Rheinwoche 2010

Rheinwoche 2010 hat nur Sieger

nach der Rheinwoche ist vor der Rheinwoche

Mai 2009 – and the winner is: Ausrichter der Rheinwoche 2010 ist der Kölner Yachtclub. Schon im Vorfeld war der Kölner Yachtclub (KYC) eine Allianz mit dem Club für Wassersport Porz eingegangen. Die beiden Vorsitzenden Dr. Markus Schüler (CfWP) und Olaf Krings (KYC) begannen umgehend ein Organisationsteam zusammenzustellen. Manfred Birk (KYC) entwickelte ein Organigram, das nichts übersah. Erst Holger Vogt, dann Wilhelm Teutschmann  übernahmen die Leitung von unzähligen Sitzungen. Immer im Dialog stehend mit der Regattagemeinschaft Rhein e.V. (RGM). Wie soll der Streckenverlauf sein? Welchen Titel soll die 88ste Rheinwoche erhalten? Welches „Layout“?  Sponsor? Pressearbeit? Welche Etappen? Welches Begleitschiff? Give aways? Abendveranstaltungen? Finanzierung all dessen. Querdenken – parallel eine Oldtimerrallye? Taucher als Begleit-Schwimmer im Rhein? usw.  Die Kommunikation ist grenzüberschreitend. Über  Stadtgrenzen und Bundesländer.  Andreas Bredendiek (Düsseldorfer Yachtclub)  mit  seiner Werbeagentur „Piratas“ entwickelt die ersten Ideen zum einheitlichen Layout der Rheinwoche 2010 für den Kölner Yachtclub. Ein ganz radikaler Entwurf setzt sich durch und begleitet nicht nur die Seglerinnen und Segler während der Rheinwoche 2010 sondern auch alle Beteiligten über viele Monate. Martina Teichelmann ist Sponsorenscout mit unzähligen Verbindungen und sehr erfolgreich. Im späten Herbst steht fest: Die Rheinwoche 2010 heißt ab sofort „BAUHAUS Nautic Rheinwoche 2010“. Enno Klapper beginnt bereits ab dem frühen Herbst mit der Öffentlichkeitsarbeit. Es wird der Titel der Rheinwoche kreiert: Über hundert Jahre r(h)einstes Segeln. Unter anderem gibt es eine Pressekonferenz auf der boot 2010 zur Rheinwoche 2010. Der Streckenverlauf verändert sich unzählige Male. Start in Rheinland Pfalz – okay. Aber das Ziel: Duisburg oder Krefeld? Krefeld oder Duisburg? Das Ziel vor  der Brücke in Krefeld? Oder doch dahinter?
Die Wahl des Begleitschiff ist wie Achterbahnfahren – es ist die  Siebengebirge! Sie ist es nicht. Der  ständige Wechsel zwischen Jubel und Trauer begleitet uns alle über Wochen. Dann endlich gibt es die lang ersehnte gute Nachricht von Markus Schüler und Olaf Krings. EUREKA V heißt das Schiff und kommt von unseren Nachbarn aus den Niederlanden. Baujahr 1999 Länge 56,35 m, Breite 10,60 m, Tiefgang 1,40 m. Größer als jedes Begleitschiff zuvor.Burckhard Viell übernimmt das Eventprogramm. Die Partys mit oder ohne Band? Jeden Abend Party? Welche Künstler? Was passiert, wenn es regnet?Und das ist noch lange nicht alles: Die Organisation der Start- und Zielcrews, das Regattabüro, der Internetauftritt, die  Begleitboote und ihre Crews, die Liegeplätze für alle Teilnehmer in allen Etappenhäfen, Autokräne in Krefeld, ca. 100 Stellplätze für Trailer, 25 ehrenamtliche Mitarbeiter der DLRG mit insgesamt 8 Schiffen, 11 Begleitboote, bis zu drei Schiffe der Wasserschutzpolizei, Shuttlebusse, Essensmarken, Flyer, die gedruckten Programme, muss die  Bundesstraße 9 teilweise mit Ampelbetrieb gesperrt werden, damit 129 Boote ihren Weg ins Wasser finden? 129 Boote – das ist Weltrekord für die Rheinwoche!Aber noch so viele Sitzungen, Besprechungen in großen wie in kleinen Kreisen können alle Probleme sehen und Lösungen dafür finden. Einige Tage vor dem Start der Rheinwoche 2010 steht der Rheinpegel bei  nur 1,14m. Die  EUREKA V jedoch hat einen Tiefgang von 1,40m! Was nun? Ab diesem Zeitpunkt gibt es in Deutschland eine handvoll Menschen, die sich als ganz wenige über den anhaltenden Dauerregen freuen. Jeden Tag die bange Frage – hat der Rhein genügend Wasser, damit unser Begleitschiff, die MS EUREKA V, in die Häfen passt? Wie sieht Plan B aus, wenn der Pegel weiter fällt?Am Dienstag vor der BAUHAUS Nautic Rheinwoche 2010 gibt es eine Pressekonferenz zur Veranstaltung im Düsseldorfer Yachtclub. Unter anderem sollen die Basecaps als Give aways vorgestellt werden – aber sie sind nicht geliefert worden.Regattaheiligabend in Oberwinter. Alle Schiffe sind im Wasser. Über 300 Seglerinnen und Segler sind in guter Stimmung. Das Wetter wird an allen Tagen Kaiserwetter sein. Der Wind weht ganz Pfingsten immer aus der richtigen Richtung. 1.000 Frühstücke, 1.000 Mittagessen und aber tausende von Getränken werden an den drei Tagen verzehrt.Außergewöhnlich war auch das Moderatorenduo am Pfingstsonntag: Enno Klappers fachkundige Kommentare zum Segelgeschehen auf dem Wasser wurden ergänzt durch spannende und witzige Geschichtchen und Geschichten rund um Köln- und das von keinem Geringeren als dem Bürgermeister der Stadt Köln, Manfred Wolf (FDP).

Kapitän Edwin und seine Crew haben bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ihre Gelassenheit und Souveränität bei äußerst schwierigen An- und Ablegemanövern sowie die Leichtigkeit, mit der sie die 60 Meter lange EUREKA V zum „Segeln“ brachte verdient ein besonderes Lob. Obendrein entpuppte sich Kapitän Edwin auch noch als diplomatischer „Schiedsmann“: als es am Pfingstmontag ein wahrlich enges Treffen zwischen einem Segelboot und einem niederländischen Berufsschiff gab und der  aufgebrachte niederländische Kapitän die Segelcrew anzeigen wollte verhinderte Kapitän Edwin dies über einen kurzen niederländischen Funkdienstweg.

So gab es viele Sieger bei dieser denkwürdigen Rheinwoche. Neben dem Segel-Sieger der Crew um Carsten Kemmling (DYC) auf der True-Love, jede Crew mit ihrem Schiff, dass an dieser denkwürdigen Rheinwoche teilgenommen hat und all die Menschen, die diese Rheinwoche 2010 erst möglich gemacht haben.

Fotos: Yvonne Claude
Text: Enno Klapper