09.06.2010 - 10:12 Uhr
Royal Flönz Kapp 2010
Die diesjährige Botterfahrt des Kölner Yacht Club war eine Sensation. Erstmalig konnten wir 2 Clipper die „SPERWER“ sowie die „VRIEDNSHAP“ chartern und 40 Kinder, Jugendliche und Erwachsene für eine Fahrt darauf begeistern.
Die Crew der SPERWER – Skipper Alex & Thalia Michael, Denise und Yanik Burgwinkel, Thomas, Haiyan und Marc Schaer, Peter Lambertz, Julika Weidner, Hans-Josef Welter, Ilse Fiedler, Erwin und Biggi Resch, Hans Wilhelm Dünn, Heike Erlinghagen, Lukas Biesenbach, Marco Köhl, Alina Uelpenich, Max Roggendorf, Dennis Schmidt, Christoph Dünn
Die Mitreisenden auf der VRIENDSCHAP waren Familie Baderschneider, Familie Tenkhof, Steffen Seithel mit Tochter, Karl-Heinz Buchholz & Britta Reiche, Thomas & Sabine Burgwinkel, die Schwester Alex und die Schwiegereltern Marie & Willi Büth. Daneben konnten wir noch Anja & Andreas Tölle, Harry Jonas und Gisela Erdmann zu den „Botter-Rookies“ zählen. Gleichzeitig gesellten sich auch einige Eigner mit ihren Schiffen wie Katrin & Eike Behrle auf ihrer KRÜMEL 3, Frank Bittner & Annette Kleikamp auf dem Boot BOREAS, Henrik Behrens auf einer Venget. Uli Rosskopf kam mit seinen Freunden Marion & Diddi und seinen 2 Kindern Jana und Paul auf einer Elan 34 vorbei. Und Diddi kennen alle, die die letzte Rheinwoche 2010 mitgesegelt sind oder begleitet haben. Er war der Feuerspritzenmann, der kurz vor Wesseling die wundervollen Wasserspiele aktiv in Szene gesetzt hat. Und ganz besonders haben wir uns über die „Landbeteiligung“ von Gudrun & Hans-Martin Burgwinkel gefreut, die uns mit Rosa und Paula überall hin folgten und so ganz unwesentliche Dinge wie das gesponserte Clubbier bzw. den Frühstückssekt oder das Grillfleisch nachfuhren. Auch Holger Vogt haben wir aus der Ferne gesehen.
Und damit nicht die ganze Arbeit an den Erwachsenen hängen bleibt, durften die Kinder ihre Eindrücke festhalten und das Geschichtsbuch des Kölner Yacht Club mitgestalten.
Bericht von Lukas Biesenbach, Mittwoch 2.6.
Die Bootstour startete gegen Mittag mit dem Einsammeln der Mitfahrer. Nach einer anstrengenden Autofahrt von 350 km kamen wir gegen 21 Uhr in Enkhuizen an. Als die SPERWER, ein Zwei Master Plattbodenschiff von 28 m, beladen war, richteten wir uns im Unterdeck ein. Danach bereiteten wir das Abendessen vor und es schmeckte allen. Später erkundeten noch einige von uns die spät mittelalterliche Stadt mit ihren alten Toren und Gassen. Doch gegen 3 Uhr schliefen alle. Das war der erste Tag von unserer Botter-Tour.
Noch diesen Satz für Hans: „Dies war mein Bericht, doch er reimte sich nicht. Am Ende war es doch ein Gedicht.“
An dieser Stelle ist ein riesiges Lob an Ilse Fiedler auszusprechen. Sie hat schon daheim für das Abendessen gesorgt und so viel Äädäppelschlot, Schnitzel und Frikadellchen gebraten und angerichtet, dass nicht nur die SPERWER sondern auch einige der hungrigen Mäuler von der VRIENDSCHAP wohl genährt zur Bettruhe gehen konnten. Alina backte 3 verschiedene Kuchen, wobei fast schon am ersten Abend mindestens einer ebenfalls den hungrigen Mäulern zum Opfer gefallen wäre, hätten nicht wachsame Augen aufgepasst.
Bericht von Christoph Dünn, Donnerstag 3.6.
Es war unser zweiter Tag auf der SPERWER und am Morgen lagen wir noch in Enkhuizen. Nach dem „liebevollen“ Wecken der Langschläfer konnten wir zu dem ersten Großeinkauf aufbrechen. Wir kamen mit vielen Kisten und Tüten zurück und konnten schon gegen 1 Uhr auslaufen. Wir hatten viel Sonne und einiges an Wind. Mit unseren 6 Knoten, der „Schräglage“ und dem tückischen Ijsselmeer Seegang sollte man auf seinen Magen aufpassen. Um 3 Uhr haben wir unser Mittagessen eingenommen, das wieder aus vielen kleinen Snacks bestand. Wir hatten viel Spaß und es wurde nie langweilig. Wir kamen am Abend in Lemmer an und es verlief alles ruhig. Unser Schiffskoch Hans-Wilhelm kochte das Abendessen und einige Crewmitglieder gingen schwimmen. Das Essen war wie immer lecker und man konnte noch bis 2 Uhr das Beisammensein genießen.
Hans Wilhelm und Heike hatten bereits in Deutschland den VW-Bus bis unter die Dachreling mit Essen und Getränken ausgestattet und für diesen ersten richtigen Segelabend „Spargel satt“ auf die Speisekarte gesetzt. In Enkhuizen mussten nur noch Frischwaren wie Gemüse, Obst und Salate nachgeordert werden. Unser Erwin hat immer die frühen Morgenstunden zum Frühsport genutzt, um mit einer dicken Tüte voll wieder zurück an Bord zu kommen.
Bericht von Alina Uelpenich, Freitag 4.6.
Am zweiten Morgen, nach einem ausgiebigen Frühstück, liefen wir mit der SPERWER um 12 Uhr in Lemmer aus, um pünktlich an den ausgewählten Tonnen zum Start der Regatta zu erscheinen. Unsere Gegner der VRIENDSCHAP blieben, trotz besseren Starts weit zurück, und so wurde unsere Crew mit der SPERWER aufgrund hervorragender Segeltechnik erster der Clipper. Natürlich ist der Sieg auch unserem Skipper Alex und seiner Frau Thalia zu verdanken, da wir letztendlich mit 8 Knoten eine Stunde Vorsprung hatten und uns gemütlich auf das Bewerfen mit Wasserbomben auf die Gegner vorbereiten konnten. Seltsamerweise hatte die Crew der VRIENDSCHAP die gleiche Idee, womit die SPERWER nicht gerechnet hatte und somit ein paar Gegenstände über Bord gehen mussten. Der Spaßfaktor war wieder einmal, wie so oft, sehr groß, so wie die Unterhaltung der umliegenden Schiffe im Hafen von Medemblik. Nach dem Vertragen wurde „klar Schiff“ gemacht und zusammen gegrillt und viele andere Köstlichkeiten verzehrt. Mit gefülltem Magen ist die Jugend noch auf einen nahe liegenden Wiesenplatz gegangen um Fußball zu spielen und das viele leckere Essen von Hans Wilhelm abzutrainieren. Nach einem langen, sonnenreichen Tag mit viel Wind und Schräglage gingen nach und nach alle in ihre Kojen, um am nächsten Morgen nicht zu früh von den „Senioren“ und dem leckeren Frühstück geweckt zu werden.
Das war ja wirklich eine riesige Überraschung als sich die VRIENDSCHAP in langsamer Fahrt an der SPERWER vorbeischlich. Haben unsere Kinder niedliche kleine Wasserbömbchen gebastelt und damit niemand ernsthaft verletzt wird, auch auf das Katapult verzichtet, so überraschten uns „unsere Freunde“ mit einem wahren Bombenhagel. Das Juchzen und Gekreische muss ganz Enkhuizen unterhalten haben.
Wie bereits in all den Jahren zuvor, wurden neben der Regatta auch wieder 2 sehr schwere Fragebögen von Erwin Resch vorbereitet, die mit in die Entscheidung einflossen. Hier muss erwähnt werden, dass die gesamte Crew der VRIEDNSHAP es fertig gebracht hat beide Fragebögen (Erwachsene und Kinder) komplett richtig auszufüllen. Eine tolle Leistung. Eine besondere Leistung legten auch Jana & Paul Rosskopf hin. Ihre Fragebögen waren ebenfalls richtig. Auf der SPERWER konnte nur Alina mit allen richtigen Antworten glänzen. Nach heißem Hin- und Herrechnen und Sortieren der vielen Preise schritten Erwin und Hans Wilhelm dann endlich zur Tat.
1. Platz Uli Rosskopf (Woosch) 2. Platz SPERWER (Öllich) Frank & Annette (Sonderpreis Bildband von Griechenland) Henrik Behrens (Sonderpreis Bildband von Mallorca) Kathrin & Eike (Sonderpreis 2 Leuchttürme)
Die Woosch wurde dem ehrlichen Gewinner zugestanden. Aber anders als beim Hänneschen heißt es nicht „Herr Präsident, die Woosch“, nein, bevor jemand auf diese Idee verfällt, geht der erste Preis mit dem zweiten Preis sowie einer gehörigen Portion Mostrich eine innige Beziehung ein, die fast allen schmeckt. Neben diesem wesentlichen Teil der Preisverleihung wurden Bücher an tolle Einzelleistungen ausgelobt. Frank & Annette erhielten einen Bildband über Griechenland, wo seit neuestem das Folke Boot die TAPS ein neues Zuhause gefunden hat. Doch freuten sich die Kinder über ihre Preise (Wasser-Pump-Guns und Pistolen) am lautesten. Konnte so doch das „Waffenlager“ für die nächsten Schlachten nachhaltig aufgefüllt werden. Ein Spaß war es allemal.
Jetzt meint jeder das war es. Nein ein Geburtstagkind war mit an Bord. Und so gehört es sich, dass auch ein Geschenk überreicht wurde. Unsere Gudrun feierte mit uns und ließ niemanden auf dem Trockenen sitzen.
Der Abend war schön, laut, lecker und lang. Worüber wir uns jedoch am meisten gefreut haben; dass sich Kathrin & Eike die Zeit genommen haben, doch noch vorbeizukommen.
Bericht von Max Roggendorf, Samstag 5.6.
Um 10:30 Uhr stand ich auf und ein weiterer schöner Tag auf dem Segelschiff fing an. Nachdem ich mich aus dem Bett gequält hatte, ging ich an den Frühstückstisch und aß Brötchen. Daraufhin gingen wir in den SPAR, in dem wir ordentlich einkauften. Allerdings hatten wir dort die Tasche mit dem Gemüse vergessen, so dass der Dennis zurück in den SPAR rennen musste. Als das Gemüse auf dem Schiff war konnten wir ablegen. Der Wind war gemäßigt, so dass man gut auf dem Deck liegen konnte. Auf halber Strecke nach Stavoren fingen wir an, unsere Deutsch und Englisch Hausaufgaben zu machen. Gegen späten Nachmittag kamen wir an unserem Zielhafen an. In dem Hafen wartete schon die VRIENDSCHAP. Es brach ein hitziges Wasserbombengefecht an, welches unser Schiff klar gewonnen hatte. Nachdem wir anlegten gingen wir schwimmen und spielten anschließend Fußball am Strand. Nach einem anstrengenden Tage aßen wir in einem Fischrestaurant und grillten anschließend. Die restliche Nacht feierten wir.
Das legendäre Sektfrühstück war wie immer perfekt. Es prickelte in allen Gläsern, das Rührei duftete, die frischen Brötchen lagen parat und unsere lieben und vor allem gern gesehenen Clubfreunde schauten etwas müde von dem langen Abend wieder erwartungsfroh bei uns herein. Die Abreise wurde noch ein wenig koordiniert, so dass sich keiner verfahren konnte und bis kurz vor Mittag verließen wir Enkhuizen.
Bericht von Dennis Schmidt, 6.6.
Am letzten Morgen unserer fünftägigen „Botter“-Tour begann für die Meisten von uns der Tag mit dem Vorbereiten des Schiffes. Gegen halb zehn liefen wir dann aus dem Hafen aus. Unsere heutige Route führte von Stavoren bis Enkhuizen. Das Frühstück nahmen wir erst auf See ein. Nach dem riesigen leckeren Frühstück verteilten sich alle an Bord und genossen die, wegen einer durchgehenden Flaute, sehr langsame Fahrt. Auch die Sonne schien nicht mehr mit ihrer gewohnten Stärke. Um halb zwei gab es noch ein wie gewohnt gutes und reichhaltiges Mittagessen von Hans Wilhelm. Den Hafen von Enkhuizen erreichten wir am frühen Nachmittag. Nach Ausladen und Verabschieden traten alle den Heimweg an.
Der Nachmittag des letzten Tages endete etwas unerwartet für die SPERWER Segler. Alex machte den Vorschlag nicht direkt zum Liegeplatz zu fahren sondern das Mittagessen im Vorbecken des Compagnieshaven einzunehmen. Dies war eine tolle Idee. Mit zwei herunter gelassenen Schwertern hatte das Schiff den notwendigen Halt. Die Küche konnte mal wieder ordentlich beschickt werden und anschließend blieb ausreichend Zeit um überall klar Schiff zu machen. Um kurz vor 17 Uhr waren wir wie verabredet am Liegeplatz. Wir hatten noch Zeit einigen zur Abreise zu winken.
An dieser Stelle sei ein besonderer Dank an alle die gerichtet, die sich in ihrer Freizeit in besonderer Weise um das aktive Clubleben bemüht haben. Danke auch an unseren Kölner Yacht Club, der auch dieses Jahr wieder mit ausreichend flüssigem Brot dafür sorgte, dass wir nicht trocken liefen. Und vor allem Danke an alle, die ganz spontan oder auch geplant vorbeikamen und immer eine Bereicherung für uns sind. Nicht zu vergessen die Menschen, die, in welcher Form auch immer, etwas gesponsert haben.
Eure Ella Essay
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