06.12.2005 - 12:40 Uhr
von Gisela Erdmann
Das ganze Jahr über sind wir Rheinsegler auf unserem Fluß unterwegs und
geniessen die herrliche Landschaft – ob mit viel oder wenig Wind, Sonne oder
Gewitter.
Und einmal im Jahr wollen wir den Berufsschiffern dafür danken, daß sie auf
uns Rücksicht genommen haben. Da ist der Nikolaustag ein ideales Datum, zumal
dieser heilige Mann auch ein Schutzpatron der Schiffer ist.
So werden denn Süßigkeiten, Alkoholisches und auch Vitaminreiches eingekauft
und in zwanzig Tüten verstaut. Seit einigen Jahren ist die
Wasserschutzpolizei der ideale Begleiter, denn die drei Herren beherrschen es
perfekt, uns zu transportieren, über Funk bei den Kapitänen anzufragen, um dann
während der Weiterfahrt anzudocken, damit der Nikolaus zur Bescherung
übersteigen kann.
Dieses Mal war leider unser
Prinzipal Hermann Josef Anton nicht dabei, der sich von einer Hüftoperation
erholt. Doch da er uns gut über die Jahre eingewiesen hatte, schritten Annette,
Charlotte und ich zur Tat. Reinhard war wieder der souveräne Nikolaus, der
würdig und väterlich seine Rolle spielte.
Und so wurden an diesem Nachmittag insgesamt zwölf Schiffe besucht (davon
drei deutsche, ein belgisches und acht holländische), nach dem Woher und Wohin
befragt und mit Dank und guten Wünschen verabschiedet. Alle freuten sich über
das unverhoffte Geschenk, und einer spielte sogar ein Lied auf seinem Akkordeon.
In der Dunkelheit ging es zurück nach Rodenkirchen,
vorbei an der weihnachtlich hell beleuchteten Altstadt. Zum Schluß durfte
Charlotte das Schiff steuern, wovon sie total begeistert war. Ihr perfekter
Anleger brachte uns wieder an Land, und wir freuen uns heute schon auf die
Bescherung in einem Jahr. 
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