KYC Geburtstag auf dem Rhein

Geburtstag auf dem Rhein

von Susanne Birke

Das Geburtstagskind heißt Kölner Yacht Club (KYC). Anlässlich seines 110. Geburtstags veranstaltete der KYC gemeinsam mit dem Club für Wassersport Porz e.V. die diesjährige Rheinwoche. Zu Gast waren knapp 130 Boote, die am Pfingstwochenende in fünf Etappen bei Kaiserwetter von Oberwinter bis Krefeld segelten. Die Strecke von knapp 120 Stromkilometern legte der schnellste Teilnehmer, Carsten Kemmling und seine Crew auf der „True Love“ (Jongert 25) in 8 Stunden und 8 Minuten zurück und gewann damit den Hauptpreis der Regatta, das „Blaue Band vom Rhein“ für das zeitschnellste Boot auf der Gesamtstrecke aller Wettfahrten. Ulrich Brach mit dem Schwertzugvogel TA’AROA waren mit ihrem Boot das rechnerisch schnellste Boot und erhielten das ‚Blassblaue Band’ der Bauhaus Nautic Rheinwoche 2010.Bereits zum 88. Mal trafen sich die Segler zur längsten Flußregatta der Welt, die jedes Jahr zu Pfingsten von den Segel- und Wassersportvereinen am Rhein veranstaltet und von verschiedenen Unternehmen unterstützt wird. Hauptsponsor der „Nautic Bauhaus Rheinwoche 2010“ war die Firma Bauhaus sowie zahlreiche weitere Unternehmen.Die Regatta ist für Einrumpfboote mit Yardstick bis maximal 118 ausgeschrieben. Ein Highlight war diesmal die Klassiker-Gruppe mit vier Schärenkreuzern sowie einem Drachen und einem Kielschwertkreuzer, alle um die 80 Jahre alt, und nicht nur schön, sondern auch schnell. Eine weitere Besonderheit war die Europa-Meisterschaft der Sailhorse, hier gingen 15 Boote  an den Start. Die Klassen H-Boot, Shark 24, Schwertzugvogel und Pirat segelten die Rheinwoche als Ranglisten Regatta.Neben dem seglerischen Anspruch, auf einem von der Berufsschiffahrt stark frequentierten Gebiet zu segeln und sich auf die wechselnde Strömung und drehende Winde einzustellen, ist die Logistik jedes Jahr eine Herausforderung. Die Segler kommen aus ganz Deutschland, den Niederlanden und Österreich. Zunächst müssen alle Boote ins Wasser gekrant oder geslippt werden, und dann gilt es natürlich den Transfer der Fahrzeuge und Hänger zum Zielhafen zu organisieren.Die Regatta wird von dem Fahrgastschiff „EUREKA“ begleitet, das Gästen die Möglichkeit bietet, die Wettfahrt zu beobachten und auch das Regattabüro beherbergt und etwa 100 Seglerinnen und Seglern eine Übernachtungsmöglichkeit gibt. Nicht zuletzt werden Segler und Gäste (400 – 500 Personen) an Bord des Fahrgastschiffes verpflegt, was meistens unter Zeitdruck passieren muß und den Nerven der Besatzung einiges abverlangt. In diesem Jahr hat die MS Eureka V. mit Kapitän Edwin Bosmann und seiner Crew die Regatta mit viel Einsatz und Enthusiasmus für den Segelsport begleitet.Alles in allem, eine fantastische Rheinwoche!

Rheinwoche 2010

Rheinwoche 2010 hat nur Sieger

nach der Rheinwoche ist vor der Rheinwoche

Mai 2009 – and the winner is: Ausrichter der Rheinwoche 2010 ist der Kölner Yachtclub. Schon im Vorfeld war der Kölner Yachtclub (KYC) eine Allianz mit dem Club für Wassersport Porz eingegangen. Die beiden Vorsitzenden Dr. Markus Schüler (CfWP) und Olaf Krings (KYC) begannen umgehend ein Organisationsteam zusammenzustellen. Manfred Birk (KYC) entwickelte ein Organigram, das nichts übersah. Erst Holger Vogt, dann Wilhelm Teutschmann  übernahmen die Leitung von unzähligen Sitzungen. Immer im Dialog stehend mit der Regattagemeinschaft Rhein e.V. (RGM). Wie soll der Streckenverlauf sein? Welchen Titel soll die 88ste Rheinwoche erhalten? Welches „Layout“?  Sponsor? Pressearbeit? Welche Etappen? Welches Begleitschiff? Give aways? Abendveranstaltungen? Finanzierung all dessen. Querdenken – parallel eine Oldtimerrallye? Taucher als Begleit-Schwimmer im Rhein? usw.  Die Kommunikation ist grenzüberschreitend. Über  Stadtgrenzen und Bundesländer.  Andreas Bredendiek (Düsseldorfer Yachtclub)  mit  seiner Werbeagentur „Piratas“ entwickelt die ersten Ideen zum einheitlichen Layout der Rheinwoche 2010 für den Kölner Yachtclub. Ein ganz radikaler Entwurf setzt sich durch und begleitet nicht nur die Seglerinnen und Segler während der Rheinwoche 2010 sondern auch alle Beteiligten über viele Monate. Martina Teichelmann ist Sponsorenscout mit unzähligen Verbindungen und sehr erfolgreich. Im späten Herbst steht fest: Die Rheinwoche 2010 heißt ab sofort „BAUHAUS Nautic Rheinwoche 2010“. Enno Klapper beginnt bereits ab dem frühen Herbst mit der Öffentlichkeitsarbeit. Es wird der Titel der Rheinwoche kreiert: Über hundert Jahre r(h)einstes Segeln. Unter anderem gibt es eine Pressekonferenz auf der boot 2010 zur Rheinwoche 2010. Der Streckenverlauf verändert sich unzählige Male. Start in Rheinland Pfalz – okay. Aber das Ziel: Duisburg oder Krefeld? Krefeld oder Duisburg? Das Ziel vor  der Brücke in Krefeld? Oder doch dahinter?
Die Wahl des Begleitschiff ist wie Achterbahnfahren – es ist die  Siebengebirge! Sie ist es nicht. Der  ständige Wechsel zwischen Jubel und Trauer begleitet uns alle über Wochen. Dann endlich gibt es die lang ersehnte gute Nachricht von Markus Schüler und Olaf Krings. EUREKA V heißt das Schiff und kommt von unseren Nachbarn aus den Niederlanden. Baujahr 1999 Länge 56,35 m, Breite 10,60 m, Tiefgang 1,40 m. Größer als jedes Begleitschiff zuvor.Burckhard Viell übernimmt das Eventprogramm. Die Partys mit oder ohne Band? Jeden Abend Party? Welche Künstler? Was passiert, wenn es regnet?Und das ist noch lange nicht alles: Die Organisation der Start- und Zielcrews, das Regattabüro, der Internetauftritt, die  Begleitboote und ihre Crews, die Liegeplätze für alle Teilnehmer in allen Etappenhäfen, Autokräne in Krefeld, ca. 100 Stellplätze für Trailer, 25 ehrenamtliche Mitarbeiter der DLRG mit insgesamt 8 Schiffen, 11 Begleitboote, bis zu drei Schiffe der Wasserschutzpolizei, Shuttlebusse, Essensmarken, Flyer, die gedruckten Programme, muss die  Bundesstraße 9 teilweise mit Ampelbetrieb gesperrt werden, damit 129 Boote ihren Weg ins Wasser finden? 129 Boote – das ist Weltrekord für die Rheinwoche!Aber noch so viele Sitzungen, Besprechungen in großen wie in kleinen Kreisen können alle Probleme sehen und Lösungen dafür finden. Einige Tage vor dem Start der Rheinwoche 2010 steht der Rheinpegel bei  nur 1,14m. Die  EUREKA V jedoch hat einen Tiefgang von 1,40m! Was nun? Ab diesem Zeitpunkt gibt es in Deutschland eine handvoll Menschen, die sich als ganz wenige über den anhaltenden Dauerregen freuen. Jeden Tag die bange Frage – hat der Rhein genügend Wasser, damit unser Begleitschiff, die MS EUREKA V, in die Häfen passt? Wie sieht Plan B aus, wenn der Pegel weiter fällt?Am Dienstag vor der BAUHAUS Nautic Rheinwoche 2010 gibt es eine Pressekonferenz zur Veranstaltung im Düsseldorfer Yachtclub. Unter anderem sollen die Basecaps als Give aways vorgestellt werden – aber sie sind nicht geliefert worden.Regattaheiligabend in Oberwinter. Alle Schiffe sind im Wasser. Über 300 Seglerinnen und Segler sind in guter Stimmung. Das Wetter wird an allen Tagen Kaiserwetter sein. Der Wind weht ganz Pfingsten immer aus der richtigen Richtung. 1.000 Frühstücke, 1.000 Mittagessen und aber tausende von Getränken werden an den drei Tagen verzehrt.Außergewöhnlich war auch das Moderatorenduo am Pfingstsonntag: Enno Klappers fachkundige Kommentare zum Segelgeschehen auf dem Wasser wurden ergänzt durch spannende und witzige Geschichtchen und Geschichten rund um Köln- und das von keinem Geringeren als dem Bürgermeister der Stadt Köln, Manfred Wolf (FDP).

Kapitän Edwin und seine Crew haben bei allen Beteiligten einen nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Ihre Gelassenheit und Souveränität bei äußerst schwierigen An- und Ablegemanövern sowie die Leichtigkeit, mit der sie die 60 Meter lange EUREKA V zum „Segeln“ brachte verdient ein besonderes Lob. Obendrein entpuppte sich Kapitän Edwin auch noch als diplomatischer „Schiedsmann“: als es am Pfingstmontag ein wahrlich enges Treffen zwischen einem Segelboot und einem niederländischen Berufsschiff gab und der  aufgebrachte niederländische Kapitän die Segelcrew anzeigen wollte verhinderte Kapitän Edwin dies über einen kurzen niederländischen Funkdienstweg.

So gab es viele Sieger bei dieser denkwürdigen Rheinwoche. Neben dem Segel-Sieger der Crew um Carsten Kemmling (DYC) auf der True-Love, jede Crew mit ihrem Schiff, dass an dieser denkwürdigen Rheinwoche teilgenommen hat und all die Menschen, die diese Rheinwoche 2010 erst möglich gemacht haben.

Fotos: Yvonne Claude
Text: Enno Klapper

Rheinwoche 2006

Rheinwoche 2006

von Köln nach Emmerich

von Holger Vogt

“Kann man auf dem Rhein denn segeln?” war die Frage, die mir nach der Rheinwoche in Emmerich oft gestellt wurde. In drei Tagen von Köln-Porz nach Emmerich – das sind 175 Km auf dem Rhein. Bei Nichtsegelnden Rheinanwohnern fand unsere Leistung große Beachtung.

Für Viele ist der Rhein ein großer Fluss mit vielen Schiffen. Für mich ist er aber inzwischen viel mehr geworden, nämlich ein abwechslungsreiches und spannendes Wassersportrevier direkt vor der Haustür. Ich genieße es jedes Jahr einen Blick in die Höfe und Gärten der Rheinanlieger zu werfen, wenn wir im Wettstreit mit Gleichgesinnten, mit dem Strom und meistens gegen den Wind während der Rheinwoche auf dem Rhein segeln.

Die diesjährige Rheinwoche war mit 120 gemeldeten Schiffen, mit Mannschaften aus den Niederlanden, Ungarn und sogar aus Kanada auch gleichzeitig eine Wertungsregatta für zwei Internationale Meisterschaften.
Gesegelt wurde von Köln-Porz über Leverkusen-Hitdorf, Düsseldorf, Duisburg, Wesel nach Emmerich. Die erste Wettfahrt musste auf Grund des hohen Wasserstandes, verbunden mit einer stärkeren Strömung und zu wenig Wind zwar abgesagt werden, aber bereits auf unserem Weg nach Hitdorf konnten wir den Motor abstellen und unter Segel zu unserem ersten Etappenziel fahren.

Die weiteren Wettfahrten wurden dann unter Segel zurückgelegt, wobei bedingt durch das Hochwasser teilweise die Start- und Ziellinien verlegt werden mussten. Auch kenterten einige Boote, diese wurden aber durch die DLRG sofort gerettet. An dieser Stelle auch von hier ein herzliches Dankeschön an die vielen Helfer die uns jedes Jahr diese Regatta ermöglichen. In Emmerich wurde uns ein beeindruckender Empfang an der neu gestalteten Rheinpromenade beschert. Die Stadt Emmerich und der Yachtclub Emmerich haben zu einem schönen Ausklang der Rheinwoche beigetragen.

Es ist es jedoch für uns Rheinsegler beschämend, das die ersten vier Plätze um das “Blaue Band” von Mannschaften geholt wurden, die noch nie auf dem Rhein gesegelt sind! Es zeigt aber auch, dass das Segelrevier Rhein auch von nicht Ortsansässigen bewältigt werden kann und trägt somit zu Verbreitung des Flusssegelns bei.

Einen wunderbaren Erfolg erzielten die Clubmitglieder Anette Kleikamp und Gisela Erdmann mit ihrer Sailhorse. Von über 120 Booten erhielten sie den Preis für die beste Damencrew. Herzlichen Glückwunsch.