Lina Rixgens absolviert erfolgreich “Mare Nostrum”

erstellt am: 05.09.2016 | von: redakteur | Kategorie(n): Allgemein, Fahrtensegeln, Neues vom Segelsport

MiniTransat_TB-42a22eaaInnerhalb des letzten Monats ist Lina Rixgens zwei große Schritte auf ihrem Weg zur Teilnahme an der Mini Transat 2017 weitergekommen: Sie absolvierte sowohl erfolgreich einen 1000sm langen nonstop Solo-Qualifikationstörn im Atlantik, als auch die 500sm lange Regatta „Mare Nostrum“ im Mittelmeer.

Hier Ihr Bericht:

Am 26.09. fiel vor der spanischen Küste der Startschuss zur vom Club Nautic Garraf ausgerichteten Regatta „Mare Nostrum“. Die 15 Mini 6.50 (3 Protos, 12 Serienboote) wurden zweihand gesegelt. Mit Sverre Reinke als meinem Co-Skipper gingen zwei Europe-Segler an Bord der „minidoc“ dieses 500sm lange Rennen an. Der Kurs führte die Crews vom etwa 20 km südlich von Barcelona liegenden Garraf aus im Uhrzeigersinn um die Balearen herum und zurück nach Garraf. Es war ein gemischtes Teilnehmerfeld mit Franzosen, Spaniern, Italienern, einem tschechischen und einem deutschen Team; dabei waren sowohl relative Newcomer, als auch Profisegler, die schon ein Volvo Ocean Race hinter sich haben.

„Bereits am Anfang der Regatta erwartete uns die für das Mittelmeer so typische Flaute. Nach dem Start und einem 15sm langen Up-and-down vor der Küste nahm der Wind nach anfänglichen 8kn zum Abend hin ab. Die Lichter von Garraf und Barcelona entfernten sich nachts kaum. Schlagen der Segel, unter Code 0 möglichst noch ein bisschen Fahrt machen, versuchen trotzdem im Wechsel zu schlafen. Wir hielten uns links der Flotte und konnten uns so Stunde für Stunde etwas vorschieben.

Nach 15 Stunden Flaute kam am nächsten Mittag langsam wieder Wind auf, sodass wir weiterhin unter Code 0 Strecke nach Menorca gut machen konnten. Einige Boote wählten einen tieferen Kurs, waren daher schneller unterwegs und verwiesen uns langsam aber sicher auf die hinteren Plätze. Enttäuschend, aber weiter ging’s. Das Rennen ist erst im Ziel vorbei.

Nach einer kurzen Kreuz direkt unter der Küste unserer ersten Baleareninsel passierten wir nach 50 Stunden unseren ersten Wegpunkt, die Isla del Aire. Am Wind ging es in unsere dritte Nacht hinein, das nächste Etappenziel war die 80sm entfernte Insel Cabrera, südlich von Mallorca. Während die Lichter Mallorcas Steuerbord an uns vorbeizogen, drehte der Wind und wir konnten unseren Code 5 setzen. Als wir im Morgengrauen das felsige Cabrera passierten, wechselten wir bei abnehmendem Wind auf den großen Spinnaker. Dieser begleitete uns den ganzen kommenden Tag über, während wir vor dem Wind nach Formentera kreuzten. Einige Minis waren immer in Sichtweite und am Nachmittag hatten wir uns so weit an eine andere Pogo 2 herangearbeitet, dass wir einige Stunden lang in Rufreichweite ein richtiges Kopf-an-Kopf-Rennen fuhren, welches wir kurz vor der SW-Spitze Formenteras gewannen.

Damit begann unsere Aufholjagd! In Lee der Insel ging gegen Mitternacht der Code 0 hoch und bei 10kn Wind rauschten wir unter einem tollen Sternenhimmel auf flachem Wasser mit durchschnittlich 8kn Fahrt durch die Nacht. Unser 5. Tag auf See brachte ausnahmsweise einmal mehr Wind und wir machten weiterhin Strecke gut auf dem Weg zur Inselgruppe Columbretes. Mittags passierten wir auch diesen dritten und damit letzten Wegpunkt. Während sich viele Boote lange unter der spanischen Küste aufhielten, segelten wir mit gutem Speed direkt in Richtung Garraf, wodurch wir wieder ordentlich aufholten und den Anschluss an das Hauptfeld fanden. Eine dunkle Nacht mit wenig Schlaf, zwischendurch noch weniger Wind und dafür vielen Segelwechseln lag vor uns. Doch es zahlte sich aus: nach einer weiteren Flaute am Morgen knapp vor der Ziellinie überholten wir noch zwei weitere Boote. Nach knapp 5 Tagen und 600 gesegelten Seemeilen überquerten wir als 7.Serienboot die Ziellinie. Damit waren wir auf dem 2. Platz der intern verbreiteten Wertung der Boote älterer Generation gelandet.

Eine Regatta, bei der man statt mit Kälte und Nässe mit Hitze und Sonne klar kommen muss, war ein absoluter Kontrast zu den bisherigen Mini-Erfahrungen am Atlantik. Gerade durch das Segeln auf geringer Distanz zu anderen Booten war die Lernkurve enorm, sodass wir den Bootstrimm und damit auch unsere Geschwindigkeit immer besser anpassen konnten.

Übrigens:  Lina ist auch Gast auf unserem Sommerfest. Eine gute Gelegenheit um mehr zu erfahren!!!


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