1921 der KYC dem Deutschen Segler Verband (DSV) beitrat, erübrigte sich
eigentlich der Wettfahrtverband, da auch die anderen Vereine dem DSV beitraten
und dessen Wettsegelbestimmungen anerkannten. Um aber die sportlichen
Beziehungen weiter pflegen zu können, wurde der WSR in einen ständigen Ausschuss
Rheinischer Seglervereine umgebildet, dem Vereine von Offenbach bis Emmerich
angehörten. Diesem Ausschuss ist das Entstehen der "Rheinischen Seglerwoche"
(Rheinwoche) zu verdanken, die erstmals 1922 veranstaltet wurde. Willy Redeke,
unser damaliger Vorsitzender, hatte sich maßgeblich dafür eingesetzt. Später
übernahm die Ausrichtung die Regattagemeinschaft Mittelrhein Niederrhein.
Die erste Rheinwoche wurde 1922 vom BYC, DYC, Ürdinger YC und KYC
ausgerichtet und verlief von Andernach bis Emmerich. 60 Boote waren am Start. Im
vom KYC herausgegebenen Programm heißt es: "Wir glauben allen Teilnehmern eine
Pfingstwoche in Aussicht stellen zu können, wie sie eigenartiger und
abwechslungsreicher nie geboten war." In den Annalen der Monatsversammlung vom
3.8.1922 ist nachzulesen, dass die erste Rheinwoche für alle Beteiligten im
Ganzen genommen als voller Erfolg bezeichnet werden musste. Die Kosten wurden
mit 15.000,-- RM beziffert. Trotz dieser Kosten und "verschiedener anderer
Kleinigkeiten" war die Versammlung der Ansicht, an der Abhaltung der Rheinwoche
im nächsten Jahr festzuhalten.
Die längste bisherige Rheinwoche war 1925 mit dem 25-jährigen Jubiläum des
KYC verbunden und ging vom 18. bis 26. Juli 1925 von Gernsheim bei Worms bis
Emmerich.
Im September wurde beschlossen, die Rheinwoche ab 1927 u. a. möglichst auf
der Strecke Koblenz oder Andernach bis Emmerich abzuhalten. Die
Gesamtüberwachung unterstand dem KYC, während die einzelnen Teilstrecken von den
in Frage kommenden Vereinen durchzuführen waren. In diesem Jahre wurde sie vom
KYC ausgeschrieben und "in vorbildlicher Weise" durchgeführt.
Die letzte zusammenhängende Rheinwoche war 1929 von Mainz bis Düsseldorf.
Zunehmend war es zu einer Trennung der Segler vom Nieder- und Mittelrhein
gekommen.
Im Jahre 1934 wurde die Auflösung des Segelclub Rheingau verfügt und das
gesamte Vermögen dem Rheinischen Seglerverband zugeführt.
1936 hieß es in den Monatlichen Nachrichten - so nannte sich damals die
Clubzeitschrift des KYC: "Die Clubwettfahrt der Rheinwoche ist für alle
Mitglieder Pflichtwettfahrt." Sie wurde vom 4.-5. Juli 1936 von Brohl nach
Düsseldorf gesegelt.
1937 fand die Rheinwoche wie im Vorjahr am 3.-4. Juli 1937 statt. Neu war -
und hier erkennt man wieder ein Zeichen der Zeit -, dass sie mit der
Gaumeisterschaft ausgesegelt wurde.
Die letzte Nachricht bis zum 2. Weltkrieg ist eine Zeitungsmitteilung mit der
doppelsinnigen Überschrift: "Ausklang der Rheinsegelwoche 1939". Sie fand
wiederum zwischen Brohl und Düsseldorf statt. Schnellstes Boot der Wettfahrt war
die Kölner Yacht "Hanseat".
Stelle vermerken, dass ihm für seinen Bericht nur unzureichende Unterlagen
zur Verfügung standen. Nicht genannte Rheinwochen besagen nicht, dass sie
ausblieben. Dieses traf jedoch für den 2. Weltkrieg (1939-1945) zu.
Die Rheinwoche, so ist es in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen des
Segelclub Rheingau aus dem Jahre 1950 nachzulesen, war eine Segelregattareihe,
die von Oppenheim über Mainz in den Rheingau bis Oestrich und von Koblenz bis
nach Düsseldorf gefahren wurde. Sie wurde von der Rheinischen Seglervereinigung
in Verbindung mit den Segelvereinen vom Niederrhein veranstaltet und war der
segelsportliche Höhepunkt bis zum zweiten Weltkrieg.
Die weitere Entwicklung verlief für den KYC nicht günstig. Durch den 2.
Weltkrieg wurde er in seinem Bestand auf die Gründerjahre zurückgeworfen.
Am 19. April 1947 kam es zur Wiedergründung des 1900 gegründeten "Segelclub
Rheingau". Durch Beschluss der Versammlung wurde der Rheinische Seglerverband
aufgelöst, das noch vorhandene Vermögen des RSV in den Besitz des SCR überführt
und der SCR als Traditionsverein des RSV bestimmt. Noch im selben Jahr am
28.08.1947 wurde die erste Weltfahrt nach diesem Kriege mit Seglern aus
Niederwalluf, Köln, Bonn und Düsseldorf mit vollem Erfolg ausgetragen. Der
weitere Aufschwung war unverkennbar. Die Regattatermine am Mittelrhein wurden
von der Regattagemeinschaft Mittelrhein geplant.
Am 27. Januar 1950 erreichte den KYC folgendes Schreiben des Segelclub
Rheingau: "Liebe Sportkameraden! Dem Kölner Segler-Club zum 50-jährigen Jubiläum
die herzlichsten Glückwünsche und guten Wind für ein weiteres einhalb
Jahrhundert.
Wir erlauben uns dem Kölner Segler-Club als Zeichen unserer guten
Freundschaft und gemeinsamen Sportes auf unserem schönen Rhein ein Bild der so
gern und viel besuchten Niederwallufer Bucht zu überreichen. Möge durch dieses
Bild bei unseren Kölner Kameraden der Wunsch recht oft in den Rheingau zu kommen
geweckt werden. Mit Segler Gruß Ahoi! Segel-Club Rheingau."
Die erste Rheinwoche nach dem 2. Weltkriege wurde 1949 von Rhöndorf nach
Düsseldorf gesegelt. Die damalige "Schwierigkeit" war, die in Köln wegen aller
zerstörten Brücken errichtete Pontonbrücke zu überwinden. Am 28. März 1951 war
die Gründung des Segler Verbandes NRW; der KYC gehörte zu den 10
Gründungsmitgliedern.
den veranstaltenden Verein der Rhein-Segel-Woche 1951 gehörte noch der
Segelclub Rheingau. Am 18.-19.8.1951 fanden zwei Regatten im Rheingau statt. Die
übrigen Wettfahrten wurden vom 25.08.-26.08.1951 zwischen Brohl und Düsseldorf
ausgetragen.
1952 wurde die Rheinwoche vom 6.-7. Juni 1952 wieder von Brohl nach
Düsseldorf veranstaltet.
Die Rheinwochen vom 18.-20. 06.1954 und vom 02.-04.09.1955 fanden von Koblenz
bis Düsseldorf statt. Die Rheinwoche 1956 wurde vom 31.08.-02.09.1956 von
Koblenz bis Düsseldorf durchgeführt; der KYC hatte die Gesamtausrichtung.
Von der Rheinwoche 1961 berichtete ein Piratenvorschoter in den
Clubmitteilungen aus der Sicht eines Anfängers von der Jubiläumsregatta des BYC
von Koblenz nach Oberwinter. 
1965 war es zur Gründung der Regattagemeinschaft Mittelrhein-Niederrhein
gekommen, die aus den bei den Regattagemeinschaften Mittelrhein und Niederrhein
hervorgegangen war. Auf der erstmals eingleisig gefahrenen Rheinwoche 1965
zwischen Brohl und Wesel konnte unser Mitglied Herr Kersten mit einem 20er
Jollenkreuzer drei Siege und drei 2. Plätze erringen.
Bei der Rheinwoche 1968 war die Jugend mit sechs und die Senioren mit zwei
Jollenkreuzern am Start. Von sechs Starts konnten fünf 1. Preise und ein 2.
Preis ersegelt werden. Außerdem konnte der Punktpreis des DSV für den 15 qm
Jollenkreuzer gewonnen werden.
Ausrichter der Rheinwoche 1969 war vom 24.-26.05.1969 der KYC. Er war mit 7
von 59 Booten vertreten. Am 1. Tage wurde in Brohl und Oberwinter gestartet.
Unvergessen blieb das Spinnakermanöver des Jollenkreuzers "Justos". Abends war
die erste Preisverleihung auch für Clubangehörige im Clubhaus. Der 2. Tag ging
über Hitdorf nach Neuß und der 3. über Duisburg nach Wesel. Nach dem Bericht der
damaligen Clubzeitschrift waren alle mit der Organisation, dem Regattaverlauf
und den gewonnenen Preisen zufrieden. Zum Abschied hieß es schon damals: "Na,
dann bis zum nächsten Jahr!"
Wegen Hochwasser fiel die Rheinwoche 1970 aus.
1971 war für die Segler des KYC die Rheinwoche das große Ereignis der Saison.
Etwas mehr stand in der nächsten Clubzeitschrift: "Zur Rheinwoche wurden die
Zugvögel 'Pitt' und 'Albertina', der Pirat 'Schäl' und die neue Yacht 'Rasmus'
nach Brohl gebracht. Mit List und Glück konnten wir den ersten Platz bei den
Piraten belegen. Wegen Flautentreibens war Volmerswerth für die Kölner Boote
Endstation der Regatta. Lustige Schleppfahrt zurück nach Rodenkirchen. Mehr als
30° C, entsprechend groß der Limonadenund Bierkonsum."
1972, die Rheinwoche wurde 50 Jahre alt, war der KYC wieder mit mehreren
Booten dabei. Ralph Siebenhaar gewann den "Werner Geyer Gedächtnispreis" und den
Punktpreis des DSV.
1973 fand die Regatta zwischen Brohl und Wesel statt. Insgesamt waren 43
Boote am Start. Ralph Siebenhaar gewann wieder den "Werner Geyer
Gedächtnispreis". Bernd Ostermann und Paul Siebenhaar gewannen in der
Ausgleichsgruppe. Der interessanteste Bericht stammt von den
"Motorbootfreunden": Motorbootfahrer bemuttern "Rheinwoche"-Segler. Gut
vorbereitet war die Organisation seitens des KYC. Und deshalb klappte alles wie
am Schnürchen: Annehmen der Boote, Beflaggung des Bootshauses und ganz
hervorragend die Ausgabe der Verpflegung. Der Club stellte etwa 100 Portionen
Erbsensuppe mit Brötchen, 60 Liter Bier und je Boot einen Verpflegungsbeutel mit
Keks, Nüssen und Getränken kostenlos für die Teilnehmer der RheinwocheRegatta.
Hier trauten die Segler ihren Augen nicht: In Köln gab es für die
Regatta-Teilnehmer tatsächlich eine warme Mahlzeit! Köln hat eben nicht nur Herz
und Humor, sondern auch gepflegte Esskultur. Bier und Marschverpflegung ans Boot
gebracht, und das von der "Konkurrenz", den Motorbootfahrern. Die Segler waren
nicht nur voll des Bauches, auch des Lobes. In Hochstimmung ging es an den Start
zur nächsten Etappe. 1000 Dank den Helfern für ihren sportlichen Einsatz!
1974 wurde das Hafenfest des Kölner Segler- und Motorsportverbandes (KSMV)
mit der Rheinwoche in Rodenkirchen zusammengelegt. 73 Boote nahmen an der
Regatta teil. Ralph Sieben haar gewann zum 3. Male und damit endgültig den
Preis. Besonders gut soll die Stimmung im Laderaum des Bootshauses gewesen sein.
1975, zum 75. Clubjubiläum, liefen letztmals Segelboote - es waren 70 - bei
einer Rheinwoche unser Bootshaus an. Mit Erbsensuppe und Freibier wurden die
ersten Siege gefeiert. Ab dieser Zeit, nämlich am 12.10.1975, wurde in Porz ein
neuer Segelhafen eingeweiht.
1977 nahmen Paul Siebenhaar, Kurt Breuer und Walter Richter mit der "Colonia"
an der Regatta von Porz bis Emmerich teil. Zum Schluss waren sie erstaunt, nicht
einmal das langsamste Schiff gewesen zu sein. Die Crew schickte der
Regattaleitung in Anerkennung ihrer geleisteten Arbeit einen Fährhausbierkrug,
was Erstaunen und Dank zugleich hervorrief! Für Jahre erlosch jedoch das
Interesse der Clubmitglieder, an dieser Regatta teilzunehmen.
Erst ab 1984 nahmen Clubmitglieder wieder regelmäßig an dieser Regatta teil
und ebenso regelmäßig wurde hierüber in den jährlichen Clubzeitschriften
berichtet. Mit Vorliebe wurden die Schwertzugvögel "Albertina", "Bettina" und
"Pitt" hierzu benutzt. 1985 wurde die Mitgliedschaft in der Regattagemeinschaft
Mittelrhein-Niederrhein reaktiviert. Der KYC besann sich wieder darauf, dass der
Rhein für Jahrzehnte sein eigentliches Revier gewesen war. Treibende Kraft war
der damalige Vorsitzende Prof. Hermann Josef Anton, der
schon 1982 wieder dabei war und bis heute regelmäßig mit seinem Boot an
dieser Wettfahrt teilnimmt. Er war es auch, der 1988 dem Segelclub Rheingau zur
90. Geburtstagsfeier des RSV gratulierte. Mit damals auf dem Rhein waren Hans
Althaus, Jobs Hackmann, Klaus Hammel, Olaf Krings und Rochus Strothmann.
1985 gedachte der KYC der Tatsache, dass bereits 1885 in Köln ein Segler Club
gegründet worden war, der sich jedoch nach kurzer Zeit wieder auflöste. Das
Sommerfest stand unter dem Motto: " 100 Jahre Segeln auf dem Rhein". Ein Jahr
später fand über dieses Thema eine Ausstellung in den Räumen der Sparkasse
Rodenkirchen statt.
1985 übernahm Hans Althaus von Max Weiss das Amt "Rheinsegeln" als Sportwart.
Er war daran interessiert, noch mehr Clubmitglieder an das Rheinsegeln heran zu
führen. Im selben Jahr trat Klaus Diemert (DSV) nach Helmut Bräutigam (Neuß) den
Vorsitz in der Regattagemeinschaft Mittelrhein-Niederrhein an, dem freiwilligen
Zusammenschluss der Segelvereine zwischen Koblenz und Emmerich.
1987 zum 65-jährigen Jubiläum der Rheinwoche gewann Klaus Hammel mit
Vorschoter Olaf Krings in der Klasse der Schwertzugvögel die Rheinwoche. Er
erwies sich in den folgenden Jahren als der erfolgreichste Skipper dieser
Wettfahrt für den KYC.
1989 war der KYC mit dem CfWP Ausrichter der Kleinen Rheinwoche, die in der
Regel nach Pfingsten an einem Wochenendtage meist über eine Regattastrecke
abgehalten 1990 war der KYC auf der Strecke Oberwinter - Leverkusen sogar
Alleinausrichter. Die Regatta musste jedoch wegen Flaute abgebrochen werden. Sie
hat sich als Dauerveranstaltung nicht durchgesetzt.
In der Wintersitzung der Regattagemeinschaft meldete der Vorsitzende des KYC
seinen Club für die Ausrichtung der Rheinwoche 1992 an.
1990 war auf der Rheinwoche mit 140 Booten eine Rekordbeteiligung. Es konnten
gute Plätze ersegelt werden. Erwähnt werden muss an dieser Stelle Wolfgang
Ledschbor, der mit seiner Bavaria "Oskar" vom Starnberger See anreiste und bis
heute diese Tradition wahrt. Die Oskar-Crew mit Klaus Hammel als Skipper ist bis
heute das erfolgreichste Schiff des Clubs der Rheinwoche: 1996 und 1998 war es
punktbestes Boot und gewann den Wanderpreis "Teller der Bundeshauptstadt Bonn".
Dreifach wurde der Wanderpreis "Modell Oberländer Rheinschiff' ersegelt.
1991 schrieb der damalige Redakteur der Clubzeitschrift: "Wer in unserem Club
hätte nicht schon seit einigen Jahren bemerkt, dass sich wieder einige
Rheinsegler bewegen. Hans Althaus, Hermann Josef Anton, Klaus Hammel und Olaf
Krings sind nur einige (in alphabetischer Reihenfolge) der Clubkameraden, die
sich in dieser Hinsicht hervorgetan haben ..." Der KYC war mit sieben Booten
dabei. Klaus Hammel schrieb dazu: "Alles in Allem müssen unsere befreundeten
Clubs wohl zur Kenntnis nehmen, dass es den Kölner Yacht Club am Rhein
tatsächlich gibt und das schon in stabiler Besetzung seit einigen Jahren ..."
Nach Jahren war der KYC 1992 wieder Ausrichter der Großen Rheinwoche. Der
Vorstand konnte wollte sich dieser Aufgabe nicht entziehen. War sie doch
überfällig geworden, da er doch Jahrzehnte auf dem Rhein eine führende Rolle
gespielt hatte, die er nicht verspielen durfte. Würde er doch sonst hier in das
sportliche Abseits geraten. Es wurde in diesem Jahre die herausragende
Clubveranstaltung. Seit einem Jahr liefen die Vorbereitungen. Viele
Besprechungen und Ortsbesichtigungen auch mit dem Mitveranstalter, dem Yacht
Club Rhein-Mosel (YCRM) in Koblenz, sowie unzählige Telefonate, Faxe und
Briefwechsel fanden statt. Ein sehr großes Problem war der fehlende Hafen in
Rodenkirchen, war doch das Bootshaus vor Jahren verkauft worden. Hier halfen dem
KYC unkompliziert die belgischen Pioniere von der anderen Rheinseite mit einem
Pontonhafen, den sie vor dem Clubhaus der 1877er in wenigen Stunden errichteten.
Die Beteiligung war groß: 140 Boote, davon acht vom KYC, hatten gemeldet. Alles
war vorbereitet; selbst ein Plakat war gedruckt worden. Der "Regattaheiligabend"
am Freitag vor Pfingsten wurde gelungen vom YCRM mit Musikkapelle auf deren
Clubgelände gestaltet. Am nächsten Morgen sollte eigentlich vor dem Koblenzer
Stadtpanorama werden. des plötzlich
nen Wasserstands war für einige Boote eine Brücke nicht mehr zu passieren,
weshalb der Start stromabwärts an die alte Stelle verlegt werden musste. Die
Tücke des Windes wollte es, dass es für viele zu einem "Flautenstart" wurde. Der
nächste Start in Brohl war problemlos, und alle Boote konnten pünktlich in
Oberwinter einlaufen. Die erste Siegerehrung fand im Schützenhaus statt, und
mancher kann sich noch an die ausgelassene Feier bis tief in die Nacht erinnern.
Am nächsten Tage, Pfingstsonntag, war zwar ein Sonnentag, aber mit vollständiger
Flaute. Schließlich mussten die Boote nach Rodenkirchen geschleppt werden. Hier
herrschte bald beste Stimmung. Der Pontonhafen der Belgier bot reichlich Platz.
Auf der Terrasse des Clubhauses sorgte Charly Niedeck mit seiner Band für
Stimmung. Grußworte sprachen Gerhard von Dreusche, Bezirksvorsteher
Köln-Rodenkirchen, Klaus Dieter Rosenfeld, Vorsitzender des Segelverbandes NRW
und Dr. Klaus Diemert, Vorsitzender der Regattagemeinschaft, und alle wurden
geehrt, die sich wegen dieser Regatta verdient gemacht hatten. Der Start am
Pfingstmontagmorgen unterhalb der Rodenkirchener Brücke war problemlos.
Beeindruckend war für den Zuschauer auf der Deutzer Rheinseite, die Segelboote
am Kölner Stadtpanorama vorbeiziehen zu sehen. Die letzte Wettfahrt ab
Leverkusen-Hitdorf endete vor Neuss mit dem Durchzug einer Gewitterfront. Zum
Schluss wurden noch einmal reichlich Preise verteilt. Der Club konnte zwei
Sieger stellen:
Nils Warnken (Schwertzugvogel) und Christine Pick (Yardstick bis 108). Allen
Verantwortlichen sei an dieser Stelle noch einmal für ihren Einsatz gedankt. Der
Kölner Stadt-Sport-Bund ehrte den KYC für die Ausrichtung mit einer Urkunde.
Klaus Diemert, seit Jahren Vorsitzender der Regattagemeinschaft, meinte: "Eure
Rheinwoche war prima!"
1998 war der Düsseldorfer Yacht Club Ausrichter. Sein Novum war, das
Passagierschiff "Siebengebirge" zu chartern, das zugleich als Bagage-, Schlaf-
wie Veranstaltungsschiff diente und Crews wie Schiffe der Regatta begleitete.
Ein sicher nicht schlechter Gedanke, nur der Veranstalter musste dafür tief in
die Tasche greifen.
Das Jahr 1999 begann mit einer bemerkenswerten Neuerung. Am 18. März
schlossen sich in Düsseldorf 21 der am Rhein beheimateten Wassersportvereine von
Wiesbaden bis Emmerich zu einem gemeinsamen Verein, der Regattagemeinschaft
Rhein e.V., zusammen.
Auf diese Weise wurde die bisher in lockerer Form betriebene
Regattagemeinschaft Mittelrhein-Niederrhein auf eine feste Basis gestellt. Sie
soll den Ausrichtern der Rheinwoche mit Rat und Tat zur Seite stehen, um die
größte Flußregatta der Welt so attraktiv wie möglich zu gestalten. Rolf-Dieter
Müller vom KYC ist Vorstandsmitglied.
2000 wurden der KYC 100 Jahre und der YCRM 50 Jahre alt und beide sind die
Ausrichter der Rheinwoche 2000.
Hans Althaus schrieb über die Rheinwoche, weil er sie liebt und seit über 15
Jahren regelmäßig dabei ist. Er ermuntert zum Mitmachen und wünscht seinem Club
und den Teilnehmern Mast und Schotbruch! |